Die Gurus des Cannabis-Anbaus: Pioniere, die das Growen geprägt haben
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Die Gurus des Cannabis-Anbaus: Pioniere, die das Growen geprägt haben

Jorge Cervantes, Ed Rosenthal, Brownie Mary und Mahmoud ElSohly: vier Namen, ohne die Growen und medizinisches Cannabis heute anders aussehen würden.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

 

 

Die großen Gurus des Cannabis-Anbaus sind Leute wie Jorge Cervantes, Ed Rosenthal, Mary Jane „Brownie Mary“ Rathbun und Mahmoud ElSohly: Sie haben Wissen gesammelt, Regeln gebrochen und Türen geöffnet, als Cannabis fast überall verboten war. Jedes Hobby, jedes Handwerk hat solche Leute, die als Erste da waren und zu den unangefochtenen Größen ihres Fachs wurden. Wer in etwas gut ist, wird leicht bekannt, aber Cannabis ist in vielen Ländern immer noch illegal, und früher war es längst nicht so einfach wie heute, Leute zu finden, die sich trauen, öffentlich über diese verfolgte Pflanze zu reden.

Diese Grower haben geforscht, Infos gesammelt, Wissen aufbereitet und vor allem andere aufgeklärt und ihnen geholfen, genau das zu lernen, was man braucht, um selbst Grower zu werden.

 

Jorge Cervantes stellt seine Cannabis-Enzyklopädie vor, die neue „Grow-Bibel“

 

George Van Patten, alias „Jorge Cervantes“.

Von Jorge Cervantes haben viele Grower schon gehört. Sein Anbau-Handbuch, bekannt als „Die Cannabis-Bibel“, ist, wie der Name schon sagt, das heilige Buch der Grower.

Das Buch ist ein nützliches und sehr verständliches Handbuch, das sich vor allem an Einsteiger richtet, die bei null anfangen. Eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung, die größtenteils auf Notizen und Texten beruht, die Cervantes seit 1983 geschrieben hat, als er als Grower in Mexiko und Südkalifornien arbeitete.

Für das Buch griff Jorge Cervantes auf seine eigene Erfahrung im Eigenanbau zurück, auf Besuche in Gärten und auf exklusive Reportagen über Grows aller Art rund um die Welt. Mit seinen Handbüchern kann man mit wenig Zeit und Geld Schritt für Schritt einen Grow aufziehen, Blüten in medizinischer Qualität ernten oder outdoor eine gesunde Pflanze von über drei Metern hochziehen.

Nach diesem Buch, das heute als „die Bibel“ bekannt ist und inzwischen 500 Seiten hat, folgten 25 weitere Titel, übersetzt in sieben Sprachen.

 

Ed Rosenthal

 

Ed Rosenthal: der „Guru of Ganja“

Der „Guru of Ganja“ Ed Rosenthal ist eine internationale Größe im Cannabis-Anbau, dazu Autor, Lehrer, Aktivist und Vorkämpfer der Legalisierung. Als kaum ein Grower über die eigenen Erfahrungen schrieb, gab Ed Rosenthal in seiner Kolumne im Magazin High Times schon all seine Tipps und Tricks weiter.

Das war 1974, und der Pionier erklärte seinen Leser:innen bereits Pflanzenanatomie, Anbautechniken und mehr, damit sie zu Hause growen konnten.

Weil Ed vor 50 Jahren anfing, für den Eigenanbau zu kämpfen, gibt es heute in verschiedenen Teilen der Welt eine gewisse „Freiheit“, unter bestimmten Regeln Cannabis anzubauen. Er selbst hält die Revolution aber für unvollendet: Es gibt noch einiges zu erreichen.

2002 wurde Ed wegen Cannabisanbaus verhaftet, und sein Fall drehte die öffentliche Meinung zugunsten der Gesetze für medizinisches Cannabis in den US-Bundesstaaten. 2003 verabschiedete Kalifornien das Gesetz SB 420, das den Eigenanbau und die Patientenkollektive im Bundesstaat regelt.

 

 

Erinnerung an Brownie Mary, die Cannabis-Pionierin aus San Francisco

 

Mary Jane Rathbun: „Brownie Mary“

Mary Jane Rathbun war eher Aktivistin als Growerin, aber was sie erreicht hat, war enorm. Das Cannabisverbot zu beenden lag ihr am Herzen, denn es traf und trifft unglaublich viele Menschen.

Ende der 80er wütete die AIDS-Krise in San Francisco. Die Krankenhausbetten waren voll, die durchschnittliche Lebenserwartung lag bei gerade mal 18 Monaten, und jedes Jahr starben Tausende. Mary Jane Rathbun lief durch die Flure und verteilte Cannabis-Brownies, um das Leid der Patienten zu lindern. So bekam sie ihren Spitznamen „Brownie Mary“.

Rathbun bemerkte, dass Schmerzen und Übelkeit bei chronisch Kranken nachließen. Je bekannter sie wurde, desto mehr Grower spendeten ihr Gras für ihre Rezepte. Ihr Aktivismus half, die Forschung zu den lindernden und therapeutischen Eigenschaften von Cannabis anzuschieben.

Sie kämpfte nicht nur aktiv für Gesetzesänderungen zugunsten medizinischer Nutzer:innen, sondern gründete zusammen mit dem Aktivisten Dennis Peron auch den San Francisco Cannabis Buyers Club mit, der als erste öffentliche Cannabis-Abgabestelle der USA gilt.

 

Seit fünf Jahrzehnten baut die Ole Miss Cannabis für die staatliche Forschung an

Mahmoud ElSohly: Forschungs-Cannabis aus Mississippi

Mahmoud ElSohly ist ein in Ägypten geborener US-Pharmakologe, bekannt für seine Forschung zum Cannabis-Anbau. Er ist Pharmazie-Professor und Leiter des Marihuana-Forschungsprojekts der University of Mississippi, das jahrzehntelang die einzige legale Quelle für Cannabis zur medizinischen Forschung in den USA war.

Das Projekt startete 1968, als die US-Bundesregierung der University of Mississippi den Auftrag gab, auf einer fünf Hektar großen Farm Cannabis für Lehre und Wissenschaft anzubauen. ElSohly stieß später dazu und leitet es seit den 80ern.

In den Anfangsjahren an der University of Mississippi lag die höchste erreichte Potenz bei 3 bis 4 % THC. Erst als Forscher danach fragten, fing man an, stärkere Sorten zu züchten, wie sie längst auf der Straße zu finden waren.

So entstand Cannabis mit 8 % THC. ElSohly erzählt: „Die Forscher gaben dieses stärkere Gras den Teilnehmern einer klinischen Studie, und selbst die erfahrensten vertrugen es nicht. Sie riefen mich an und sagten: ‚Das ist viel zu stark.‘ Und ich sagte: ‚Wissen wir, aber das habt ihr bestellt.‘“

Dank ihm und seiner Arbeit wurden viele Studien möglich, die es so noch nie gegeben hatte, und die Türen geöffnet haben für ein besseres Verständnis von Cannabis und seinem Nutzen.