Cannabis und LGBTQ+: Wie queere Aktivisten Gras erkämpften
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Cannabis und LGBTQ+: Wie queere Aktivisten Gras erkämpften

Von der AIDS-Krise zu Proposition 215: warum die Geschichte von medizinischem Cannabis ohne die queere Community nicht zu erzählen ist.

VON CosechaLibre Redaktion3 MIN LESEZEIT

Kiffer und die LGBTQ+-Community haben seit Jahrzehnten viel gemeinsam, und ohne queere Aktivisten wie Dennis Peron gäbe es medizinisches Cannabis in Kalifornien vielleicht bis heute nicht. Beide Gruppen wurden im Lauf ihrer Geschichte mehr oder weniger stark an den Rand gedrängt und mussten um rechtliche Anerkennung, Gleichheit vor dem Gesetz und gesellschaftliche Akzeptanz kämpfen.

Noch enger und kraftvoller wurde diese Verbindung während der furchtbaren Jahre der AIDS-Epidemie Ende der 80er und in den 90ern. Die Infektionen breiteten sich in erschreckendem Tempo aus, eine Heilung war nicht in Sicht, und Patienten wie Aktivisten suchten nach Wegen, die Symptome zu lindern.

Demonstration für die Legalisierung von Cannabis

Viele LGBTQ+-Menschen kannten die schmerzlindernde Wirkung von Cannabis da schon längst. In den 80ern und 90ern konsumierten LGBTQ+-Menschen häufiger Cannabis als der Rest der Bevölkerung.

Weil Cannabis illegal war, war es aber schwer, dranzukommen. Das sollte sich bald ändern, und zwar zu einem großen Teil dank Aktivisten aus der LGBTQ+-Community.

Dennis Peron, ein offen schwuler Aktivist und Air-Force-Veteran aus Kalifornien, kämpfte schon lange vor der AIDS-Epidemie für die Legalisierung von Cannabis. Als AIDS kam, eröffnete er einen Cannabis Buyers Club, um möglichst viele Patienten mit Gras zu versorgen.

1996 war Peron einer der Verfasser von Proposition 215, einer Gesetzesinitiative zur Legalisierung von medizinischem Cannabis in ganz Kalifornien. Zuerst machten sich die Unterstützer für Proposition P stark, mit der sich San Francisco für die Legalisierung aussprach. Von dort aus ging der Kampf auf Landesebene weiter. Nach einer langen Reihe von Rückschlägen, darunter Vetos des Gouverneurs und anhaltender Widerstand der Regierung des damaligen Präsidenten Clinton, wandten sich Peron und seine Mitstreiter direkt an die Öffentlichkeit. Sie gründeten das politische Aktionskomitee Californians for Compassionate Use, in dem viele Mitglieder der LGBTQ+-Community aktiv waren, und sammelten über 400.000 Unterschriften, um Proposition 215 auf den Stimmzettel zu bringen.

Regenbogenfahne und Cannabis

Drei Ex-Präsidenten, örtliche Polizeibehörden, Drogenpräventionsorganisationen und viele Beamte aus Städten und Bundesstaat stellten sich gegen die Initiative, während Ärzte, Krebsüberlebende und einige Politiker sie mit großem Nachdruck unterstützten.

Am Ende ging Proposition 215 mit 55,6 % der Stimmen durch. Fast sofort zogen andere Bundesstaaten nach und legalisierten medizinisches Cannabis. Ein riesiger Schritt nach vorn für Cannabis, und angefangen hat alles mit dem Einsatz eines schwulen Mannes, der das Andenken an seinen Partner ehren wollte.

Die LGBTQ+-Community und die Cannabis-Szene haben beide einen langen Weg hinter sich. Aber es liegt auch noch ein gutes Stück vor ihnen, sowohl bei der Akzeptanz innerhalb der jeweiligen Community als auch im Umgang miteinander.

Viele sehen die legale Cannabis-Branche zwar als eine der offensten für Menschen jeder Herkunft und Orientierung, trotzdem gibt es noch einiges zu tun, damit LGBTQ+-Menschen, People of Color und andere marginalisierte Gruppen in der Branche wirklich eine Stimme haben.

Gleichzeitig tragen legale Cannabis-Unternehmen die Verantwortung, sich aktiv für weitere Entkriminalisierung und Legalisierung einzusetzen, vor allem für die Tausenden, die wegen Cannabis-Delikten im Gefängnis sitzen, für Dinge, die heute legal sind.

Wir müssen dranbleiben und dürfen nie aus dem Blick verlieren, wie wir Vorurteile und Ungerechtigkeit nicht nur im eigenen Handeln vermeiden, sondern auch, wie wir zu aktiven Verbündeten werden, die sowohl die LGBTQ+-Community als auch die Cannabis-Community voranbringen.

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