Wofür wird Hanf verwendet? Von Papier bis Hanfauto
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Wofür wird Hanf verwendet? Von Papier bis Hanfauto

Papier, Milch, Baustoff, Kleidung, Plastik, Akkus und Autos: was alles aus Nutzhanf entsteht und warum die Industrie trotzdem bremst.

VON CosechaLibre Redaktion3 MIN LESEZEIT

Wofür wird Hanf verwendet?

Hanf ist alles andere als neu

Hanf wird für Papier, Kleidung, Lebensmittel wie Hanfmilch, Baustoffe, Bioplastik, Batterien und sogar Autoteile verwendet, und das teils seit über 2.000 Jahren. Ob als Medizin, im spirituellen und religiösen Kontext oder als Nahrung: Cannabis war über Jahrtausende fester Bestandteil der Gesellschaft, und ist es natürlich bis heute.

Gleichzeitig wurden aus Hanf Stoffe und Papier gemacht, und er landete sogar auf dem Teller. Von China über die Türkei und Indien bis in die USA haben unzählige Gemeinschaften Hanf über die Jahrhunderte für sich genutzt.

Heute ist Nutzhanf in vielen Ländern komplett legal, und Unternehmen setzen immer öfter auf die Pflanze, wenn es um innovative Produktionsverfahren geht, auch wenn die Auflagen nach wie vor extrem streng sind. 

Illustration zu Nutzhanf und seinen Anwendungen

Was kann man alles aus Hanf machen?

Hier sind die vielen erstaunlichen Wege, wie Hanf im Lauf der Geschichte genutzt wurde und bis heute genutzt wird:

Papier: Papier aus Hanf gibt es schon seit der chinesischen Han-Dynastie um 200 v. Chr. Über die Jahrhunderte wurde es für wichtige historische Dokumente und Literatur verwendet: Es heißt oft, die Romane von Mark Twain seien auf Hanfpapier gedruckt worden. Einigen Quellen zufolge nutzte auch das russische Bankwesen im 19. Jahrhundert Hanfpapier. Beliebt blieb es bis etwa in die 1930er-Jahre, als man begann, Papier aus Holz herzustellen. Inzwischen kehren Unternehmen aber langsam zum Hanfpapier zurück.

Milch: Mandel-, Nuss- oder Hafermilch kennt heute jeder, aber wusstest du, dass man auch Milch aus Hanf machen kann? Hanfmilch ist reich an Mineralstoffen und Vitaminen. Für deine eigene Hanfmilch mixt du einfach Hanfsamen mit Wasser und siebst das Ganze ab. Wer mag, süßt mit natürlichen Süßungsmitteln nach. 

Hanfbeton: Beton ist schwer und mühsam zu transportieren, Hanf dagegen leicht. Der einzige Haken: Hanfbeton eignet sich nicht für tragende Bauteile, er wird nur als Dämm- und Füllmaterial eingesetzt.

Stoff: Hanf gilt als umweltfreundliche „Superfaser“ und wurde und wird zu Kleidung verarbeitet. Dank der reißfesten Fasern der Pflanze setzen immer mehr Öko-Designer auf Hanf.

Plastik: Ein weiterer starker Einsatzbereich ist Kunststoff aus Hanf. Wir benutzen jeden Tag Plastik, und trotzdem besteht das meiste noch aus umweltschädlichen, nicht abbaubaren Chemikalien. Hanfplastik ist eine gesündere und umweltfreundliche Alternative. 

Batterien und Akkus: Die vielseitige Pflanze lässt sich auch für Batterien nutzen, und zwar aus Hanffasern. Forscher stellen daraus Superkondensatoren her, eine Art Energiespeicher, der Strom in kleineren Portionen abgibt als die Batterien, die wir sonst kennen.

Autos: Viele Autos bestehen aus Glasfaser-Materialien, Autos aus gewebtem Hanf sind dagegen leichter und widerstandsfähiger gegen Dellen. Das „Hanfauto“ von Henry Ford war eines der ersten Autos in den USA, bei denen Hanfmaterialien verbaut wurden. Krass, oder?

Energie: Forscher untersuchen Materialien aus Hanf, die helfen könnten, Energie aufzunehmen und zu speichern, bisher sind das aber noch experimentelle Projekte.

Neben diesen überraschenden Einsatzgebieten, die Hanf dank seiner enormen Eigenschaften möglich macht, lassen sich daraus auch Tinte, Nagellack, Windeln, Farbe, Kosmetik und Mehl herstellen. Bleibt die Frage, warum die Industrie immer noch bremst und Steine in den Weg legt, und die Antworten sind immer dieselben. 

Die wirtschaftlichen Interessen und die Macht großer Konzerne führen manchmal dazu, dass schädlichere Produkte bevorzugt werden, Hauptsache, die Kasse stimmt. Hoffen wir, dass bald die ganze Gesellschaft an einem Strang zieht, und zwar in Richtung ökologisch, nachhaltig und grün. 

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