
Kiffen während der Antibiotika-Einnahme: Geht das?
Was passiert, wenn Cannabis auf dein Medikament trifft, welche THC- und CBD-Wechselwirkungen du kennen solltest und was die Forschung über Cannabis als Antibiotikum der Zukunft sagt.
In der Regel kannst du während einer Antibiotika-Einnahme Cannabis rauchen, ohne dass es zu einer heftigen Reaktion kommt, völlig risikofrei ist es aber nicht: Cannabinoide wie THC und CBD werden über dieselben Leberenzyme abgebaut, die auch die meisten Antibiotika verarbeiten, eine Kombination kann also verändern, wie dein Medikament wirkt. Die ehrliche Antwort lautet: Die Forschung ist dünn, die Wechselwirkungen sind real, aber meist mild, und am sichersten klärst du es vorher mit deinem Arzt ab. Über die Frage der Wechselwirkung hinaus wird Cannabis auch auf sein eigenes antibakterielles Potenzial hin untersucht.
In diesem Artikel schauen wir uns an, ob Cannabis selbst wie ein Antibiotikum wirken kann, und untersuchen die möglichen Wechselwirkungen zwischen Cannabinoiden und Antibiotika. Außerdem gehen wir der Möglichkeit nach, dass Cannabis künftig zur Bekämpfung medikamentenresistenter Bakterien eingesetzt werden könnte.

Kann man bei Antibiotika kiffen?
Dass man bei Antibiotika keinen Alkohol trinken sollte, weiß jeder, doch die Kombination aus Kiffen und Antibiotika wirft eine spannendere Frage auf: Darf ich kiffen, während ich gerade ein Antibiotikum nehme?
Cannabis hat allgemein ein besseres Sicherheitsprofil als Alkohol, aber die Wirkstoffe der Pflanze wie THC und CBD können mit einer ganzen Reihe von Medikamenten wechselwirken, Antibiotika eingeschlossen.
Cannabis und seine Wechselwirkung mit anderen Wirkstoffen
Cannabis-Konsum geht über den reinen psychoaktiven Effekt hinaus; Cannabinoide wie THC und CBD wirken auf das körpereigene Endocannabinoid-System und lösen eine Reihe biochemischer Reaktionen aus.
Alles, was wir konsumieren, auch Cannabinoide, wird vom Körper verstoffwechselt, hauptsächlich in der Leber, die in diesem Prozess eine entscheidende Rolle spielt. Insbesondere die Cytochrom-P450-Enzyme in der Leber sind für den Abbau von rund 90 % aller Medikamente zuständig, darunter viele Antibiotika.
Cannabinoide können die Aktivität dieser Enzyme hemmen, was den Abbau von Medikamenten beeinflussen und das Risiko von Wechselwirkungen erhöhen kann. So wurde etwa gezeigt, dass Cannabis die blutverdünnende Wirkung des Medikaments Warfarin verstärken kann, indem es dessen Abbau stört.
Derselbe Mechanismus kann den Abbau mehrerer Antibiotika wie Erythromycin beeinflussen, was die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Nebenwirkungen erhöhen könnte.
Antibiotika und Cannabis: Was ist mit THC?
Die Forschung zu Wechselwirkungen zwischen THC und Antibiotika ist begrenzt. Zwar wirken THC und einige Antibiotika auf dieselben Leberenzyme, doch das Risiko schwerer Wechselwirkungen scheint gering zu sein, auch wenn das vor allem auf anekdotischen Daten beruht.
Umfassende Studien dazu gibt es nicht, aber einige Berichte dokumentieren unerwünschte Wirkungen bei Menschen, die diese Substanzen kombiniert haben.

Wichtig zu bedenken: THC kann den Leberstoffwechsel verändern und damit die Wahrscheinlichkeit erhöhen, Nebenwirkungen der Antibiotika zu spüren. Außerdem kann das Rauchen jeder Substanz, auch Cannabis, während einer Atemwegsinfektion den Zustand verschlimmern.
Es gibt zudem Hinweise darauf, dass THC immunsuppressive Effekte haben könnte. Wenn du planst, Cannabis während einer Antibiotika-Einnahme zu konsumieren, ist es unbedingt nötig, das mit deinem Arzt zu besprechen.
Cannabis und Antibiotika: Wechselwirkt auch CBD?
CBD wirkt ebenfalls als starker Hemmer der Cytochrom-P450-Enzyme, was den Abbau bestimmter Antibiotika verändern und das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen erhöhen könnte. Wie beim THC ist auch die Forschung zur Wirkung von CBD in Kombination mit Antibiotika begrenzt.
Trotzdem nehmen viele Menschen CBD und Antibiotika getrennt voneinander ein, ohne von schweren Nebenwirkungen zu berichten. Dennoch ist es klug, deinem Arzt mitzuteilen, wenn du CBD zusammen mit Antibiotika verwendest, und seinen Empfehlungen zu folgen.
Antibiotika und Cannabis: Könnte es die Lösung gegen antibiotikaresistente Bakterien sein?
Auch wenn die Forschung zu den Wechselwirkungen zwischen Cannabis und Antibiotika noch nicht vollständig ausgereift ist, untersuchen einige Studien das Potenzial von Cannabis-Verbindungen als Antibiotika. Angesichts der wachsenden Bedrohung durch antibiotikaresistente Bakterien prüfen Wissenschaftler, ob Verbindungen wie THC und CBD eine alternative Lösung bieten könnten.
So untersuchte etwa eine in der Fachzeitschrift Communications Biology veröffentlichte Studie das therapeutische Potenzial von CBD gegen den Erreger Neisseria gonorrhoeae, der für seine Antibiotikaresistenz bekannt ist.
Kurz gesagt: Während der Cannabis-Konsum mit Antibiotika auf komplexe Weise wechselwirken kann, läuft die Forschung weiter, um diese Wechselwirkungen und das Potenzial von Cannabinoiden als künftige Antibiotika vollständig zu verstehen.
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