War Manuel Belgrano der erste Cannabis-Grower Argentiniens?
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War Manuel Belgrano der erste Cannabis-Grower Argentiniens?

Argentiniens Flaggenvater wollte das Land mit Hanf aus der Armut holen, lange bevor Gras dort verboten wurde.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Cannabisgeschichte Argentiniens: War Belgrano der erste Grower?

Wenn man so will, ja: Manuel Belgrano, einer der Gründerväter Argentiniens, machte sich schon zur Kolonialzeit für den Anbau von Hanf stark, also für die Nutzpflanze, nicht fürs Rauchen. Er sah darin einen Motor für die Wirtschaft und soll sogar Samen und Anbauwissen mit einem Freund in Chile ausgetauscht haben. Erzählt wird das in Fernando Sorianos Buch „Marihuana. La historia. De Manuel Belgrano a las copas cannábicas“ (sinngemäß: „Marihuana. Die Geschichte. Von Manuel Belgrano bis zu den Cannabis Cups“), das uns in ein Argentinien zurückversetzt, das vor allem eins wollte: wirtschaftliches Wachstum. Dafür musste geklärt werden, was man anbauen, was man exportieren und was man importieren sollte. Und Hanf landete auf der Tagesordnung, weil Belgrano sich ernsthaft für die Pflanze interessierte. Der Mann, der die argentinische Flagge entworfen hat, studierte Jura in Spanien und schloss schon mit 18 ab. Neben Anwalt war er Ökonom, Journalist, Politiker und Diplomat und machte sich auch als Militär einen Namen, in Argentinien genauso wie in Paraguay und im damaligen Hochperu. Ein geborener Revolutionär: Er gehörte zu den Ersten, die die Absetzung des spanischen Vizekönigs vorantrieben und die Mai-Revolution von 1810 mit anstießen. Uns interessiert hier aber vor allem seine Beziehung zum Hanf. Die beginnt, als Spanien Belgrano an den Río de la Plata zurückschickt, weil es sich dort einen Verbündeten erhofft. Doch als er die bittere Armut und den Hunger sieht, kommt er zu dem Schluss, dass diese Leute ein freies Land verdienen. In seinen eigenen Worten: „Niemand zweifelt daran, dass ein Staat, der den wahren Anbau seines Bodens in höchster Vollkommenheit beherrscht, das wahre Land des Glücks ist, denn dort findet sich der wahre Reichtum.“

Grafik zu Manuel Belgrano

Sein Interesse an der Pflanze war wirtschaftlich. Wie er selbst sagte: Ein Land mit reichen Feldern ist ein reiches Land, und eine starke Nutzpflanze war damals Gold wert. Belgrano glaubte, dass Hanfanbau die Armut beenden könnte, denn aus den Fasern machte man Stoffe, Kerzendochte und Seile, und die waren für den Schiffbau unverzichtbar. Der Legende nach tauschte Belgrano sich mit seinem chilenischen Vertrauten Manuel de Salas über die Pflanze aus, und der schickte ihm Samen. Angeblich schrieb Belgrano sogar ein Anbauhandbuch mit Aussaat- und Erntezeiten und Tipps zur Pflege. Ob er auch mal die Blüten probiert hat? Das werden wir wohl nie erfahren.

Wann kam Marihuana nach Argentinien?

Cannabis als Rauschmittel kam Anfang des 20. Jahrhunderts nach Argentinien. Vermutlich brachten es Einwanderer aus Ländern wie Mexiko und Paraguay mit. Angebaut wurde die Pflanze damals vor allem im Norden des Landes, wo das Klima passte. Seitdem haben sich Präsenz und Konsum übers ganze Land verbreitet, zu Freizeit- wie zu medizinischen Zwecken. Wichtig: In Argentinien gilt Marihuana für den nicht-medizinischen Gebrauch als illegal, Konsum und Weitergabe sind gesetzlich geregelt.

Wie verlief die Geschichte von Cannabis in Argentinien?

Die moderne Cannabisgeschichte Argentiniens beginnt im 20. Jahrhundert, als Einwanderer aus Mexiko und Paraguay die Pflanze mitbrachten. In den ersten Jahren wurde Cannabis vor allem in bestimmten Gemeinschaften aus kulturellen und traditionellen Gründen genutzt. In den 1940er-Jahren erkannte man dann seine medizinischen Eigenschaften und verarbeitete es zu Arzneimitteln und pharmazeutischen Produkten. Rechtlich hatte sich die Lage aber schon vorher gedreht: Mit dem Betäubungsmittelgesetz von 1924 landete Cannabis auf der Liste der verbotenen Substanzen. Ab da wurde die Politik rund um Marihuana strenger, Kontrollen und Repression nahmen zu. In den 1960er- und 1970er-Jahren erlebte Cannabis in Argentinien ein Comeback, vor allem in der Gegenkultur. Die repressive Politik und der Status als illegale Droge bremsten aber den Zugang und eine breitere Nutzung. In den letzten Jahren hat sich beim Blick auf Cannabis und bei seiner Regulierung in Argentinien einiges bewegt. Die medizinische Nutzung wurde gefördert, und über die Legalisierung und Regulierung des Freizeitkonsums wird offen debattiert. Auch wenn Cannabis für den nicht-medizinischen Gebrauch weiterhin illegal ist, hat sich der Umgang des Landes mit der Pflanze deutlich verändert, und das Thema bleibt in der argentinischen Gesellschaft heiß diskutiert.