Was sind Mykorrhizapilze? Die Wurzelsymbiose hinter starken Cannabispflanzen
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Was sind Mykorrhizapilze? Die Wurzelsymbiose hinter starken Cannabispflanzen

Pilz liefert Wasser und Phosphor, Pflanze zahlt mit Zucker: So funktioniert die uralte Partnerschaft an den Wurzeln deines Grases.

VON CosechaLibre Redaktion3 MIN LESEZEIT

 

 

Mykorrhizapilze sind Bodenpilze, die über die Wurzeln in Symbiose mit Pflanzen leben: Der Pilz versorgt die Pflanze mit Wasser und Nährstoffen, die Pflanze zahlt mit Zucker zurück. Einen einzelnen Pilz namens „Mykorrhiza“ gibt es nicht, der Begriff steht für die ganze Truppe an Pilzen, die sich mit den Wurzeln zusammentut. Dafür brauchen Wurzel und Pilz direkten Kontakt. Setzt du sie von Anfang an ein, siehst du den Unterschied im Wachstum.

Symbiose heißt: Beide Seiten profitieren. Die Mykorrhizapilze leben an den Wurzeln deiner Cannabispflanze und liefern ihr Nährstoffe wie Phosphor und Stickstoff, dazu Wasser. Im Gegenzug gibt die Pflanze den Pilzen Kohlenhydrate und Vitamine ab, die sie per Photosynthese herstellt.

Wie wertvoll diese Partnerschaft ist, zeigt die Evolution. Vor knapp 400 Millionen Jahren, als die Pflanzen vom Meer an Land wanderten, hatten sie noch gar keine Wurzeln. Um an lebenswichtige Nährstoffe und Wasser zu kommen, waren sie auf Pilze angewiesen. Diese Pilze waren sozusagen die Wurzeln der Pflanzen, bevor sie eigene Wurzeln entwickelten.

Die Beziehung hielt auch lange danach. Manche Pflanzen wachsen ohne Mykorrhizapilze gar nicht richtig, das nennt man obligate Mykotrophie. Cannabis gehört nicht dazu: Es kommt auch ohne Mykorrhiza aus und gilt als fakultativ mykotroph. Mit den Pilzen als Partner kann die Pflanze ihr genetisches Potenzial aber besser ausschöpfen.

Welche Mykorrhiza-Arten gibt es bei Cannabis?

Cannabis bildet arbuskuläre Mykorrhiza (AM), eine symbiotische Verbindung mit den Wurzeln, von der Pflanze und Pilz gleichermaßen profitieren. Die Ektomykorrhiza (ECM) dagegen ist typisch für Bäume wie Kiefern und Eichen und geht mit Cannabis keine Verbindung ein.

  1. Arbuskuläre Mykorrhiza (AM): Die häufigste Form bei Landpflanzen, Cannabis inklusive. Die Pilze bilden in den Wurzelzellen kleine verzweigte Strukturen, sogenannte Arbuskeln. Darüber geben sie Nährstoffe wie Phosphor und andere Mineralien an die Pflanze weiter und bekommen dafür organische Verbindungen, die die Pflanze produziert. Besonders wichtig ist die AM für die Phosphoraufnahme, und Phosphor ist für das Wachstum von Cannabis unverzichtbar.

Arbuskuläre Mykorrhiza kann Wachstum und Gesundheit deiner Cannabispflanzen spürbar fördern, weil sie die Nährstoffaufnahme verbessert und die Pflanze widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Umweltstress macht. Aber: Wie stark Mykorrhizapilze im Boden vertreten und aktiv sind, hängt von deinen konkreten Anbaubedingungen und deinem Substrat ab. Es lohnt sich also zu verstehen, was die Pilze in deinem Grow brauchen.

Wie funktioniert die Mykorrhiza-Symbiose?

Die Mykorrhiza-Symbiose ist eine mutualistische Beziehung zwischen Pflanzenwurzeln und bestimmten Pilzen, also eine Partnerschaft, bei der beide gewinnen. Die Pflanze versorgt die Pilze mit Zucker und anderen organischen Verbindungen aus der Photosynthese. Die Pilze liefern ihr dafür wichtige Nährstoffe wie Phosphor, Stickstoff, Zink und weitere Mineralien, an die die Pflanze direkt aus dem Boden nur schwer herankommt.

Los geht die Partnerschaft, wenn die Hyphen des Pilzes (feine, fadenartige Zellfäden) in die Wurzeln einwachsen und dort Mykorrhiza-Strukturen bilden, entweder in den Wurzelzellen oder um sie herum. 

Kurz zusammengefasst: Die Mykorrhiza-Symbiose ist eine Win-win-Beziehung zwischen Wurzeln und bestimmten Pilzen. Die Pflanze bekommt vom Pilz wichtige Nährstoffe, der Pilz von der Pflanze organische Verbindungen. Diese Symbiose ist ein wichtiger Teil des Nährstoffkreislaufs im Boden und kann viel dazu beitragen, wie gut sich Pflanzen ernähren und wachsen, Cannabis eingeschlossen.