NBA und Cannabis: Dürfen die Spieler jetzt kiffen?
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NBA und Cannabis: Dürfen die Spieler jetzt kiffen?

Keine Cannabis-Tests mehr, Investitionen in Gras-Firmen erlaubt: was die neuen NBA-Regeln bedeuten und was Studien zu Kiffen und Sport sagen.

VON CosechaLibre Redaktion6 MIN LESEZEIT

Ja, zumindest testet die NBA ihre Spieler nicht mehr auf Cannabis: Mit dem Tarifvertrag zwischen Liga und Spielergewerkschaft, der seit der Saison 2023/24 gilt, ist Marihuana aus dem Dopingtest-Programm geflogen. Gleichzeitig dürfen Spieler seitdem in Cannabis-Firmen investieren und für sie werben. Die Liga will sich damit modernisieren und an den Wandel in Gesellschaft und Sport anpassen.

Cannabis fliegt aus dem Dopingtest

Die auffälligste Neuerung ist die Lockerung beim Thema Gras. Die NBA testet ihre Spieler bei den Dopingkontrollen nicht mehr auf Marihuana. Das ist ein klarer Kurswechsel: Die Zufallskontrollen auf Cannabis waren schon vorher ausgesetzt worden, jetzt fällt der Test komplett weg. Die Entscheidung zeigt einen toleranteren Blick auf den therapeutischen Einsatz von Cannabis und gibt den Spielern eine weitere Option, mit körperlichen Beschwerden umzugehen.

Mehrere bekannte NBA-Spieler wie Kevin Durant haben offen über ihren Cannabiskonsum gesprochen und sich dafür eingesetzt, das Stigma abzubauen. Auch Basketball-Legenden wie Kareem Abdul-Jabbar und Allen Iverson stehen hinter diesem Umdenken.

Spieler dürfen in Teams und Cannabis-Firmen investieren

Die zweite große Änderung: Spieler dürfen jetzt in NBA- oder WNBA-Franchises investieren. Das öffnet spannende geschäftliche Türen, und Spieler wie LeBron James haben schon Interesse angemeldet, selbst ein Team zu besitzen, etwa in Las Vegas. Außerdem dürfen sie für Firmen aus den Bereichen Sportwetten und Cannabis werben und/oder in sie investieren. Ihre Anlagemöglichkeiten wachsen damit deutlich.

Die Änderungen im Tarifvertrag der NBA zeigen eine fortschrittlichere und offenere Haltung, sowohl beim Cannabiskonsum als auch bei den Investitionsmöglichkeiten der Spieler. Die Liga will moderner werden und mit den Entwicklungen in Gesellschaft und Business Schritt halten.

Die NBA erlebt also einen echten Umbruch: lockerere Regeln für Cannabis und mehr Möglichkeiten, Geld anzulegen. Das dürfte Sport und Business spürbar verändern, und die Liga startet in eine neue Ära der Offenheit.

Cannabisblüte
Bud von CosechaLibre.com

Sport und Cannabis: passt das zusammen?

Viele sind überrascht, wie beliebt die Kombination aus Gras und Sport ist. Die Annahme, Cannabis bremse die sportliche Leistung, ist durch die Daten nicht eindeutig belegt. Tatsächlich deuten einige Untersuchungen darauf hin, dass Kiffen und Training zusammen positive Effekte haben können.

Klar, das Klischee vom „Kiffer“, der nicht von der Couch hochkommt, hält sich hartnäckig. Es gibt aber Hinweise auf das Gegenteil: Manche Konsument:innen berichten, dass Cannabis sie nicht faul macht, sondern ihnen Energie gibt.

Eine Studie aus dem Fachjournal Frontiers in Public Health von 2019 hat dazu Interessantes herausgefunden. Befragt wurden rund 600 Cannabiskonsument:innen in US-Bundesstaaten, in denen Cannabis legal ist. 80 % gaben an, kurz vor oder nach dem Training zu konsumieren.

Mehr als die Hälfte sagte, Cannabis vor dem Sport gebe ihnen zusätzliche Motivation. Fast 80 % meinten, es helfe bei der Regeneration, und 70 % sagten, das Training mache ihnen mehr Spaß.

Cannabis könnte helfen, trainingsbedingte Entzündungen zu verringern. Manche Menschen, die wegen Gelenkschmerzen keinen Sport machen, berichten, dass Cannabis ihnen bei diesen Beschwerden hilft.

Außerdem kann Cannabis vor dem Sport helfen, sich mental einzustimmen, und den Spaß während des Trainings steigern. 70 % der Befragten gaben an, dass es ihnen auch eine positivere Einstellung zum Training gibt.

Person beim Kiffen
Quelle: Diario Correo

Kiffen vor dem Training: Was du beachten solltest

Wenn du zum ersten Mal vor dem Sport konsumierst, fang mit einer winzigen Menge an. Cannabis kann den Puls erhöhen oder Herzrasen auslösen. Hast du Herzprobleme, kann Cannabis das Risiko für Komplikationen erhöhen, weil Sport den Puls ohnehin schon hochtreibt.

In der genannten Studie berichteten 40 % der Befragten, dass ihr Puls beim Training nach dem Kiffen höher war als sonst. Wer das vermeiden will, wählt weniger intensive Trainingsformen. 

Bei Ausdauersportler:innen wird Cannabis immer beliebter. Mehrere Langstreckenläufer:innen erzählen, dass sie 30 Minuten vor einem Trainingslauf Gras nehmen.

Kiffen nach dem Training: Hilft es bei der Regeneration?

Der Hauptgrund, nach dem Sport zu Cannabis zu greifen, ist die Regeneration. Ob Gras die Erholung wirklich beschleunigt, ist kaum untersucht. Was wir wissen: Studien deuten darauf hin, dass Cannabis entzündungshemmend wirken kann. Es könnte auch Schwellungen lindern, die mit Entzündungen einhergehen. Einige Untersuchungen legen nahe, dass Cannabis nach dem Training gegen Muskelkater hilft. So kämst du womöglich schneller wieder ins Training.

Bei Cannabis und Sport sind klare Schlüsse schwierig, dafür gibt es noch zu wenig gezielte Forschung. Was sich sagen lässt: Wenn du vor oder nach dem Sport konsumierst, nimm lieber Öl und/oder Edibles. Beim Rauchen belastet die Verbrennung deine Lunge und kann deine Leistung drücken. Manche raten auch speziell davon ab, direkt nach dem Training zu rauchen, wenn die Lunge auf Hochtouren arbeitet und viel Sauerstoff aufnimmt. 

Egal wann oder wie du Gras und Sport kombinierst: trink genug Wasser. THC soll den Zuckerstoffwechsel ankurbeln, also lieber regelmäßig nachtrinken. 

Was passiert, wenn du vor dem Training CBD nimmst?

Es gibt Erfahrungsberichte und erste, begrenzte wissenschaftliche Hinweise, dass CBD (Cannabidiol) vor dem Sport für manche Menschen Vorteile haben kann. Die Forschung dazu ist aber dünn, und es braucht mehr Studien, um die Wirkung von CBD auf die sportliche Leistung wirklich zu verstehen.

CBD wird mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften in Verbindung gebracht, was Muskelschmerzen und Entzündungen nach hartem Training lindern könnte. CBD vor dem Training könnte die Muskelermüdung verringern und die Regeneration beschleunigen.

Außerdem berichten einige CBD-Nutzer:innen, dass sie vor dem Sport konzentrierter und entspannter sind, was in manchen Fällen die Leistung verbessern kann. CBD wirkt aber bei jedem anders, und manche bekommen unerwünschte Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Schwindel.

Verbessert Cannabis wirklich die sportliche Leistung?

Ob Gras die Leistung im Sport beeinflusst, ist umstritten, und die Meinungen gehen weit auseinander. Manche sagen, Kiffen vor dem Sport mache das Training besser, andere sehen das ganz anders. Klar ist aber: Cannabiskonsum kann sich negativ auf die Leistung und die Gesundheit allgemein auswirken.

Cannabis enthält Wirkstoffe wie THC, die auf das zentrale Nervensystem wirken und psychoaktiv sind. Das kann die Koordination, das Zeitgefühl und die Reaktionsfähigkeit verschlechtern, was Leistung und Sicherheit beim Sport beeinträchtigen kann.

Dazu kommt, dass Cannabis müde machen, die Motivation senken und die Konzentration verschlechtern kann. Bei Sportarten, die Aufmerksamkeit und Energie verlangen, ist das kontraproduktiv.

Und nicht vergessen: Bei den meisten Profi-Wettkämpfen ist Cannabis nach Sport- und Antidoping-Regeln verboten. Wer positiv getestet wird, muss mit Sperren und anderen Konsequenzen rechnen.