Schimmel an der Pflanze: retten oder wegwerfen?
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Schimmel an der Pflanze: retten oder wegwerfen?

Mehltau und Botrytis: wie du sie erkennst, wann die Pflanze noch zu retten ist und wann sie in die Tonne gehört.

VON CosechaLibre RedaktionAUSGABE 0383 MIN LESEZEIT

Zwei Arten von Schimmel ruinieren Cannabispflanzen: Echter Mehltau (Powdery Mildew, weißer Belag auf den Blättern) und Botrytis (Bud Rot, graue/braune Fäule im Inneren der Blüte). Beides sind Pilze, beide lieben hohe Luftfeuchtigkeit und stehende Luft, und beide können dir in einer Woche die komplette Ernte zerstören, wenn du nicht handelst. Aber sie verlangen unterschiedliche Reaktionen.

Echter Mehltau: der weiße Belag

Er zeigt sich als mehliger weißer Staub auf den Blättern — erst in kleinen Flecken, dann überzieht er das ganze Blatt. Erwischst du ihn früh, ist die Pflanze zu retten.

  • Isoliere die befallene Pflanze sofort, damit sie den Rest nicht ansteckt.
  • Senke die Luftfeuchtigkeit auf 40-50 %. Verbessere die Belüftung.
  • Sprühe Natron (1 Teelöffel pro Liter Wasser) oder Milch, 1:9 mit Wasser verdünnt, auf die befallenen Blätter — alle 3 Tage, 2 Wochen lang.
  • Keine chemischen Fungizide in der späten Blüte: Die landen am Ende in deinen Buds.
  • Entferne die am stärksten befallenen Blätter mit einer desinfizierten Schere. Verbrennen oder weit weg vom Anbau entsorgen.

Botrytis: der Grauschimmel in der Blüte

Deutlich gefährlicher. Botrytis wächst von innen nach außen — wenn du sie an der Oberfläche siehst, ist der Schaden im Inneren längst da. Sie zeigt sich als grau-brauner Flaum, die Blüte wird weich, die umliegenden Blätter vertrocknen von einem Tag auf den anderen. Der Geruch: säuerlich, fast wie Essig.

  • Schneide die befallenen Buds mit 5 cm Sicherheitsabstand ins gesunde Gewebe heraus.
  • Verbrenne oder entsorge sie weit weg vom Anbau. Nicht in den normalen Mülleimer.
  • Senke die Luftfeuchtigkeit auf 45 % oder weniger. Stell einen zusätzlichen Ventilator auf.
  • Kontrolliere die ganze Pflanze in den nächsten 7 Tagen alle 12 Stunden.
  • Sind mehr als 30 % der Pflanze betroffen, überleg dir, den Rest vorzeitig zu ernten, bevor du alles verlierst.

Vorbeugen (das Einzige, was wirklich skaliert)

Während du einen Befall behandelst, verlierst du schon Pflanzen. Die echte Verteidigung ist das Klima:

  • Relative Luftfeuchtigkeit: 65-70 % in der Wuchsphase, 40-50 % in der Blüte.
  • Nachttemperatur: nie mehr als 5 °C Unterschied zur Tagestemperatur (Kondenswasser ist der Feind).
  • Selektive Entlaubung: Blätter entfernen, die die zentralen Buds abdecken — das verbessert die Luftzirkulation.
  • Belüftung: Die Luft muss sich immer bewegen, besonders zwischen den Buds. Ein Ventilator reicht nicht — es braucht zwei, über Kreuz.
  • Wasserdisziplin: In der späten Blüte nie Wasser auf die Buds sprühen.
Botrytis behandelt man nicht, man verhindert sie. Wer sie behandeln muss, hat die Charge schon verloren.
Grower im REPROCANN, Argentiniens Register für medizinisches Cannabis — Mendoza

Wenn du outdoor in einer feuchten Region anbaust, schau dir Botrytis-resistente Sorten an (Genetiken mit lockereren Buds und besserer Durchlüftung im Inneren). In unserem Club in Argentinien führen wir eine kuratierte Liste von Genetiken, die selbst in den schwierigsten Klimazonen des Landes funktionieren.