Warum Essen nach dem Kiffen besser schmeckt
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Warum Essen nach dem Kiffen besser schmeckt

Es ist nicht nur der Fressflash. Myrcen, Linalool und die Chemie hinter besserem Essen.

VON CosechaLibre RedaktionAUSGABE 0403 MIN LESEZEIT

Essen schmeckt nach dem Kiffen besser, weil THC gleich doppelt wirkt: Es kurbelt die Dopamin-Ausschüttung in den Belohnungszentren fürs Essen an (hallo, Fressflash) und schärft deinen Geruchssinn – und rund 80 % des Geschmacks laufen über die Nase. Das ist keine Magie, sondern Chemie, und wer sie versteht, kocht nach dem Rauchen anders.

Das Endocannabinoid-System und der Geschmack

Wenn THC an die CB1-Rezeptoren im Gehirn andockt, verstärkt es die Dopamin-Ausschüttung in den Regionen, die für den Genuss beim Essen zuständig sind. Das erklärt den klassischen Fressflash. Aber es gibt einen weniger bekannten Effekt: THC erhöht außerdem die Geruchsempfindlichkeit, mindestens in den ersten zwei Stunden. Und 80 % des Geschmacks sind Geruch.

Mehr Aroma = mehr Geschmack. Deshalb schmeckt Obst fruchtiger, Käse käsiger, und ein gut gemachtes Chimichurri wird zum Erlebnis.

Terpene als Brücke zwischen Cannabis und Essen

Jetzt wird es interessant: Die Terpene im Cannabis sind exakt dieselben Moleküle, die auch in Obst, Kräutern und Gewürzen stecken. Die Genetik, die du rauchst, mit dem zu kombinieren, was du kochst, ist nicht albern – das ist Weinkunde, angewandt auf Cannabis.

  • Myrcen (Mango, Hopfen, Thymian): passt zu Currys, Schmorgerichten, Gegrilltem.
  • Limonen (Zitrusfrüchte): Ceviche, Salate mit Zitrus, Zitronendesserts.
  • Pinen (Kiefer, Rosmarin): Lamm, Pilze, Pilzrisotto.
  • Linalool (Lavendel): Desserts mit Honig, feines Gebäck, heiße Tees.
  • Caryophyllen (schwarzer Pfeffer): gegrilltes Fleisch, Zartbitterschokolade.

Mit Cannabis kochen (statt rauchen und essen)

Es gibt noch ein Level darüber: Kochen mit bereits decarboxyliertem Cannabis, infundiert in Butter oder Öl. Der Unterschied zum Rauchen liegt in der Dauer (4-8 Stunden statt 1-3) und in der Intensität: THC, das über die Leber verstoffwechselt wird, wird zu 11-Hydroxy-THC – und das knallt deutlich härter. Deshalb muss die Dosis konservativ bleiben: 2-5 mg THC pro Portion für Einsteiger.

Eine gut gemachte hausgemachte Cannabutter hält sich 30 Tage im Kühlschrank, funktioniert süß wie herzhaft und hinterlässt Eindruck. Regel Nummer eins: niedrig anfangen, zwei Stunden warten und erst dann entscheiden, ob du mehr brauchst. Edibles zu unterschätzen ist der Anfängerfehler schlechthin.

Mit Cannabis zu kochen heißt Rückverfolgbarkeit: Du weißt, welche Pflanze du benutzt hast, welche Dosis drin ist und welche Wirkung du willst. Der Rest ist Kochen.
Lecabure — Köchin und Cannabis-Produzentin

In unserem Club in Argentinien veranstalten wir Cannabis-Kochworkshops mit kontrollierter Dosis. Wenn du das in der Gruppe und mit Koch an deiner Seite ausprobieren willst, wirf einen Blick auf den Kalender in unserer Event-Sektion.