Was in Cannabis dich wirklich schlafen lässt
GESUNDHEIT

Was in Cannabis dich wirklich schlafen lässt

CBN, Myrcen, Linalool. Warum manche Sorten dich umhauen und andere nicht.

VON CosechaLibre RedaktionAUSGABE 0393 MIN LESEZEIT

Ob dich eine Blüte ins Bett oder ins Gym schickt, entscheiden in Wahrheit drei Dinge: das dominante Cannabinoid (THC, CBD oder CBN), das Terpenprofil und wie gut die Blüte gecurt ist. "Ich hab ihm eine Indica gegeben und er ist sofort eingeschlafen" ist nur die halbe Wahrheit – die Einteilung in Indica/Sativa ist nützlich, aber grob.

CBN: das Schlaf-Cannabinoid

CBN (Cannabinol) entsteht, wenn THC mit der Zeit oxidiert. Frisch geerntete Blüten haben fast null CBN. Blüten, die 6-8 Monate gecurt wurden, können auf 1-3 % kommen. Kleine Studien zeigen, dass CBN stärker sedierend wirkt als reines THC, vor allem in Kombination mit CBD. Es ist kein Zufall, dass es früher hieß, der lange gelagerte Joint "haut ein Pferd um": Die Lagerung oxidierte das THC und ließ den CBN-Gehalt steigen.

Die sedierenden Terpene

Zwei Terpene wiegen beim Schlafen schwerer als alle anderen:

  • Myrcen: steckt in Mango, Hopfen und Thymian. Das Terpen, das am stärksten mit dem "Couch-Lock"-Effekt verbunden wird. Sorten mit über 0,5 % Myrcen wirken tendenziell sedierend.
  • Linalool: dasselbe Terpen wie im Lavendel. Mild muskelentspannend, senkt die Angst. In Kombination mit CBD verstärkt sich der Effekt.
  • Terpinolen: kommt in manchen Sativas vor; allein nicht sedierend, trägt aber zum Entourage-Effekt bei, wenn Myrcen im Spiel ist.

CBD zum Durchschlafen

THC hilft beim Einschlafen, reduziert aber die REM-Phase. Für Leute mit chronischer Schlaflosigkeit kann das langfristig zum Problem werden (weniger REM = schlechtere Gedächtniskonsolidierung). CBD wirkt entgegengesetzt: Es hilft, den Tiefschlaf zu halten, ohne den REM-Schlaf zu verkürzen. Deshalb sind die bei Schlafstörungen am häufigsten eingesetzten Öle meist 1:1- oder 2:1-Verhältnisse von CBD zu THC – und kein reines THC.

Was du vor dem Schlafen vermeiden solltest

  • Limonen- oder Pinen-dominante Sorten: wirken stimulierend und machen den Kopf wach.
  • Edibles spät am Abend: Die Wirkung kann erst nach 2-3 Stunden einsetzen und dir die Nacht in zwei Hälften reißen.
  • Kombination mit Alkohol: schiebt dich in den Schlaf, ruiniert aber seine Qualität.
  • Dauerhaft hohe Dosen: Toleranzaufbau ist kontraproduktiv. Niedrig anfangen und monatliche Toleranzpausen einhalten.
Zum Schlafen gilt die Regel: 1-2 mg THC plus 5-10 mg CBD, eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen. Mehr ist nicht besser – mehr ist schlechter.

Wenn deine Schlafstörung chronisch ist, sprich mit einem Arzt, bevor du dich selbst therapierst – in Argentinien heißt das: mit einem im REPROCANN registrierten Arzt, dem Register für medizinisches Cannabis des Landes. Die Pflanze hilft, aber Dosis und Verhältnis entscheiden.