Autoflowers anbauen: Der komplette Guide für Einsteiger
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Autoflowers anbauen: Der komplette Guide für Einsteiger

Autoflowers blühen nach Alter statt nach Licht: Was das für Ernte, Training, Topf und Erde bedeutet und warum sie ideal für Einsteiger sind.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Autoflowers (auch Automatiks oder selbstblühende Sorten) beginnen nach etwa drei bis vier Wochen von selbst zu blühen, egal wie viel Licht sie bekommen, und sind schon zwei bis drei Monate nach der Keimung erntereif. Genau deshalb greifen Einsteiger und alle, die nicht jeden Tag im Growzelt hängen können, gern zu ihnen: Sie gelten als robust, schnell und insgesamt unkompliziert – ideal für diese Grower.

Autoflowers blühen also nach Alter und nicht nach einem Wechsel des Lichtzyklus. Klassische Cannabispflanzen, die sogenannten photoperiodischen Sorten, brauchen dagegen einen bestimmten Lichtrhythmus, um zu blühen: Sie legen erst los, wenn die Tage kürzer werden und der Winter naht.

Den Startschuss zur Blüte geben Automatiks mit drei bis vier Wochen, ganz gleich, wie viel Licht sie abbekommen haben, und sind schon nach zwei bis drei Monaten bereit für die Ernte.

Als Faustregel sind Automatiks also viel früher erntereif als klassische Pflanzen: zwei bis drei Monate nach der Keimung. Beim Ertrag kannst du mit etwa 100 bis 130 g pro Pflanze rechnen, wenn du sie ihr ganzes Leben lang gut versorgst. Wie viele Buds du am Ende tatsächlich erntest, hängt aber davon ab, wie du growst.

Beim Thema Ertrag solltest du außerdem bedenken: Eine Autoflower bringt mehr Ernten pro Jahr als eine klassische Pflanze, einfach weil ihr Lebenszyklus so kurz ist.

Trotz der oben genannten Schätzung landen viele Grower bei gerade mal 20 g pro Pflanze. Das liegt meist an fehlender Erfahrung oder an Problemen im Grow, vor allem an Samen mit schwacher Genetik, zu wenig Licht und falscher Düngung.

Umgekehrt schaffen erfahrene Grower mit guter Genetik und idealen Bedingungen für eine optimale Entwicklung auch mehr als 150 bis 200 g.

Wie viele Stunden Licht braucht eine Autoflower?

Automatiks fangen ab der dritten Woche nach der Keimung von selbst an, Buds zu bilden, egal mit welchem Lichtzyklus du arbeitest. Bei klassischen Pflanzen musst du dagegen den Lichtrhythmus umstellen, um ihnen zu signalisieren, dass es Zeit für die Blüte ist.

Trotzdem fragen sich alle: Welcher Lichtzyklus ist für eine Autoflower der beste? Die kurze Antwort: 18/6, also 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit.

Fast alle Grower sind sich einig, dass für Automatiks 18 bis 24 Stunden Licht optimal sind. Manche glauben sogar, dass Autoflowers eine Dunkelphase brauchen und mit 24 Stunden Licht am Tag nicht gesund bleiben. Belege dafür gibt es allerdings nicht.

Eine weitere Frage beim Autoflower-Grow ist das Lichtspektrum. Bei klassischen Pflanzen setzt man in der Wachstumsphase eher auf blaues und in der Blüte auf rotes Licht. Bei Automatiks kannst du das genauso machen: blaues Licht, bevor die Pflanze ihr Geschlecht zeigt, danach rotes.

Grundsätzlich bringt Licht in jeder Farbe des Spektrums gutes Wachstum, solange es sich um echte Pflanzenlampen handelt.

Trainingstechniken für Autoflowers

Auch wenn es viele nicht glauben: Eine Autoflower lässt sich in ihrer kurzen Wachstumsphase „trainieren“, und das lohnt sich.

Aus Erfahrung weiß man: Solange die Pflanzen gesund sind, reagieren Automatiks gut auf ein einfaches Topping (Kappen der Spitze) oder auf LST. Das Geniale daran: Mit dem richtigen Training bilden sie mehr und bessere Colas (Haupttriebe mit Blüten), und Ertrag und Gesamtergebnis können deutlich steigen.

Beim Training von Autoflowers gibt es drei große „Schulen“, auf die jeweils andere Grower schwören:

1- Gar kein Training: Weil Automatiks nur kurz in der Wachstumsphase sind, kann zu viel Stress durch intensives Training dazu führen, dass die Pflanze mickrig bleibt – und dann ist der Ertrag sehr gering.

2- Nur LST (Low Stress Training): Beim LST biegst du die neuen Triebe nach unten und bindest sie fest, sodass die Pflanze eine flache, kanuartige Form bekommt. Der große Vorteil dieser Technik: Sie stresst die Cannabispflanze kaum.

3- Topping plus weiteres Training: Beim Topping schneidest du die Spitze der Pflanze ab, damit sie statt einer zwei Colas bildet. Ist die Pflanze gesund und wächst zügig, steckt sie das meist gut weg – machst du es aber unvorsichtig, kann es sie stressen und das Wachstum bremsen.

Erfahrene Grower raten von aggressivem Training bei Autoflowers ab, etwa vom Main-Lining, weil die Pflanze sich davon erst nach mehreren Wochen Wachstum erholen würde – Zeit, die sie nicht hat.

Welche Töpfe eignen sich für Autoflowers?

Autoflowers brauchen große, weiße Töpfe, und zwar aus zwei Gründen:

1- Große Töpfe, weil man Automatiks nicht umtopft: Sie beginnen schon fast während des Wachstums zu blühen, und bei ihrem kurzen Leben solltest du sie nicht unnötig stressen, sonst leidet der Ertrag. Außerdem hören Autoflowers auf zu wachsen und gehen in die Blüte, sobald die Wurzeln am Topfboden ankommen.

2- Weiße Töpfe, wenn du outdoor growst: So heizt die Sonne sie nicht auf, die Wurzeln bleiben kühler und werden nicht zum Nährboden für Pilze.

Welche Erde brauchen Autoflowers?

1- Luftiges Substrat: Die Erde sollte locker und keinesfalls verdichtet sein, damit sich die Wurzeln frei ausbreiten und gut mit Sauerstoff versorgt werden.

2- Perlit: Misch Perlit unters Substrat. Das verbessert Belüftung und Drainage und die Wurzeln fühlen sich wohl.

3- Dünger: Automatiks brauchen meist weniger Dünger als feminisierte photoperiodische Sorten, eine schwach vorgedüngte Light-Erde ist also perfekt. Du kannst aber auch eine stärker vorgedüngte Erde nehmen, die alle nötigen Nährstoffe mitbringt.

Wenn du zum ersten Mal Automatiks growst, lass den Samen keimen, setz ihn direkt in seinen endgültigen Topf und verzichte auf jede Technik – so siehst du in Ruhe, wie sich der Grow entwickelt. Für Einsteiger sind diese Sorten ideal.