Zwitter in der Blüte: Bananen zupfen, früher ernten oder raus damit? Und was ist mit ihren Samen?
ANBAU

Zwitter in der Blüte: Bananen zupfen, früher ernten oder raus damit? Und was ist mit ihren Samen?

Je nachdem, wann der Zwitter auftaucht, ist eine andere Reaktion richtig. Und warum seine Samen zwar keimen, aber fast nie eine gute Idee sind.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Was du mit einer Cannabis-Zwitterpflanze machst, hängt davon ab, wann sie auftaucht und wie viele männliche Blüten sie hat: zu Beginn der Blüte raus damit, mitten in der Blüte bei wenigen „Bananen“ zupfen und bei vielen entfernen, kurz vor Schluss notfalls früher ernten. Und ihre Samen? Die keimen zwar, lohnen sich aber fast nie, weil sie die Neigung zum Zwittern weitergeben. Zwitter, also Hermaphroditen, bilden männliche und weibliche Organe und können sich selbst und die Nachbarpflanzen bestäuben.

Das Ergebnis: Buds voller Samen, weniger Wirkung und weniger Ertrag.

Zwitter im Grow: Was tun?

Zwitterpflanzen können für deinen Grow zum echten Problem werden, weil sie Qualität und Ertrag runterziehen. Entscheidend ist, sie früh zu erkennen, bevor sie sich selbst oder andere Pflanzen in der Nähe bestäuben. Hier erfährst du, wie du reagierst, wenn du einen Zwitter entdeckst, und welche Lösungen es gibt.

So erkennst du eine Zwitterpflanze

Ab Beginn der Blüte solltest du deine weiblichen Pflanzen regelmäßig und genau nach männlichen Blüten absuchen. Die erkennst du meist leicht an ihrer knallgelben Farbe und der länglichen Form, die an kleine Bananen erinnert. Bei der Gelegenheit kannst du gleich nach Schädlingen, Insekten, Milben oder Schimmel schauen, das hält den ganzen Grow gesund.

Zwitter in der Blüte: Bananen zupfen oder Pflanze raus?

Zeigt eine Pflanze gleich zu Beginn der Blüte männliche und weibliche Blüten, nimmst du sie am besten sofort aus dem Growraum. Sie wird sich sehr wahrscheinlich selbst bestäuben und auch die Pflanzen drumherum erwischen, und dann leidet die ganze Ernte.

Taucht der Zwitter dagegen mitten in der Blüte auf, hast du je nach Ausmaß zwei Optionen:

1. Nur ein paar männliche Blüten:

Hat die Pflanze nur wenige männliche Blüten, kannst du versuchen, sie mit einer Pinzette zu entfernen. Kontrollier sie dann jeden Tag, damit keine neuen nachkommen. Das funktioniert, solange du die Lage im Griff behältst und die männlichen Blüten keinen Pollen freisetzen.

2. Viele männliche Blüten:

Bildet die Pflanze eine ganze Menge männlicher Blüten, gehst du auf Nummer sicher und nimmst sie komplett aus dem Growraum. Männliche Blüten geben leicht Pollen ab, und das trifft dann nicht nur diese Pflanze, sondern alle drumherum: Ernte voller Samen, Qualität im Keller.

Zwitter kurz vor der Ernte: früher ernten oder zupfen?

Wird die Pflanze erst in der letzten Blütephase zum Zwitter, hast du zwei Möglichkeiten:

  • Sofort ernten: Sind schon einige oder viele männliche Blüten da, erntest du am besten so schnell wie möglich, bevor sie Pollen freisetzen und die Ernte ruinieren.
  • Männliche Blüten von Hand entfernen: Findest du nur eine oder zwei, kannst du sie abzupfen und die Pflanze bis zum optimalen Erntezeitpunkt weiterreifen lassen.

Sind Samen von Zwitterpflanzen keimfähig? Lohnt es sich, sie anzuziehen?

Viele Grower haben irgendwann mit Zwittern im Garten zu tun. Die bestäuben meist sich selbst, können aber auch Nachbarpflanzen erwischen. Wenn du Samen in deinen Buds findest, fragst du dich vielleicht, ob die keimen und ob es sich lohnt, sie anzuziehen. Hier die Antworten und was es bedeutet, mit Samen von Zwitterpflanzen zu arbeiten.

Keimen Samen von Zwitterpflanzen?

Ja, Samen von Zwitterpflanzen sind keimfähig, sie können also keimen und wachsen. Sehr wahrscheinlich bringen sie aber auch wieder Zwitter hervor.

Diese Pflanzen haben dann die genetische Neigung, männliche und weibliche Blüten zu bilden. Das kann die Qualität der Buds ruinieren, weil sie sich wahrscheinlich bestäuben, Samen bilden und den Wert deiner Ernte drücken.

Zwitter bestäubt Weibchen: Werden die Samen auch Zwitter?

Wenn ein Zwitter weibliche Pflanzen in der Nähe bestäubt, können auch die Samen daraus Ärger machen. Aus ihnen können sowohl Weibchen als auch Zwitter wachsen. Nur: Echte Weibchen und Zwitter kannst du erst unterscheiden, wenn sie blühen. Bis dahin hast du schon Zeit, Mühe und Material in sie gesteckt, ohne zu wissen, was sie wirklich taugen.

Sobald sie blühen, bilden manche vielleicht männliche Blüten, und dann musst du ständig kontrollieren und zupfen, damit nichts bestäubt wird. Das ist anstrengend und oft vergeblich, weil die männlichen Blüten ihren Pollen freisetzen können, bevor du sie erwischst.

Lohnt es sich, Samen von Zwitterpflanzen zu keimen?

In den meisten Fällen nicht. Klar, aus diesen Samen wachsen Pflanzen, aber das Risiko, dass es wieder Zwitter werden und deine Ernte ruinieren, ist hoch. Einen Zwitter durch ständiges Abzupfen männlicher Blüten im Zaum zu halten, ist mühsam und bringt oft nichts.

Viel einfacher und effektiver: Starte mit regulären Samen und sortier die Männchen aus, oder nimm feminisierte Samen oder Stecklinge mit erprobter Qualität. Das gibt dir mehr Sicherheit und spart Zeit und Nerven, weil du dir um plötzliche männliche Blüten und die Folgen kaum Sorgen machen musst.