
Cannabis anbauen nach Breitengrad: Wann du wo pflanzen solltest
Nordhalbkugel, Tropen oder Südhalbkugel: Wie die Tageslänge deinen Outdoor-Kalender bestimmt und welche Sorten wo am besten laufen.
Cannabis anbauen nach Breitengrad: der komplette Guide
Wann du Cannabis pflanzt, hängt davon ab, wo du lebst: Der Breitengrad bestimmt die Tageslänge und damit, wann deine Pflanzen wachsen und wann sie blühen. Auf der Nordhalbkugel säst du im Frühjahr und erntest im Herbst, in den Tropen geht es fast das ganze Jahr, und auf der Südhalbkugel ist alles um ein halbes Jahr verschoben.
Wenn du mit dem Anbau anfängst, gibt es jede Menge zu bedenken: den richtigen Platz, das passende Werkzeug, die Sorten, die dir schmecken. Ein Faktor wird aber gern übersehen, obwohl jeder Grower ihn vor dem Start kennen sollte: der Breitengrad, also schlicht der Ort, an dem du lebst.
Der Breitengrad bestimmt direkt die Photoperiode, also wie viele Stunden Licht und Dunkelheit ein Tag hat. Außerdem legt er die großen Klimazonen der Erde fest.
Cannabis ist eine einjährige Pflanze: Sie keimt, blüht und wird innerhalb eines Jahres geerntet, und alle Phasen hängen an der Photoperiode. Daraus folgt, dass je nach Lage auf dem Globus andere Monate für den Anbau empfohlen werden. Für den Überblick teilen wir die Welt in drei Zonen: Nordhalbkugel, Tropenzone und Südhalbkugel.

Cannabis anbauen auf der Nordhalbkugel
Dazu gehört alles nördlich des Äquators, also auch Deutschland. Den längsten Tag des Jahres (Sommersonnenwende) gibt es zwischen dem 20. und 23. Juni, den kürzesten (Wintersonnenwende) zwischen dem 20. und 23. Dezember. Tag und Nacht sind gleich lang (Tagundnachtgleiche) um den 20. März und den 22. September.
Als Beispiel für den Anbau nehmen wir zwei Regionen: die Iberische Halbinsel und die Kanarischen Inseln.
Cannabis auf der Iberischen Halbinsel
Sie liegt zwischen 36 und 44 Grad Nord. Dort lassen sich fast alle Cannabissorten unter perfekten Bedingungen anbauen. Probleme machen höchstens die äquatornahen Sativas, die erst Ende November oder sogar im Dezember fertig blühen.
Die besten Monate zum Aussäen sind dort März, April, Mai und Juni. Wer im Juli oder August noch säen will, sollte auf Autoflowers setzen.
Für den Anbau auf dem Balkon oder in Töpfen sind April und Mai die idealen Monate für früh blühende Sorten. Im Juni kannst du säen, wenn du die Höhe im Zaum halten oder die Anbauzeit von sativalastigen Sorten verkürzen willst. Denk dran: Cannabis beendet seinen Zyklus im Herbst. Je nach Breitengrad solltest du also schnellere Sorten wählen, die du vor Kälte und Dauerregen ernten kannst. Weiter nördlich, etwa in Deutschland, startet die Outdoor-Saison wegen der Spätfröste außerdem später.
Welche Sorten passen auf die Kanaren?
Die Inseln liegen zwischen 27°37' und 29°25' Nord. Das Klima ist überwiegend subtropisch, kann aber je nach Höhe und Nord- oder Südseite schwanken, abgesehen von ein paar kühleren Mikroklimata. Je nach Sorte und gewünschter Qualität wird von März bis Juni gesät, und von September bis November für eine Ernte im März.
Cannabis anbauen in der Tropenzone
Das ist der Gürtel zwischen dem nördlichen und dem südlichen Wendekreis. Hier schwankt die Photoperiode übers Jahr nur wenig.
Je näher du an die Wendekreise kommst, desto größer wird der Unterschied: maximal etwa zweieinhalb Stunden Tageslicht, je nach Kalender und je nachdem, ob du nördlich oder südlich des Äquators bist. Ein Beispiel: Am nördlichen Wendekreis liegen die Monate mit dem meisten Licht (13 Stunden) zwischen Mai und August, am südlichen Wendekreis zwischen November und Februar.
Wegen dieser Photoperiode kannst du dort das ganze Jahr über anbauen, und die Pflanzen verhalten sich praktisch wie Autoflowers: Sie gehen in die Blüte, sobald sie reif genug sind.
Ein Problem können die Niederschläge sein. Deshalb solltest du Trocken- und Regenzeit im Blick haben, um den Erntemonat gut zu wählen. In der Blüte sollten die Pflanzen möglichst keinen direkten Regen abbekommen. Ein lichtdurchlässiges Dach löst das Regenproblem, allerdings führt ein dauerhaft „bewölkter“ Himmel auch zu kleineren Ernten.
In den Tropen wachsen Indicas nicht so kräftig wie in Regionen weiter weg vom Äquator. Für Sativas, lokale Landsorten oder kommerzielle Sorten mit tropischer Genetik sind die Bedingungen dagegen ideal.

Cannabis anbauen auf der Südhalbkugel
Das ist alles südlich des Äquators, und hier läuft der Kalender genau andersherum. Der 21. Dezember ist dort der Tag mit dem meisten Licht im Jahr, danach werden die Tage kürzer. Der kürzeste Tag kommt am 21. Juni mit der Wintersonnenwende. Am 21. März und am 21. September sind Tag und Nacht gleich lang: Das sind dort die Herbst- und die Frühlings-Tagundnachtgleiche.
Welche Samen passen nach Argentinien, Chile und Südafrika (33 bis 50 Grad Süd)?
Wann der beste Zeitpunkt zum Starten ist, hängt hier von der Höhenlage und vom Frostrisiko bei Aussaat oder Ernte ab, je nach Region. Und du musst die Sorte passend zum gewählten Monat aussuchen.
Erfahrene Grower, die große Pflanzen wollen, säen dort am besten im September und Oktober. Wer einen kürzeren Zyklus möchte, kann zu Autoflowers greifen: Weil sie so schnell sind, gibt es weniger Ärger mit Salzansammlungen oder Schädlingen, die bei photoperiodischen Sorten über einen Gesamtzyklus von 5 bis 9 Monaten auftreten können. Behalte aber das Wetter im Auge, denn Frost ist dann immer noch möglich.
Wer niedrige Temperaturen umgehen will, startet am besten im November oder Dezember. Bei 14 bis 15 Stunden Sonne entwickeln sich die Pflanzen dann prächtig und werden unter guten Bedingungen ordentlich groß.
Der Januar ist ideal, wenn du Sativas anbauen willst, die nicht höher als 250 cm werden sollen. Indicas gehen auch, sie bleiben dann zwar kleiner, entwickeln sich aber einwandfrei. Autoflowers kannst du sogar bis Ende Februar starten, und in diesem Monat lassen sich auch Sorten mit tropischer Genetik beginnen.

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