Cannabis bei Neurodermitis: Was Hanfsamenöl und CBD-Creme bringen können
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Cannabis bei Neurodermitis: Was Hanfsamenöl und CBD-Creme bringen können

Fettsäuren für die Hautbarriere, Cannabinoide gegen Entzündung: was die Forschung zu Cannabis und atopischer Dermatitis bisher zeigt.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Bei Neurodermitis (atopischer Dermatitis) könnte Cannabis auf zwei Wegen helfen: Hanfsamenöl versorgt die trockene Haut mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren, und Cannabinoide wie CBD greifen in das Endocannabinoid-System der Haut ein, das Entzündungen und Juckreiz mitsteuert. Erste Studien, etwa ein kleiner Versuch mit CBD-Creme von 2019, deuten auf weniger Beschwerden hin, belastbare große Studien fehlen aber noch. Neurodermitis, oft einfach Ekzem genannt, ist eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit, die weltweit Millionen Menschen betrifft und mit starkem Juckreiz, Rötungen und trockener Haut den Alltag ziemlich vermiesen kann. Viele Betroffene suchen nach natürlichen Alternativen, weil die gängigen Therapien Nebenwirkungen haben.

Hier kommt Cannabis ins Spiel. Seine Wirkstoffe, die Cannabinoide, zeigten in Labor- und ersten klinischen Studien entzündungshemmende, schmerzlindernde und juckreizstillende Eigenschaften.

Aber was genau haben Cannabis und Neurodermitis miteinander zu tun? Schauen wir uns an, wie Cannabinoide die Hautkrankheit beeinflussen könnten und was die Forschung dazu sagt.

Tiegel mit CBD-Creme

Hanfsamenöl bei Hautkrankheiten

Öle und rückfettende Mittel wie Vaseline, Bienenwachs, Mandelöl, Olivenöl oder synthetische Präparate können die Beschwerden bei Psoriasis und Dermatitis lindern. Bei beiden Krankheiten ist die Haut extrem trocken, deshalb sind Produkte, die Feuchtigkeit spenden und weitere Reizungen verhindern, ein zentraler Teil der Behandlung.

Bei Ekzemen und Psoriasis entsteht die Trockenheit, weil die Haut zu viel Wasser über die Oberfläche verliert (transepidermaler Wasserverlust). Die anhaltende Entzündung schwächt außerdem die Barrierefunktion der Haut, die normalerweise Durchlässigkeit und Verdunstung reguliert.

Hanfsamenöl kann hier zusammen mit anderen Naturölen eine sinnvolle Option sein. Es ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFAs), die Studien zufolge Juckreiz und Hautentzündungen besser lindern können als Pflegeprodukte mit wenig PUFAs. Besonders Linolsäure gilt als vielversprechend, aber auch andere PUFAs werden untersucht.

Warum tut Hanfsamenöl der Haut gut?

Hanfsamenöl spendet nicht nur direkt Feuchtigkeit, es enthält auch Stoffe, die helfen könnten, das zugrunde liegende Ungleichgewicht bei Hautkrankheiten wie Psoriasis und Dermatitis in den Griff zu bekommen.

Das Öl liefert der Haut reichlich Nährstoffe, kann ihre Gesundheit verbessern, die Barrierefunktion stärken und Reizungen und Entzündungen mildern.

Mit Hanfsamenöl in der Hautpflege lassen sich Trockenheit und Entzündung gezielt angehen, was Betroffenen spürbar Erleichterung bringen kann. Dieser natürliche, pflegende Ansatz findet immer mehr Beachtung und gilt als vielversprechende Ergänzung bei der Behandlung von Hautkrankheiten.

Creme bei Neurodermitis: Was Cannabinoide für die Haut tun können

Ekzeme und Psoriasis sprechen Studien zufolge gut auf Behandlungen an, die reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind. PUFAs gibt es aus vielen Quellen, Hanfsamenöl ist dabei eine besonders reichhaltige mit meist günstigem Fettsäureverhältnis.

Cannabinoide wiederum kommen vor allem in der Cannabispflanze vor, und die Forschung deutet darauf hin, dass sie chronische Hautkrankheiten beeinflussen könnten. Sie sind an der Regulierung von Entzündungen beteiligt, und genau das scheint der Schlüssel für ihre mögliche Wirkung bei Ekzemen und Psoriasis zu sein.

Der Magen-Darm-Trakt ist wie die Haut eine der wichtigsten physischen Barrieren des Immunsystems und voller Cannabinoid-Rezeptoren. Eine Arbeit von 2009 zeigt, dass auch die Haut ein eigenes Endocannabinoid-System hat. Es hilft, die Bildung verschiedener Hormone und Proteine zu regulieren, darunter Zytokine, die an der Immunantwort beteiligt sind, und steuert Zellprozesse wie Teilung, Differenzierung und Apoptose (programmierter Zelltod).

Gerät dieses Endocannabinoid-System aus dem Gleichgewicht, könnte das bei chronischen Hautkrankheiten wie Psoriasis und Ekzemen eine Rolle spielen. Gezielte Therapien auf Cannabinoid-Basis könnten helfen, diese Erkrankungen besser in den Griff zu bekommen.

Cannabis auf der Haut: Was sagt die Forschung?

In einer 2007 veröffentlichten Laborstudie hemmten THC, CBD, CBN, CBG und Anandamid in gewissem Maß die Vermehrung von Keratinozyten, den Hornzellen der Oberhaut. Da eine überschießende Keratinozyten-Bildung bei Psoriasis eine Rolle spielt, sprechen diese Ergebnisse dafür, Cannabinoid-Therapien gegen diese Krankheit weiter zu erforschen.

Außerdem wurden Cannabinoid-Rezeptoren in den feinsten Nervenfasern gefunden, die die Haarfollikel versorgen, und es zeigte sich, dass Keratinozyten Anandamid, das häufigste Endocannabinoid, binden und verstoffwechseln.

Unterm Strich könnten Cannabinoide und PUFAs eine wichtige Rolle bei chronischen Hautkrankheiten wie Psoriasis und Ekzemen spielen. Weitere Forschung und neue Therapien auf Basis dieser Stoffe könnten Betroffenen künftig zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten bieten.

CBD bei Psoriasis und Neurodermitis: die klinische Studie von 2019

Eine klinische Studie von 2019 untersuchte die Wirkung einer CBD-Creme bei Patient:innen mit Psoriasis und Neurodermitis. Die Creme enthielt neben CBD auch andere Naturstoffe wie Kamille, Ringelblume und Lavendel, aber kein THC. In Cremes wird statt reinem CBD-Isolat meist eine Kombination mit anderen Pflanzenstoffen empfohlen, weil sich die Wirkungen ergänzen sollen.

Cannabisblüte in der Blütephase

Ergebnisse der Studie

Nach der Behandlung mit der CBD-Creme verbesserten sich Hautwerte und Beschwerden deutlich. Reizungen oder allergische Reaktionen wurden während der Behandlung nicht dokumentiert.

Die äußerliche Anwendung der THC-freien CBD-Salbe erwies sich in dieser Studie als schonende und gut verträgliche Option, die die Lebensqualität bei einigen Hautkrankheiten verbessern könnte, vor allem bei solchen mit entzündlichem Hintergrund.

Beobachtete Verbesserungen

  • Hautfeuchtigkeit: Nach der Anwendung der CBD-Creme stieg die Feuchtigkeit der Haut bei den Teilnehmenden deutlich an.
  • Hautelastizität: Auch die Elastizität verbesserte sich spürbar, ein weiteres typisches Problem bei Neurodermitis.

Fazit: Hilft Cannabis bei Neurodermitis?

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass eine CBD-Creme mit weiteren Naturstoffen eine Option bei Hauterkrankungen wie Psoriasis und Neurodermitis sein könnte. Es war allerdings eine kleine Studie ohne Kontrollgruppe, deshalb solltest du vor dem Einsatz mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt sprechen. Patient:innen berichteten von mehr Lebensqualität ohne Nebenwirkungen, was das Potenzial von CBD in der Hautpflege unterstreicht.