Cannabis-Bier: Wie es schmeckt, was drin ist und wie du es selber braust
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Cannabis-Bier: Wie es schmeckt, was drin ist und wie du es selber braust

Die argentinische Craft-Brauerei Bierhaus braut Lager und IPA mit Cannabis-Terpenen statt THC. Dazu: was Bier mit THC ausmacht und ein Rezept für zu Hause.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Cannabis-Bier aus dem Handel enthält meist weder THC noch CBD, sondern nur Cannabis-Terpene: Es schmeckt und riecht nach Gras, macht aber nicht high. Selbst gebrautes Bier mit Cannabis kann dagegen THC enthalten und wirkt dann zusammen mit dem Alkohol deutlich stärker. Die Kategorie wächst, und Fragen wie „Wie wirkt Cannabis-Bier?“ oder „Wie braut man Bier mit Gras?“ kommen ständig.

Damit man weiß, wie gutes Cannabis-Bier schmeckt, mischt auch Bierhaus mit, die führende Craft-Beer-Marke Argentiniens. 2022 brachte die Brauerei mit Chalaland ihr erstes IPA mit Cannabis-Terpenen heraus, danach folgte als zweites das Chalalager („Chala“ ist argentinischer Slang für Gras). Bierhaus verkauft über 14 Biersorten, und 5 % der gesamten Produktion entfallen auf Cannabis-Bier.

Cannabis-Bier von Bierhaus: Wie die Biere ankommen

Chalaland, 2022 auf den Markt gekommen, übertraf die Erwartungen: Über 50.000 Dosen wurden in nur fünf Monaten verkauft. Mit Chalalager will Bierhaus seine Position ausbauen, mit einem Bier, das das Beste vom Bier mit (fast) allem Guten vom Cannabis verbindet.

Ein Grund für den Erfolg: Diese Craft-Biere enthalten weder THC noch CBD, man genießt also den Cannabis-Geschmack ohne Risiko. Bierhaus will damit nicht nur die Kundschaft zufriedenstellen, sondern auch neue Wege bei Getränken gehen.

Das neue Cannabis-Bier: Chalalager

Chalalager ist hellgelb, klar und glänzend. Es trinkt sich weich, süffig und erfrischend und hat wenig Alkohol (4,2 % Vol.; 15 IBU). Das mäßige, harzige und kräuterige Aroma, typisch für Cannabis, passt zum Geschmack: grasig im Wortsinn, harzig, kräuterig und leicht zitrusartig.

Mit mittlerer bis niedriger Bittere, schlankem Körper und trockenem Abgang mit langem Cannabis-Nachgeschmack ist dieses Bier ideal für einen sonnigen Nachmittag mit Freunden oder zu einer guten Pizza Margherita.

Was steckt in Craft-Bier mit Cannabis?

José Bini, Mitgründer und Braumeister von Bierhaus, betont, dass die Cannabis-Biere der Marke kein THC und kein CBD enthalten, sondern Terpene. Die sorgen für einen Geschmack wie Cannabis, ohne dass sich am Bewusstsein irgendetwas ändert.

Chalalager gibt es in 473-ml-Dosen oder 50-Liter-Fässern, im Onlineshop von Bierhaus sowie in Bars, Fachgeschäften und Supermärkten in ganz Argentinien. Die erste Charge umfasste 6.000 Liter, der empfohlene Preis lag zum Start bei 619 argentinischen Pesos pro Dose.

Bier mit THC: Was Alkohol und Cannabis zusammen machen

Enthält ein Cannabis-Bier tatsächlich THC, wie manche selbst gebrauten Varianten, ist es kein harmloses Craft-Bier mehr. Das solltest du wissen, bevor du es probierst:

Alkohol verstärkt das THC:

Alkohol und THC verstärken sich gegenseitig: Der Rausch wird stärker und schwerer einzuschätzen als bei einem der beiden allein. Wenn überhaupt, dann wenig trinken, langsam machen und nicht nachlegen.

Die Wirkung kommt verzögert:

Wer sonst beim Bier einen Joint raucht, sollte wissen: Im Bier wird das THC geschluckt, wie bei einem Edible. Die Wirkung setzt später ein, ist stärker und hält länger an, und wer zu früh die nächste Flasche aufmacht, merkt das erst, wenn es zu spät ist.

Entspannung mit Haken:

THC und Alkohol wirken beide auf das Dopamin und auf die GABA-Rezeptoren, die an der Angstregulation beteiligt sind, deshalb empfinden manche die Kombi als entspannend. Weil sie sich aber so schlecht dosieren lässt, taugt sie nicht als Mittel gegen Stress.

Cannabis-Bier selber brauen: Schritt für Schritt

Cannabis-Bier zu brauen ist ein spannendes Projekt, bei dem klassisches Brauhandwerk auf Cannabis trifft.

So braust du dein eigenes Cannabis-Bier:

  • Malz schroten: Füll die Malzkörner in einen Gefrierbeutel.
    Klopf mit einem Nudelholz leicht drauf, sodass die Spelzen aufbrechen, ohne die Körner ganz zu zerdrücken.
  • Maischen: Gib 2 Liter Wasser in einen 30-Liter-Topf.
    Erhitze es und bring es mit einem Thermometer auf 66 bis 68 °C.
    Gib das geschrotete Malz dazu und lass es 30 Minuten ziehen, gelegentlich umrühren.
  • Abseihen: Stell ein Sieb über eine große Schüssel und gieß die Maische durch.
    Wirf die Körner weg und gib die abgeseihte Flüssigkeit zurück in den 30-Liter-Topf.
  • Malzextrakt dazugeben: Rühr den hellen Malzextrakt ein, bis er sich vollständig gelöst hat. Füll den Topf auf insgesamt 6 Liter auf.
  • Hopfen: Gib den Hopfen in einen Musselinbeutel und verschließ ihn.
    Leg den Beutel in den Topf und bring alles zum Kochen. Dreh die Hitze runter und lass es eine Stunde köcheln, gelegentlich umrühren. Nimm den Topf vom Herd, hol den Hopfen raus und lass alles vollständig abkühlen.
  • Desinfizieren und umfüllen: Desinfiziere und spül Schlauch und Gärbehälter nach Herstellerangaben. Zieh die Flüssigkeit mit dem Schlauch aus dem Topf in den Gäreimer.
  • Hefe zugeben: Gib das Päckchen langsam gärende Hefe in den Eimer.
    Die Gärung setzt ein, und nach etwa 24 Stunden sollte sich eine Schaumschicht bilden.
  • Musselinbeutel sterilisieren: Während sich der Schaum bildet, kochst du den zweiten Musselinbeutel 10 Minuten lang aus. Nimm ihn raus und lass ihn so weit abkühlen, dass du ihn gefahrlos anfassen kannst.
  • Das Gras dazu: Gib die gemahlenen, bereits decarboxylierten Blüten in den noch warmen Beutel und verschließ ihn. Leg den Beutel in den Gäreimer und mach den Deckel zu.
  • Die Gärung machen lassen: Die Hefe arbeitet die nächsten zehn Tage und macht aus der Mischung Bier. Schwenk den Eimer jeden Tag leicht, um das gemahlene Cannabis zu bewegen.
  • Abfüllen: Nach zehn Tagen kommt der spannende Teil: das Abfüllen. Nimm den Beutel mit dem Gras aus dem Eimer und füll das Bier über den Zapfhahn in Flaschen. Verschließ die Flaschen mit einem Kronkorkenverschließer und stell sie kalt.

Fertig ist dein selbst gebrautes Cannabis-Bier! Trink verantwortungsvoll und teil es mit Freunden, die die besondere Geschmackskombi zu schätzen wissen.

Ganz wichtig: Wie bei jedem Produkt mit Cannabis gilt auch beim Cannabis-Bier, verantwortungsvoll zu konsumieren und auf die Menge zu achten. Wie viel THC in einem selbst gebrauten Bier steckt, lässt sich zu Hause nicht bestimmen: Fang mit einem kleinen Schluck an, warte ab und denk an mögliche Wechselwirkungen mit anderen Substanzen oder Erkrankungen.