Cannabis und Depression: Was Studien zu CBD sagen und wo die Risiken liegen
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Cannabis und Depression: Was Studien zu CBD sagen und wo die Risiken liegen

CBD wird als mögliches Antidepressivum erforscht, eine anerkannte Behandlung ist es nicht, und Cannabis hängt mit Psychosen zusammen. Was die Studien wirklich sagen.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Ob Cannabis bei Depressionen hilft, ist nicht geklärt: Beim CBD deuten erste Studien auf antidepressive und angstlösende Effekte hin, eine anerkannte Behandlung ist es aber nicht. Gleichzeitig zeigen viele Untersuchungen, dass Cannabis mit psychischen Problemen zusammenhängen kann, vor allem mit Psychosen. Für die kurz- und langfristigen Folgen für die Psyche braucht es noch deutlich mehr Forschung.

Es gibt viele, wenn auch nicht eindeutige Belege dafür, dass Cannabiskonsum bei Menschen mit genetischer Veranlagung zu psychotischen Störungen wie Schizophrenie eine Psychose früher auslösen kann. Bei Menschen, die bereits erkrankt sind, kann er die Symptome verschlimmern.

Weniger konsistent, aber vorhanden sind Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Cannabis und anderen psychischen Störungen sowie selbstverletzendem Verhalten, einschließlich Suizidgedanken und Suizidversuchen. Wer diese Zusammenhänge versteht, kann das Verhältnis von Cannabis und psychischer Gesundheit besser einordnen.

Was macht Cannabis mit der Stimmung bei Depressionen?

Eine Depression ist mehr als nur Traurigkeit. Sie ist eine affektive Störung, die Gefühle, Denken und Verhalten beeinträchtigt. Sie belastet nicht nur die Betroffenen selbst, sondern kann auch zu erheblichen Einschränkungen im Alltag führen: Freude und Interesse gehen verloren, und das schlägt auf Job und Schule durch.

Und kann Cannabis der psychischen Gesundheit überhaupt nützen? Cannabidiol (CBD), ein Inhaltsstoff der Pflanze, wird auf seine möglichen Effekte auf die Psyche untersucht: Einige Studien deuten auf Wirkungen hin, die denen von Antidepressiva und Angstlösern ähneln. Erste Untersuchungen zeigen außerdem, dass CBD mit Rezeptoren im Gehirn interagiert, die mit Depression, Angst und Stress in Verbindung stehen.

Forschende des Research Institute on Addictions (RIA) der University at Buffalo haben Studien durchgeführt, die darauf hindeuten, dass chronischer Stress und Depression über das Endocannabinoid-System behandelbar sein könnten.

Das Gehirn produziert eigene Endocannabinoide, die CB1-Rezeptoren im zentralen Nervensystem (ZNS) und im peripheren Nervensystem (PNS) aktivieren. Die Cannabinoide aus der Pflanze wirken auf dieselben Rezeptoren, und deshalb wird ihre Rolle bei affektiven Störungen erforscht.

Drogeninduzierte Psychose: was eine Studie aus Dänemark zeigt

Neuere Forschung aus Dänemark hat ein spezielles Phänomen beleuchtet: die cannabisinduzierte Psychose, eine kurz andauernde psychotische Störung, die mit Cannabiskonsum zusammenhängt. Sie ist selten, landesweit gibt es etwa 100 neue Fälle pro Jahr, und scheint deutlich zurückzugehen, wenn die Betroffenen mit dem Kiffen aufhören.

Die Ergebnisse zeigten aber auch beunruhigende Zahlen:

  • Drei Viertel der Betroffenen bekamen im folgenden Jahr eine neue psychotische Störung diagnostiziert.
  • Fast die Hälfte litt drei Jahre später noch immer an einer psychotischen Störung.

Das legt nahe, dass bei fast der Hälfte der Menschen mit diagnostizierter Cannabis-Psychose die ersten Anzeichen einer länger andauernden psychotischen Erkrankung wie Schizophrenie zu sehen sein könnten.

Diese Gruppe könnte besonders empfindlich auf Cannabis reagieren, und für sie ist es besonders wichtig, künftig die Finger davon zu lassen. Die Daten sind vorläufig, helfen aber, den Zusammenhang zwischen Cannabis und psychotischen Störungen besser zu verstehen, und zeigen, dass hier mehr Forschung nötig ist.

Cannabis-Psychose: Wer ist besonders gefährdet?

Der Zusammenhang zwischen Cannabis und psychischen Erkrankungen ist ein spannendes Forschungsfeld, das sich ständig weiterentwickelt. Er zeigt sich häufiger bei Menschen, die bereits psychische Symptome haben, ganz verstanden ist er aber noch nicht.

Mehrere Faktoren machen das Ganze kompliziert: wie viel und wie oft konsumiert wird, wie stark das THC ist, welches Produkt es ist und wie alt jemand beim ersten Konsum war. Dazu kommen Genetik, Traumata und Stress, die sowohl beeinflussen, ob jemand kifft, als auch, wie es um die psychische Gesundheit steht.

Welche psychischen Störungen hängen mit Cannabis zusammen?

Studien deuten darauf hin, dass Cannabiskonsum mit einem höheren Risiko für psychotische Störungen verbunden ist, vor allem bei Menschen mit familiärer Vorbelastung und anderen Risikofaktoren. Eine Cannabis-Intoxikation in hohen Dosen kann vorübergehende psychotische Episoden auslösen, die wiederum mit einem späteren Risiko für psychotische Störungen zusammenhängen könnten.

Bei anderen psychischen Störungen ist der Zusammenhang weniger klar. Einige Untersuchungen weisen auf ein höheres Depressionsrisiko bei Menschen hin, die schon als Jugendliche kiffen. Deutlicher belegt ist ein Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Suizidgedanken und suizidalem Verhalten, vor allem bei Jugendlichen und bei Militärveteranen in den USA.

Trotz dieser Ergebnisse braucht es mehr Daten aus prospektiven Langzeitstudien, um genau zu klären, wie und bei wem Cannabis die psychische Gesundheit verschlechtern kann. Nur so lassen sich Risiken und möglicher Nutzen von Cannabis für die Psyche sauber einschätzen.

Eine Cannabis-Psychose zeigt sich durch schwere Halluzinationen und Wahnvorstellungen, die meist akut auftreten, aber zeitlich begrenzt sind. Sie ist selten, braucht aber eine individuelle Behandlung, damit sich diese Episoden nicht wiederholen.

Wer genetisch zu Paranoia oder Psychosen neigt, hat ein deutlich höheres Risiko, eine Cannabis-Psychose zu entwickeln. Und wichtig: Cannabis kann auch bestehende psychotische Probleme verschlimmern. Wenn du mit Depressionen kämpfst, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt, bevor du Cannabis zur Selbstbehandlung nutzt. Und wenn Suizidgedanken dazukommen: Hol dir sofort Hilfe, zum Beispiel bei der Telefonseelsorge oder im Notfall über die 112.