Cannabis ernten zu Hause: der richtige Schnitt Schritt für Schritt
ANBAU

Cannabis ernten zu Hause: der richtige Schnitt Schritt für Schritt

Vom Check auf Schädlinge über die Wurzelspülung bis zum Schnitt: So bringst du deine Ernte sauber ein, Ast für Ast oder in einem Rutsch.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Beim Ernten zu Hause hast du zwei Wege: Du schneidest die ganze Pflanze unten am Hauptstamm ab und hängst sie kopfüber auf, oder du erntest Ast für Ast und nimmst zuerst die oberen Äste, die schneller reifen. Vorher checkst du die Pflanze auf Schädlinge und Pilze, nimmst die großen Fächerblätter ab und schneidest nur mit sauberem, desinfiziertem Werkzeug. Das braucht Geduld und Sorgfalt, belohnt dich aber mit richtig gutem Gras.

Cannabis ernten ist nicht so kompliziert, wie es klingt, aber das Timing ist alles. Es ist einer der spannendsten und wichtigsten Schritte im ganzen Grow, und ein paar Dinge solltest du vorher verstanden haben.

Als Erstes checkst du die Pflanzen auf Verunreinigungen. Von Schädlingen über Pilze bis zu allem anderen: Schau dir die Pflanzen genau an und entsorg beschädigte Teile.

Danach schneidest du die zu großen Fächerblätter ab. Sie haben viel weniger Trichome als die Blüten und die kleinen Blätter und sind deshalb schwächer. Trotzdem kannst du sie für Edibles oder andere Verarbeitungen nutzen. 

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Wurzelspülung. Die machst du zwei Wochen vor der Ernte, und sie ist ganz einfach. Du stellst jede Zugabe von Produkten und Dünger ein und gießt nur noch mit Wasser. Pass nur auf, dass du nicht überwässerst.

Erntereife Cannabisblüte
Blüte von CosechaLibre.com

Ist die Spülung durch, wird geerntet. Der genaue Zeitpunkt hängt von Standort, Jahreszeit und den Pflanzen ab, mit denen du arbeitest, aber es gibt ein paar klare Zeichen, an denen du erkennst, dass es so weit ist. 

Baust du bestimmte Sorten an, findest du die Blütezeit bei der Samenbank oder auf der Packung, denn sie unterscheidet sich je nach Sorte stark.Indica-dominante Sorten sind meist nach sieben oder acht Wochen Blüte fertig, Sativa-dominante können deutlich länger brauchen, manche sollen sogar 24 Wochen oder mehr brauchen.

Die Blüten zeigen dir selbst, wann sie reif sind. Die Trichome sollten glänzend weiß sein, und einige dürfen schon bernsteinfarben werden.

Achte außerdem auf Größe und Gewicht der Äste. Je weiter die Blüten sich entwickeln, desto schwerer werden die Äste und desto tiefer hängen sie.

Hast du die Pflanze gecheckt und sie ist bereit, geht es ans Schneiden. Ganz wichtig: Alles Werkzeug, das du beim Schneiden benutzt, muss sauber und desinfiziert sein.

Cannabispflanze kurz vor der Ernte

Ganze Pflanze oder Ast für Ast ernten?

Bei der Cannabis-Ernte kannst du abschnittsweise vorgehen, statt die ganze Pflanze auf einmal abzuschneiden. Die Blüten an den oberen Ästen reifen meist schneller. Stückweise ernten dauert etwas länger, macht den ganzen Ablauf aber viel entspannter. Am besten schneidest du zuerst die oberen Äste, damit die unteren Äste und Blüten weiter reifen können, falls sie ihr Potenzial noch nicht ausgeschöpft haben. Der Nachteil: Die Äste können dabei zu schnell trocknen.

Andere Grower ernten lieber die ganze Pflanze auf einmal und setzen den Schnitt unten am Hauptstamm. Das macht das Trimmen, also das Zurechtschneiden der Blüten, etwas mühsamer, weil sich die Blätter beim Trocknen einrollen. Dafür trocknet alles gleichmäßiger, weil die ganze Pflanze ihre Feuchtigkeit zur selben Zeit abgibt. Bei dieser Methode hängst du die komplette Pflanze kopfüber auf, damit die Trocknung gelingt. 

Die Ernte zu Hause verlangt viel Aufmerksamkeit, Sorgfalt und Geduld, aber mit dem richtigen Werkzeug und ein paar Tipps und Tricks hast du den Dreh schnell raus.

Wie oft kann man Cannabis ernten?

Cannabis wird in der Regel einmal pro Lebenszyklus geerntet, nämlich am Ende der Blütephase, wenn die Blüten reif sind. Die Pflanze durchläuft dabei mehrere Wachstumsphasen: Keimung, Wachstumsphase (vegetative Phase) und Blütephase.

In der Blütephase bildet die Pflanze die Buds, in denen die einzelnen Blüten sitzen. Sobald die Buds reif sind und die Trichome ihren optimalen Zustand erreicht haben, wird geerntet. Danach werden die Blüten getrocknet und fermentiert, bevor sie konsumiert werden. Manche Grower setzen auch gezielte Schnitte oder Teilernten ein, damit an derselben Pflanze neue Blüten nachwachsen. Das gilt aber nicht als vollständige Ernte, sondern eher als Anbaustrategie. Im Großen und Ganzen wird Cannabis einmal geerntet, am Ende der Blüte.

Wann wird Outdoor-Cannabis geerntet – in Argentinien und bei uns?

In Argentinien, woher dieser Artikel stammt, wird Outdoor-Cannabis meist im Herbst geerntet, wenn die Pflanzen ausgereift und die Blüten erntebereit sind. Auf der Nordhalbkugel ist das ebenfalls der Herbst, nur ein halbes Jahr versetzt.

Den richtigen Zeitpunkt bestimmst du, indem du dir die Blüten ansiehst und die Reife der Trichome beurteilst, also der winzigen Harzdrüsen auf den Cannabisblüten. Werden die Trichome trüb oder milchig-weiß, sind die Blüten auf dem Höhepunkt ihrer Reife und können geerntet werden.

Wichtig ist der Unterschied zwischen „Bud“ und „Blüte“: Der Bud ist die kompakte Struktur, in der die Cannabisblüten sitzen, die Blüten sind die einzelnen Gebilde, die sich an der Pflanze entwickeln. Nach der Ernte müssen die Blüten richtig getrocknet werden, damit Qualität und Potenz erhalten bleiben.

Dafür hängst du die Buds etwa zwei Wochen kopfüber an einen dunklen, kühlen und gut belüfteten Ort. So trocknen die Blüten langsam und es bildet sich kein Schimmel. Kurz gesagt: In Argentinien wird outdoor im Herbst geerntet, wenn die Buds reif und die Trichome auf ihrem Höhepunkt sind, danach werden die Blüten sorgfältig getrocknet, damit sie sich halten.

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