Cannabis bei ME/CFS: Was Patienten über Fatigue und Erschöpfung berichten
GESUNDHEIT

Cannabis bei ME/CFS: Was Patienten über Fatigue und Erschöpfung berichten

Studien gibt es kaum, Erfahrungsberichte viele: Wie Cannabis bei Schlaf, Schmerzen und Stimmung im Chronischen Fatigue-Syndrom helfen könnte.

VON CosechaLibre Redaktion3 MIN LESEZEIT

Cannabis bei Fatigue: Was bekannt ist

Ob Cannabis beim Chronischen Fatigue-Syndrom (CFS) hilft, ist kaum erforscht. Viele Betroffene berichten aber, dass es Schlafprobleme, Schmerzen und Stimmungstiefs lindert. CFS ist eine komplexe Erkrankung mit extremer Erschöpfung, die sich durch keine andere zugrunde liegende Krankheit erklären lässt.

Die Symptome von CFS beginnen oft plötzlich. Bei manchen entwickeln sie sich über Wochen oder Monate. Sie können im Laufe des Tages schwanken oder sich von Woche zu Woche verändern, zeitweise verschwinden und dann wiederkommen. Die Krankheit wird auch Myalgische Enzephalomyelitis (ME) genannt, deshalb ist oft von ME/CFS die Rede.

Was das Chronische Fatigue-Syndrom auslöst, ist nicht bekannt. Es gibt viele Theorien, von psychischem Stress bis zu Virusinfektionen. Einige Fachleute gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenkommen.

Cannabis könnte beim Chronischen Fatigue-Syndrom und seinen Symptomen helfen. Es gibt eine ganze Reihe medizinischer Sorten, die je nach Beschwerden der einzelnen Patient:innen infrage kommen.

Klinische Studien oder systematische Untersuchungen, die gezielt prüfen, ob medizinisches Cannabis die Symptome von ME/CFS bessert, gibt es kaum. Viele Patient:innen berichten aber, dass Cannabis ihnen bei bestimmten Beschwerden Linderung verschafft.

Nicht erholsamer oder gestörter Schlaf, Muskel- und Gelenkschmerzen, emotionale Schwankungen und Depressionen gehören zu den Symptomen von CFS, bei denen Patient:innen von Linderung durch medizinisches Cannabis berichten. Die meisten führen das auf Sativa-dominante Sorten mit ihrer belebenden Wirkung zurück.

Klassische Behandlungen können einige Symptome des Chronischen Fatigue-Syndroms lindern, bringen aber oft eigene Nebenwirkungen mit. Cannabis könnte nicht nur bei den CFS-Symptomen helfen, sondern auch bei den Nebenwirkungen dieser Behandlungen.

Einige Studien deuten darauf hin, dass Cannabis Schlafmangel bessern kann: Selbst wenn der REM-Schlaf (die Traumphase) kürzer wird, könnte Cannabis den Tiefschlaf verlängern, und Betroffene berichten, dass sie sich insgesamt frischer fühlen.

Ein weiterer möglicher Vorteil betrifft chronische Schmerzen. Patient:innen berichten, dass Cannabis ihnen bei verschiedenen Schmerzarten hilft, auch bei neuropathischen Schmerzen, die durch eine Störung oder Verletzung der Nerven entstehen.

Andere Studien deuten darauf hin, dass Cannabis bei kognitiven Einschränkungen und Depressionen helfen könnte, abhängig davon, wie regelmäßig und in welcher Dosis es genommen wird, und von Umwelt- und genetischen Faktoren.

Häufig kommt die Müdigkeit auch von Medikamenten, die jemand schon wegen einer anderen Erkrankung nimmt. Steroide, Antidepressiva und Beruhigungsmittel zum Beispiel können unterschiedlich stark müde machen.

Weitere Beschwerden, bei denen Betroffene von Linderung durch Cannabis berichten: Erschöpfung, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschwäche, und manche fühlen sich insgesamt energiegeladener.

Am sinnvollsten ist es, bei Fatigue erst die eigentliche Ursache zu finden und diese gezielt zu behandeln. Oft heißt es, Sativa-dominante Hybride und reine Sativas eigneten sich wegen ihrer belebenden, geistig anregenden Wirkung am besten bei Fatigue. Häufig genannte Sorten sind Super Silver Haze, Jack Herer und Green Crack. Aber Vorsicht: Bei ME/CFS kann schon leichte Überanstrengung die Symptome tagelang verschlimmern (Belastungsintoleranz), ein künstlicher Energieschub ist hier also nicht automatisch etwas Gutes. 

Rauchen ist zwar eine verbreitete Form, medizinisches Cannabis bei chronischer Fatigue zu nehmen, aber nicht die einzige. Viele Patient:innen greifen auch zu Kapseln, Tinkturen, Vaporizern oder Edibles.

Es gibt viele Informationen über medizinisches Cannabis, seine Anwendungen und möglichen Vorteile. Wenn du es aber gegen Beschwerden oder eine Erkrankung einsetzen willst, sprich unbedingt mit einer Fachperson, denn jeder Körper ist anders, und was einer Person hilft, muss einer anderen nicht guttun.