
Cannabis-Pollen sammeln und lagern: So erhältst du deine Genetik
Pollen zu sammeln und zu lagern ist der Weg, die originale Genetik einer Mutterpflanze zu erhalten – ohne gleich den ganzen Grow zu besamen.
Um Cannabis-Pollen zu sammeln, schneidest du ein Büschel männlicher Blüten ab, sobald die Pollensäcke aufgehen, lässt es warm, trocken und dunkel nachtrocknen, schüttelst es über einem feinen Sieb auf Backpapier aus und lagerst den getrockneten Pollen luftdicht und kühl. Für viele Grower ist Pollen ein Albtraum: Wer für den eigenen Konsum anbaut, will ihn auf keinen Fall im Grow haben. Wer aber eigene Sorten kreuzen oder Genetik erhalten will, kommt an ihm nicht vorbei.
Dazu kommt ein Begriffschaos, das vor allem Einsteiger verwirrt: In der Szene heißt auch eine Sorte gesiebtes Harz „Pollen“ – und der wird gern mit Haschisch und mit echtem Pflanzen-Pollen durcheinandergeworfen. Die drei haben Gemeinsamkeiten, sind aber nicht dasselbe.
„Pollen“ als Harz: Was ist das?
Im Szene-Sinn ist „Pollen“ das Harz, das die Pflanze abgibt: das Pulver, das entsteht, wenn du getrocknetes Pflanzenmaterial über ein Sieb reibst – also im Grunde Kief bzw. Dry Sift. Sein THC-Anteil liegt meist deutlich über dem von gepresstem Hasch.

Was echter Cannabis-Pollen macht
Weibliche Pflanzen sind beliebter als Männchen, weil nur sie die Blüten voller Trichome und Harz bilden, die geerntet und geraucht, verdampft oder zu Edibles und anderen Produkten verarbeitet werden. Harzige, wirkstoffgeladene Buds gibt es aber nur, wenn die Weibchen nicht bestäubt wurden.
Die Aufgabe der Männchen ist es, Pollen in die Luft abzugeben, um die Weibchen zu befruchten. Ist das passiert, kannst du dich von Top-Buds fürs Glas verabschieden.
Werden weibliche Blüten bestäubt, fangen sie an, Samen zu bilden – und die Buds schmecken dann kratzig und unangenehm.
Trotzdem ist Cannabis-Pollen genau das, was du brauchst, um neue Sorten zu züchten oder die Genetik einer Sorte zu erhalten.
Was ist Haschisch?
Die Verwechslung kommt vor allem vom Haschisch, denn auch das wird aus Cannabisharz gemacht. Die Qualität ist aber meist nicht so hoch wie beim gesiebten „Pollen“.
Der THC-Anteil von trockenem Hasch liegt in der Regel deutlich unter dem von „Pollen“, schwankt aber stark.
Auch an der Farbe kannst du beides unterscheiden. „Pollen“ ist gelblich, Hasch dagegen gibt es in vielen Tönen – von Braun bis Schwarz.

Wann und wie gibt eine Cannabispflanze Pollen ab?
Die Pollensäcke sind die Fortpflanzungsorgane der männlichen Cannabispflanze. Gegen Ende der Wachstumsphase bilden sie sich an den Nodien, also dort, wo Seitentriebe aus dem Stamm wachsen.
Ist das Männchen reif, etwa 4 bis 5 Wochen nach Beginn der Blüte, öffnen sich die Säcke und geben den Pollen in die Luft ab. Der Wind trägt ihn zu einer weiblichen Pflanze und befruchtet sie. Die Folge: Das Weibchen bildet Samen, die Gene von Mutter und Vater tragen – so sorgt die Pflanze für Nachwuchs.
Wie sammelst du Cannabis-Pollen?
Pollen zu sammeln und zu lagern ist eine geniale Möglichkeit, mit deinen Pflanzen zu experimentieren und die originale Genetik der Mutterpflanze zu erhalten. Manche heben lieber Samen auf, was auch völlig okay ist – Pollen zu sammeln ist etwas aufwendiger.
Bevor du loslegst, ein paar Grundregeln.
Was du vor dem Pollensammeln wissen musst
- Pollen fliegt mit dem kleinsten Luftzug, deshalb darf im Raum keine Luftbewegung sein. Schalte alle Ventilatoren aus und beweg dich so wenig wie möglich. Am besten arbeitest du mit Latexhandschuhen.
- Außerdem solltest du eine Maske tragen, damit du den Pollen nicht einatmest. Wenn du sehr empfindlich oder allergisch bist, helfen Schutzbrille und Atemschutzmaske.
- Pollen ist extrem leicht und wird schnell davongeweht. Damit nichts verloren geht, leg dir alles, was du zum Aufbewahren brauchst, schon vorher bereit.
Pollensammeln ist eine heikle Sache. Du willst auf keinen Fall, dass die winzigen Körnchen zu deinen Weibchen fliegen – sonst bilden die Samen statt grüner Buds. Außerdem kann das Zwitterpflanzen begünstigen, die Blüten und Samen gleichzeitig bilden. Wenn möglich, halte männliche Pflanzen und Weibchen in getrennten Räumen.
Schritt für Schritt: Pollen von der männlichen Pflanze ernten
Das Wichtigste ist das richtige Timing. Verpasst du es, landet der Pollen in der Luft, und hat das Männchen seinen Job erledigt, welkt es. Du musst den Pollen also abfangen, sobald sich die Säcke öffnen.
Am einfachsten sammelst du Pollen, indem du ein ganzes Büschel männlicher Blüten abschneidest.
Dafür brauchst du:
- einen dicht schließenden Behälter oder einen stabilen Zipbeutel für den Pollen
- eine desinfizierte Schere, um das Büschel samt Pollensäcken abzuschneiden
- einen Behälter oder Beutel, in dem du das Büschel an einem warmen, trockenen und dunklen Ort lagerst. Das trocknet das Büschel, damit die Säcke leichter aufgehen und den Pollen freigeben.
Pollensäcke ernten
Als Erstes erntest du die Pollensäcke von einem Männchen. Sobald du ausgebildete Säcke siehst, behalte die Pflanze genau im Auge. Denk dran: Cannabis-Pollen bleibt in der Regel nur 2 bis 3 Tage befruchtungsfähig.
Wenn die Säcke anfangen aufzugehen, ist es Zeit. Am besten nimmst du das ganze Büschel männlicher Blüten, drückst es leicht aus und schüttelst es über einem feinmaschigen Sieb auf Backpapier aus, um den Pollen abzutrennen.

Den Pollen trocknen
Nach dem Sieben verteilst du den Pollen mit einem sauberen Pinsel auf dem Papier und stellst ihn an einen trockenen, warmen und schattigen Platz. Lass ihn 48 Stunden trocknen, danach kannst du ihn verwenden oder einlagern. Ideal sind 18 bis 24 °C bei 30 bis 60 % Luftfeuchtigkeit.
Ob das Büschel richtig durchgetrocknet ist, testest du, indem du den Behälter kräftig schüttelst. Löst sich der Pollen leicht aus den Säcken, kannst du ihn sammeln. Gehen die Säcke nicht leicht auf, lass sie noch ein paar Tage trocknen und versuch es dann noch mal.
Pflanzenmaterial und Pollen trennen
Hat das Schütteln geklappt, trennst du Pflanzenmaterial und Pollen mit einem Metallsieb. Unter das Sieb legst du Wachs- oder Backpapier, damit der Pollen auf einer sauberen Fläche landet. Wenn du das Büschel aufs Sieb gibst, sollte der Pollen durch die Maschen auf das Papier darunter rieseln.
Lagerung
Für die Lagerung gilt: Cannabis-Pollen braucht einen trockenen, luftdichten und dunklen Platz ohne Licht. Achte auf Temperaturschwankungen – die können die Zellen schädigen oder durch Kondenswasser Feuchtigkeit reinbringen. Du kannst ihn im Kühlschrank oder im Gefrierfach aufbewahren.
Als Behälter empfehlen wir ein Glas statt Plastiktüten. Gläser sind zuverlässiger und schließen deutlich dichter.
Wenn du fertig bist, zieh dich um und geh duschen: Pollen ist extrem flüchtig und kann sonst ungewollt andere Pflanzen bestäuben.
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