Cannabis-Stecklinge schneiden: So klonst du deine Mutterpflanze
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Cannabis-Stecklinge schneiden: So klonst du deine Mutterpflanze

Wo du schneidest, wann du schneidest und wie dein Klon Wurzeln schlägt: die Stecklingsvermehrung Schritt für Schritt.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Stecklinge von Cannabispflanzen

Einen Cannabis-Steckling machst du, indem du von einer gesunden Mutterpflanze in der Wachstumsphase einen 20 bis 25 cm langen Trieb knapp unter einem Nodium abschneidest, die unteren Blätter entfernst und ihn – auf Wunsch mit Bewurzelungshormon – in ein Anzuchtmedium steckst. Warm, feucht und unter schwachem Licht bildet er in 1 bis 3 Wochen eigene Wurzeln – und ist dann eine genetisch identische Kopie der Mutter. Ganz nebenbei: Cannabis anzubauen, ob indoor oder outdoor, gehört zu den schönsten Hobbys überhaupt, egal ob für die Medizin, für den Freizeitkonsum oder einfach aus Spaß.

Viele Pflanzen lassen sich ewig Zeit, bis sich was tut. Cannabis wächst dagegen, wenn du es richtig machst, richtig schnell und zeigt dir fast täglich Veränderungen. Und wenn du für den Eigenbedarf growst, wartet nach der Ernte natürlich eine fantastische Belohnung auf dich: deine eigenen Blüten. Bis dahin heißt es aber: ganz von vorn anfangen.

Mit einem Samen zu starten, ist eine gute Idee, wenn du schon Erfahrung mit der Anzucht anderer Pflanzen hast und/oder die Zeit, bis der Samen gekeimt und groß genug zum Umtopfen ist. Wer schneller loslegen will, ist mit einem Cannabis-Klon meist besser bedient. Außerdem ist das der viel sicherere Weg zu einer weiblichen Pflanze.

Was ist ein Cannabis-Klon?

Für alle, die neu im Anbau sind: Ein Cannabis-„Klon“ ist ein Steckling, der genetisch identisch mit der Mutterpflanze ist.

Dafür schneidest du einen kleinen Trieb von einer ausgewachsenen Cannabispflanze ab, der sogenannten „Mutterpflanze“. Der Trieb bildet dann eigene Wurzeln und wird so zu einer eigenständigen Pflanze. Als Anfänger solltest du wissen, wie das Klonen funktioniert – dann weißt du auch, womit du arbeitest, wenn du einen Steckling bekommst.

Dazu kommt: Klonen ist ein super Weg, die Genetik einer bestimmten Sorte weiterzugeben. Hast du eine Sorte gefunden, die du liebst und immer wieder anbauen willst, kannst du sie durch Stecklinge so oft wiederholen, wie du willst. 

Wie funktioniert das Klonen einer Cannabispflanze?

Schritt eins: Such dir eine gesunde Mutterpflanze aus. Wichtig: Stecklinge nimmst du nur von einer Mutterpflanze in der Wachstumsphase (vegetativen Phase), nie von einer, die schon blüht.

Als Nächstes suchst du einen passenden Trieb. Genauer gesagt: einen Trieb mit frischem Wachstum, an dem schon ein paar Seitentriebe abgehen.

Zu groß und verholzt sollte er nicht sein, sonst bewurzelt er wahrscheinlich nicht. Zu klein aber auch nicht, denn aus dem bewurzelten Klon soll ja eine große, gesunde Pflanze werden. Ideal ist ein Triebstück von 20 bis 25 Zentimetern Länge.

Stecklinge sind super anfällig für Bakterien, deshalb musst du dein Schneidwerkzeug gründlich desinfizieren. Schneiden kannst du auf zwei Arten: gerade oder im 45-Grad-Winkel. Sobald der Steckling ab ist, stellst du ihn in ein Glas Wasser, damit keine Luftblasen in den Stängel gelangen. Hat er unten große Blätter oder Fächerblätter, schneid sie lieber ab – dann steckt die Pflanze ihre Energie in die Wurzeln.

Bewurzelungshormone sind beim Stecklingeschneiden dein bester Freund, viele Grower halten sie für unverzichtbar. Es gibt sie als Gel oder Pulver, und die Anwendung ist easy: Pinsel ins Mittel tauchen und damit über den Stängel des Stecklings streichen. 

Du brauchst außerdem ein Anzuchtgewächshaus bzw. eine Stecklingsschale, und jedes Modell hat seine eigene Anleitung. Den Klon steckst du in das Anzuchtmedium deiner Wahl und stellst ihn unter schwaches Wachstumslicht, bis sich nach 1 bis 3 Wochen ein kräftiger Wurzelballen gebildet hat.

Wo schneidet man Stecklinge?

Für Cannabis-Stecklinge schneidest du direkt unter einem Nodium. Nodien (Blattknoten) sind die Stellen am Stängel, an denen die Blätter ansetzen. Schneidest du knapp darunter, hat der Steckling gute Chancen, Wurzeln zu bilden. Nimm unbedingt ein steriles Werkzeug, etwa ein scharfes Skalpell oder eine saubere Gartenschere, und schneide sauber im 45-Grad-Winkel. Denk dran, die unteren Blätter zu entfernen und nur ein paar oben stehen zu lassen – so verdunstet weniger Wasser.

Wann ist der beste Zeitpunkt für Stecklinge?

Stecklinge schneidest du am besten, solange die Mutterpflanze in der Wachstumsphase ist. Dann wächst sie kräftig und gesund, und die Stecklinge bewurzeln leichter und überleben eher. Warte, bis die Mutterpflanze mindestens 2 bis 3 gut entwickelte Blattpaare hat. So haben die Stecklinge genug Energie und Nährstoffe gespeichert, um Wurzeln zu bilden und loszuwachsen. Außerdem schneidest du am besten früh am Tag: So vermeidest du Hitzestress, und die Stecklinge haben genug Zeit, sich vor der Dunkelphase einzugewöhnen.

Steckling schneiden: Schritt-für-Schritt-Anleitung

So schneidest du einen Cannabis-Steckling in den wichtigsten Schritten:

  1. Vorbereitung: Leg dir alles zurecht: eine gesunde Mutterpflanze, ein steriles Schneidwerkzeug, Bewurzelungshormon (optional), ein Gefäß mit lauwarmem Wasser und ein Bewurzelungsmedium (zum Beispiel Vermiculit, Perlit oder Steinwolle).
  2. Auswahl: Such dir einen kräftigen, gesunden Seitentrieb der Mutterpflanze aus. Achte darauf, dass er mindestens ein gut entwickeltes Blattpaar hat.
  3. Schnitt: Schneide mit dem sterilen Werkzeug sauber direkt unter einem Nodium im 45-Grad-Winkel. Mach den Schnitt schnell und präzise, damit Mutterpflanze und Steckling so wenig Stress wie möglich haben.
  4. Steckling vorbereiten: Entferne die unteren Blätter und lass nur ein paar oben stehen. So verdunstet weniger Wasser, und die Energie fließt in die Wurzelbildung.
  5. Bewurzelungshormon (optional): Wenn du willst, tauchst du das untere Ende des Stecklings in Bewurzelungshormon, damit er schneller und zuverlässiger Wurzeln bildet. Halte dich dabei an die Anleitung des Herstellers.
  6. Einsetzen: Steck den Steckling in das Bewurzelungsmedium und sorg dafür, dass er gut drinsteckt und stabil steht. Du kannst ihn direkt ins Medium setzen oder erst in einem Glas Wasser bewurzeln lassen und dann umpflanzen.
  7. Pflege und Bewurzelung: Stell den Steckling warm und feucht an einen Platz mit indirektem Licht. Halte das Medium leicht feucht, aber gieß nicht zu viel, sonst droht Wurzelfäule. Nach ein paar Wochen sollten sich neue Wurzeln zeigen.
  8. Umtopfen: Haben sich genug Wurzeln gebildet, setzt du den Steckling in einen größeren Topf mit Erde, damit er weiterwachsen kann.

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