Cannabis-Tinktur selber machen: mit Alkohol oder Glycerin
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Cannabis-Tinktur selber machen: mit Alkohol oder Glycerin

Zwei Methoden, ein Grundsatz: erst decarboxylieren, dann geduldig ziehen lassen.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Eine Cannabis-Tinktur ist ein flüssiger Auszug: Du decarboxylierst Blüten im Ofen und lässt sie dann wochenlang in Alkohol oder Glycerin ziehen, bis die Wirkstoffe in der Flüssigkeit stecken. Mit Alkohol wird sie stärker, mit Glycerin milder und süßlich. Genommen wird sie, genau wie eine CBD-Tinktur, meist tropfenweise unter die Zunge oder gemischt in Essen und Getränke.

Was ist eine Cannabis-Tinktur?

Eine Cannabis-Tinktur ist ein konzentrierter Auszug aus Cannabis, der schon seit Jahrhunderten als Hausmittel bei allen möglichen Beschwerden genutzt wird. Dafür legst du Blüten in Alkohol oder Glycerin ein und lässt das Ganze eine Weile stehen, damit sich die Wirkstoffe in der Flüssigkeit lösen.

Wofür wird eine Cannabis-Tinktur eingesetzt?

Tinkturen sind beliebt, weil viele Menschen sich gesundheitliche Vorteile davon versprechen. Die wichtigsten Einsatzbereiche, über die berichtet wird:

  • Schmerzen: Patient:innen berichten, dass ihnen Cannabis-Tinktur bei leichten bis starken Schmerzen hilft, etwa bei Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen oder Sehnenentzündungen.
  • Entzündungen: Studien deuten darauf hin, dass Cannabinoide entzündungshemmend wirken können. Manche nutzen Tinkturen deshalb auch zur Unterstützung bei Hautverletzungen.
  • Chronische Erkrankungen: Cannabis wird häufig begleitend eingesetzt oder erforscht bei Fibromyalgie, rheumatoider Arthritis, ALS, Angst, Schlafstörungen, Parkinson, Alzheimer und Krebs. Eine Heilung ist das nicht, es geht um die Linderung von Symptomen.
  • Appetit: Die Tinktur kann den Appetit anregen und helfen, das Gewicht zu halten. Das ist vor allem für Patient:innen unter Strahlen- oder Chemotherapie interessant.
Cannabisblatt

Cannabis-Tinktur selber machen: zwei Methoden

Methode 1: Tinktur mit Glycerin

Glycerin ist ein sicheres Lösungsmittel, das auch in der Industrie verwendet wird, und eignet sich gut für eine Tinktur. So geht's im Grundsatz:

  1. Zerkleinere gute Blüten und decarboxyliere sie im Ofen (115 °C für eine halbe Stunde, genau wie bei der Alkohol-Methode). Ohne diesen Schritt hat deine Tinktur kaum aktives THC.
  2. Gib die zerkleinerten Blüten in ein Glas und bedecke sie komplett mit Glycerin.
  3. Verschließ das Glas luftdicht.
  4. Lass es mindestens 5 Wochen an einem kühlen, dunklen Ort ziehen und schüttle ab und zu.
  5. Danach abseihen, damit das Pflanzenmaterial rauskommt. Fertig ist die Tinktur.

Methode 2: Tinktur mit Alkohol

Mit Alkohol wird die Tinktur meist deutlich stärker. Das Grundrezept:

  1. Blüten zerkleinern und in ein Glas geben.
  2. Das Glas für eine halbe Stunde bei 115 °C in den Ofen stellen, um die Wirkstoffe zu aktivieren (Decarboxylierung).
  3. Einen halben Liter Ethanol mit mindestens 40 % vol. dazugeben und gut schütteln.
  4. Mindestens einen Monat dunkel und kühl lagern und das Glas ab und zu schütteln.
  5. Nach dem Monat abseihen, um das Pflanzenmaterial zu entfernen. Das, was übrig bleibt, ist deine Cannabis-Tinktur.

CBD-Tinktur: Was ist das und wofür nimmt man sie?

Die CBD-Tinktur ist ein Cannabis-Extrakt, der in den letzten Jahren immer beliebter geworden ist. Viele nehmen sie bei Angst, chronischen Schmerzen, Schlafproblemen und anderen Beschwerden. Wie die THC-Tinktur kannst du sie unter die Zunge träufeln (sublingual) oder ins Essen und in Getränke mischen.

Eine Cannabis-Tinktur ist vielseitig und wird seit Langem für medizinische Zwecke genutzt. Ob mit Glycerin oder Alkohol: Du kannst sie zu Hause selbst ansetzen. Die CBD-Tinktur ist eine Option für alle, die Linderung suchen, ohne high zu werden. Und wie immer gilt: Wenn du Tinkturen gegen Beschwerden einsetzen willst, sprich vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt.

CBD-Produkt

CBD-Tinktur oder CBD-Öl: Was ist besser?

Ob CBD-Tinktur oder CBD-Öl besser zu dir passt, hängt davon ab, wie du CBD nehmen willst. Beim Cannabidiol-Gehalt sind beide ähnlich, sie unterscheiden sich aber in der Basis und in der Anwendung. Der Vergleich:

CBD-Tinktur:

  1. Flüssige Basis: Tinkturen basieren meist auf Alkohol, pflanzlichem Glycerin oder einem anderen Trägeröl. Dadurch lassen sie sich leicht abmessen und dosieren.
  2. Schnelle Aufnahme: Weil sie so flüssig sind, gelangen sie unter die Zunge genommen (sublingual) meist schneller ins Blut.
  3. Vielseitig: Wenn dir der Geschmack nicht zusagt oder du sie nicht pur nehmen willst, kannst du sie ins Essen oder in Getränke mischen.

CBD-Öl:

  1. Ölbasis: CBD-Öle stecken in einem Trägeröl wie Kokos- oder Hanföl. Dadurch sind sie oft dickflüssiger als Tinkturen.
  2. Vielseitig: Wie Tinkturen kannst du CBD-Öl sublingual nehmen oder ins Essen und in Getränke rühren.
  3. Geschmack: Manche mögen den natürlichen Geschmack von CBD-Öl, andere kommen mit Tinkturen besser klar, weil die weniger intensiv schmecken.
  4. Viele Konzentrationen: CBD-Öl gibt es oft in verschiedenen Stärken, was eine genauere Dosierung nach Bedarf möglich macht.

Am Ende entscheidest du nach Vorliebe und Anwendung. Beide bringen CBD zuverlässig in den Körper, also probier ruhig beides aus und schau, was für dich angenehmer ist oder besser funktioniert. Und sprich vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt, vor allem wenn du eine konkrete Erkrankung behandeln willst.