Live Resin, RSO, CO2-Extrakt & Co.: Welche Cannabis-Extrakte es gibt
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Live Resin, RSO, CO2-Extrakt & Co.: Welche Cannabis-Extrakte es gibt

Von Bubble Hash bis Molekulartrennung: die Extrakt-Typen im Überblick – und warum Einsteiger bei den lösungsmittelfreien bleiben sollten.

VON CosechaLibre Redaktion8 MIN LESEZEIT

Cannabis-Extrakte: Arten und Techniken

Cannabis-Extrakte gibt es in zwei großen Familien: mechanische ohne Lösungsmittel wie Bubble Hash, Dry Sift und Rosin, und chemische mit Butan, Alkohol oder CO2 wie BHO, Rick Simpson Öl, Tinkturen, Live Resin und CO2-Extrakt. Alle haben dasselbe Ziel: die Cannabinoide als Harz zu konzentrieren. In den letzten Jahren ist ihre Beliebtheit regelrecht explodiert. 

Ein Extrakt aus getrocknetem Cannabis ist im Kern das Ergebnis eines Prozesses, der die Cannabinoide der Pflanze konzentriert und dabei so viel Pflanzenmaterial wie möglich zurücklässt. 

Unterschieden werden Extrakte nach der Technik, mit der sie gewonnen werden. Mechanische Methoden trennen Cannabinoide und Pflanzenmaterial rein physikalisch, chemische Methoden arbeiten mit verschiedenen Lösungsmitteln.

Moonrocks: mit Extrakt überzogene Cannabisblüten

Extrakte ohne Lösungsmittel

Die folgenden Methoden kommen ganz ohne Lösungsmittel aus. Alles, was du brauchst, sind Wasser, Wärme, verschiedene Siebe und Druck.

Ice-O-Lator, Bubble Hash, Water Hash:

Hinter allen drei Namen steckt dasselbe Verfahren, und auch das Material ist identisch: ein Eimer mit 5 bis 10 Litern (je nachdem, wie viel Pflanzenmaterial du verarbeiten willst) und ein „Ice-O-Lator“-Set mit Siebbeuteln in mehreren Maschenweiten, die du von fein nach grob ineinandersetzt – das feinste Sieb kommt nach unten.

Ehrlich gesagt: Die Methode ist kinderleicht. So gehst du Schritt für Schritt vor:

1. Füll den Eimer zu etwa zwei Dritteln mit kaltem Wasser, gib Eiswürfel dazu und setz die Siebbeutel mit den Blüten ein.

2. Durch das kalte Wasser und das Eis lösen sich die Trichome leicht ab. Kleiner Profi-Tipp: Leg die Blüten vor der Extraktion eine Stunde ins Gefrierfach, dann geht es noch besser. 

3. Damit sich die Trichome von den Blüten lösen, bewegst du den Beutel etwa 20 bis 25 Minuten im Eimer. Danach hebst du die Beutel heraus, lässt das Wasser langsam ablaufen und sammelst das Harz aus jedem Sieb.

4. Zum Schluss presst du das Extrakt von Hand zusammen und lässt es mindestens eine Woche trocknen. Leg es dafür auf einen Teller in einen Raum mit 20 bis 22 °C und 55 bis 60 % Luftfeuchtigkeit. 

Dry Sift Hash:

Wahrscheinlich die einfachste und günstigste Extraktionsmethode überhaupt – die kann wirklich jeder. 

Du brauchst nur einen Extraktionsbeutel, wie beim Ice-O-Lator, mit der Maschenweite deiner Wahl (die bestimmt direkt die Qualität des Endprodukts). Je feiner die Maschen, desto kleiner die Harzdrüsen, die du auffängst (wir reden von etwa 50 Mikrometern). Und wenn du Lust auf etwas mehr Arbeit hast, kannst du mit verschiedenen Maschenweiten mehrere Qualitätsstufen gewinnen.

Du kannst zum Beispiel erst mit einem 150-Mikrometer-Beutel sieben und dich dann Stück für Stück nach unten arbeiten. Mit einem 70-Mikrometer-Beutel bekommst du ein Dry Sift Hash von richtig starker Qualität. So geht das Sieben:

1. Gib das Gras in den Beutel und schüttle ihn senkrecht, leicht und ganz behutsam über einer glatten, sauberen und trockenen Fläche. Dort sammeln sich die Harztrichome als gelbliches bis weißliches Pulver.

2. Wenn du das ganze Pulver beisammen hast, formst du es zu einem kompakten, gleichmäßigen Stück Haschisch. Am praktischsten geht das mit einer harten Karte, etwa einer alten Kundenkarte. Wichtig: Das Gras muss vorher trocken sein. Du kannst es auch mindestens eine Stunde vorher ins Gefrierfach legen, damit sich die Harztrichome durch die Kälte leichter lösen. 

Weil das Ganze trocken abläuft, musst du das Extrakt danach nicht noch trocknen lassen, anders als beim Bubble Hash. Es ist sofort fertig.

Gepresstes Haschisch aus Dry Sift

Rosin (Rosin Tech):

Für Rosin brauchst du Backpapier und eine heiße Presse. Am einfachsten und günstigsten ist ein Glätteisen für die Haare – aber eines mit einstellbarer Temperatur.

Leg die Blüte auf das Backpapier, falte daraus ein kleines, festes, rechteckiges Päckchen und drück es mit den Platten des Glätteisens zusammen. Hitze und Druck verflüssigen das Harz, das sich auf dem Papier absetzt. Dann musst du es nur noch vom Papier abkratzen, und dein Extrakt ist fertig.

Extrakte mit Lösungsmitteln

Diese Methoden sind heute in der Industrie Standard, weil sie große Mengen Extrakt liefern. Meist werden Lösungsmittel wie Butan, Propan, CO2 oder Ethanol verwendet, um die gewünschten Inhaltsstoffe herauszulösen. 

Dass sich diese Extrakte teils stark unterscheiden, liegt meist am verwendeten Lösungsmittel und daran, wie es nach der Extraktion entfernt wird. 

Wer mit Lösungsmitteln extrahiert, muss sie hinterher wieder loswerden – das nennt sich „Purging“. Dabei verdampfen die restlichen Chemikalien aus dem Extrakt. Weil das Lösungsmittel Aussehen, Konsistenz und Geruch beeinflusst, entsteht eine ganze Bandbreite unterschiedlicher Extrakte.

Hier die Methoden mit chemischen Lösungsmitteln (Kohlenwasserstoffen) im Überblick. 

Vorher aber ganz klar: Der Umgang mit diesen Chemikalien und Geräten ist richtig gefährlich (Explosions- und Brandgefahr). Das hier ist ein Überblick, keine Anleitung – Finger weg, wenn du nicht genau weißt, was du tust. 

BHO (Butane Hash Oil):

Hier dient Butangas als Lösungsmittel. Es gehen auch andere Kohlenwasserstoffe wie Propan, Hexan oder Dimethylether, bekannt als DME oder DHO. Und es gibt eine Mischform aus BHO und DHO, die sich DBHO nennt.

Das Verfahren ist mit jedem dieser Lösungsmittel im Prinzip gleich, aber das Konzentrat fällt je nach Lösungsmittel anders aus. 

Der Ablauf in groben Zügen: 

1. Das Pflanzenmaterial kommt in einen luftdicht verschlossenen Behälter.

2. Das Lösungsmittel wird unter Druck eingeleitet, strömt durch das Material und löst die ätherischen Öle der Pflanze heraus – und damit die Wirkstoffe, um die es geht: Cannabinoide, Terpene und Flavonoide.

3. Danach muss das restliche Lösungsmittel raus. Dieser Schritt entscheidet darüber, ob das Extrakt sauber, gesund und möglichst rein wird. 

Das Lösungsmittel wird verdampft, und zwar bei der niedrigsten Temperatur, bei der das noch klappt – sonst leiden Geschmack und Aroma des Extrakts. 

Rick Simpson Öl (RSO):

Mit dieser Methode entsteht ein hochwertiges Cannabisöl, das meist für therapeutische Zwecke verwendet wird.

Das Prinzip ist simpel: Die ganze Pflanze wird in Ethyl- oder Isopropylalkohol eingelegt, der die Cannabinoide gründlich herauslöst. Anschließend wird der Alkohol mit Wärme verdampft, zum Beispiel in einer Schale im Ofen – Vorsicht, Alkoholdämpfe sind leicht entzündlich. Übrig bleibt ein dickes, schwärzliches Öl. 

Eingenommen wird es meist über den Mund: ein paar Tropfen unter die Zunge und dann schlucken. Lecker ist anders, aber manche Patient:innen berichten, dass sich das lohnt. Man kann es auch äußerlich auf die Haut auftragen.

Tinkturen:

Tinkturen sind flüssige Konzentrate, die per Alkoholextraktion entstehen. Der Alkohol löst Cannabinoide und Terpene zuverlässig heraus, und eine Wärmequelle brauchst du dafür nicht. Der große Vorteil: Sie schmecken deutlich angenehmer als RSO.

Auch sie werden über den Mund eingenommen: Tropfen unter die Zunge, dann schlucken. Eingesetzt werden sie bei einigen Erkrankungen, bei denen erste Studien auf eine Wirksamkeit hindeuten. 

Live Resin:

Bei Live Resin kommen die frischen Blüten direkt nach dem Schnitt ins Gefrierfach. Blüten und Pflanzenmaterial müssen also nicht getrocknet werden. 

Der große Vorteil: Die Terpene haben keine Zeit, durch Luft, Licht und Wärme abgebaut zu werden, und bleiben komplett erhalten. Das Endprodukt ist entsprechend aromatisch und braucht sich vor nichts zu verstecken.

Superkritische CO2-Extraktion:

Diese Methode ist wegen der Qualität und Reinheit des Endprodukts heiß begehrt. Dafür wird Kohlendioxid (CO2) in einen superkritischen Zustand gebracht. 

Unter bestimmten Temperaturen und Drücken verhält sich CO2 dann zugleich wie eine Flüssigkeit und wie ein Gas – und genau damit erzielt das Verfahren hervorragende Ergebnisse. 

Der einzige Haken, wenn man so will: Die Anlagen sind teuer. Und wer sie bedienen will, braucht eine richtige Ausbildung, denn die Geräte arbeiten unter hohem Druck und bergen echte Risiken.

Molekulare Trennung:

Mit diesem Verfahren lassen sich Cannabinoide und Terpene der Pflanze getrennt voneinander isolieren, und zwar bei moderater Temperatur, sodass die Moleküle nicht zerfallen. 

Das waren die verschiedenen Techniken. Wie wir schon x-mal gesagt haben: Die meisten davon erfordern äußerste Vorsicht und das nötige Vorwissen, um Unfälle zu vermeiden, die im schlimmsten Fall tödlich enden. 

Für Grower, die gerade erst einsteigen, empfehlen wir ganz klar die Methoden ohne Lösungsmittel. Damit kannst du experimentieren, ohne eine Katastrophe zu riskieren oder deine Blüten endgültig zu ruinieren. 

Wie trocknest du frisch geschnittene Blüten vor der Extraktion?

Vor der Extraktion (außer bei Live Resin, das mit frisch eingefrorenem Material arbeitet) steckt in frisch geerntetem Cannabis aber noch zu viel Feuchtigkeit, die raus muss. Die Frage ist also: Wie trocknest du dein Gras richtig?

Erst die Trocknung macht aus frisch geschnittenen Blüten die beste Version ihrer selbst. Zuerst hängen sie etwa eine Woche in einem dunklen Raum. Je länger sie trocknen dürfen, desto besser.

Gut getrocknete Blüten erfüllen mehrere wichtige Aufgaben, die am Ende die Qualität verbessern und die Haltbarkeit verlängern. Wie lange die Trocknung dauert, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab:

– wie groß die Blüten sind

– wie die Pflanzen getrimmt wurden

– Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftzirkulation im Trockenraum

Langsam trocknen hilft enorm dabei, dass die Pflanze ein breiteres, vollständigeres Terpenprofil behält. Eine längere Trocknung macht den Rauch außerdem weniger kratzig. Wer kräftige, aromatische Blüten will, braucht also vor allem eins: Geduld.

Für ein richtig gutes Ergebnis rechnest du mit etwa 7 bis 12 Tagen Trocknung. Während die Blüten Feuchtigkeit verlieren, schrumpfen sie nach und nach und werden leichter.

Danach: ab ins Glas und Geduld bei der Fermentation.