
Cannabis-Wurzeln stärken: So wächst ein gesundes Wurzelwerk
Auch wenn du sie nicht siehst: Die Wurzeln entscheiden über Wachstum und Lebensdauer deiner Pflanze. So hältst du sie stark und gesund.
Starke Cannabis-Wurzeln brauchen vier Dinge: Sauerstoff, die richtige Temperatur, passend dosiertes Wasser und Nährstoffe, vor allem Phosphor und Kalzium. Auch wenn du sie unter der Erde nicht siehst, entscheiden die Wurzeln über Wachstum und Lebensdauer deiner Pflanze. Sie halten sie aufrecht und fest im Boden verankert, und sie nehmen Wasser und Mineralsalze aus dem Substrat auf.
Die Wurzel ist bei Cannabis wie bei jeder anderen Pflanze so etwas wie das Verdauungssystem: Wird sie nicht richtig versorgt, drohen Nährstoffmängel, eine Schwächung, die für die Abwehrkräfte der Pflanze fatal sein kann, und insgesamt ein langsameres Wachstum.
Wie sehen gesunde Cannabis-Wurzeln aus?
Die Wurzeln zu sehen ist schwierig, schließlich leben sie im Substrat. Beim Umtopfen erkennst du aber gesunde Wurzeln an ihrer milchig-weißen Farbe, und sie riechen nach nichts Besonderem.
Kranke Wurzeln dagegen sind braun, riechen stark und haben eine Art Schleim drumherum. Das sind Anzeichen von Fäulnis, meist durch zu viel Gießen oder schlechte Drainage.
Achte aber nicht nur darauf: Wichtig ist auch, wie stark sich die Wurzeln verzweigen und wie viel vom Substrat sie schon durchwurzelt haben.
Siehst du beim Umtopfen, dass die Wurzeln den Topf noch nicht ausgefüllt haben, hast du entweder zu früh umgetopft, oder die Wurzeln entwickeln sich nicht richtig.
Wie bekommst du gesunde Cannabis-Wurzeln?
Damit die Wurzeln richtig wachsen und stark genug für alle Phasen sind, brauchen sie vier Grundzutaten: Sauerstoff, die richtige Temperatur, Wasser und Nährstoffe.
Hast du diese vier Faktoren im Substrat im Griff, bekommst du gesunde, kräftige Wurzeln:
1. Sauerstoff
Klingt vielleicht komisch, aber Pflanzen brauchen auch unter der Erde Sauerstoff, denn die Wurzeln atmen.
Wie kommen sie an den Sauerstoff? Die Wurzeln holen ihn sich aus dem Substrat, über kleine Strukturen namens Lentizellen, durch die der Gasaustausch zwischen dem Inneren der Pflanze und der Umgebung läuft.
Deshalb muss dein Anbaumedium luftig sein, und deshalb raten wir von lehmigen oder verdichteten Böden ab.

Zusätze wie Perlite oder Vermiculit sorgen für mehr Luft im Substrat, manche Grower legen dafür auch eine Schicht Sand unten in den Topf. Was passt, hängt von deinem Grow ab.
Bekommen die Wurzeln zu wenig Sauerstoff, nehmen sie weniger Wasser und Nährstoffe auf, reichern Giftstoffe an und sterben am Ende ab, wenn das Problem bleibt.
2. Temperatur
Cannabis-Wurzeln mögen es gemäßigt, am liebsten zwischen etwa 18 und 24 °C. Indoor ist eine gute Belüftung Pflicht: Zuluft, Abluft und Umluftventilatoren, damit die Luft im Growzelt ordentlich zirkuliert.
Outdoor helfen Mulch oder Bodendecker. Damit federst du die Sonne ab, verhinderst, dass Wasser verdunstet, und hast die Temperatur besser im Griff. Bewährt haben sich zum Beispiel Stroh, trockenes Laub oder Holzhäcksel als Mulch.
Weitere Möglichkeiten, die Temperatur zu senken: schwarze Töpfe gegen weiße tauschen oder ein Schattiernetz über deine Pflanzen spannen.
3. Wasser
Beim Gießen herrscht oft Verwirrung. Grundsätzlich gilt aber: Je kräftiger die Wurzeln und je größer die Pflanze, desto mehr Wasser braucht sie, also steigerst du die Menge nach und nach.
Am Anfang, als Sämling, reichen 50 bis 100 ml locker für ein paar Tage. Eine Outdoor-Pflanze in der Blüte kann dagegen je nach Topf 2 bis 5 Liter am Tag schlucken.
Gießen heißt aber nicht einfach Wasser drauf: Gieß rund um den Stamm, aber auch ein Stück außerhalb des Bereichs, in dem du die Wurzeln vermutest. So lockst du sie in neue Bereiche des Substrats, wo weitere Nährstoffe warten.
4. Nährstoffe
Nährstoffe sind nicht nur der Treibstoff für Wachstum und Blüte deiner Pflanzen, sie helfen auch beim Aufbau gesunder Wurzeln.
Die zwei wichtigsten Nährstoffe für die Wurzeln sind Phosphor und Kalzium: Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Wurzelentwicklung, stärken die Wurzeln und regen die Pflanze an, neue zu bilden.

Wurzelprobleme und was du dagegen tun kannst
1. Zu viel oder zu wenig gegossen
Beide Extreme sind schlecht, passieren aber vor allem Anfängern. Woran erkennst du es? Die Pflanze lässt die Blätter hängen. Welcher Fall vorliegt, verrät dir das Gewicht des Topfs.
Ist er leicht und das Substrat trocken, gießt du zu wenig. Ist er schwer und die Erde seit Tagen nass, gießt du zu viel.
Die einzige Lösung ist zugleich die einfachste: mehr oder weniger gießen.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, gibt es zwei Tricks: Entweder gießt du mit einem Viertel des Topfvolumens, oder du wiegst den Topf direkt nach dem Gießen und gießt erst wieder, wenn er 60 bis 75 % des dabei aufgenommenen Wassergewichts verloren hat.
Zu viel Wasser kann aber auch eine andere Ursache haben: schlechte Drainage. Achte darauf, dass deine Töpfe unten Löcher haben, durch die das Wasser ablaufen kann.
2. Überdüngung (Nährstoffbrand)
Dünger kann dafür sorgen, dass deine Pflanzen schneller wachsen und Buds bilden, die sich nicht verstecken müssen. Zu viel davon schädigt aber die Wurzeln schwer und bremst ihr Wachstum.
Viele Anfänger glauben: Je mehr Dünger, desto mehr Wachstum. Ein klassischer Anfängerfehler, denn wie alles hat auch Cannabis eine Aufnahmegrenze, und wer drüber geht, sorgt nur für Nährstoffblockaden.
Überdüngung kann auch von Salzen kommen, die sich unbemerkt unten im Topf ansammeln. Miss deshalb den EC-Wert (die elektrische Leitfähigkeit), um Salzablagerungen zu erkennen. In der Wachstumsphase sollte der EC zwischen 0,8 und 1,2 liegen, in der Blüte zwischen 1,2 und 2,0. Liegt deine Pflanze darüber und zeigt Probleme, spül die Wurzeln am besten mit mindestens dem Vierfachen des Topfvolumens durch.
Sobald sie sich erholt und wieder Kraft schöpft, steigst du schrittweise wieder mit Dünger ein, angefangen mit der niedrigsten vom Hersteller empfohlenen Dosis.
3. Wurzelfäule: Gibt es noch Rettung?
Wurzelfäule macht die Wurzeln, wie der Name sagt, krank und faul. Meist steckt eine Ansammlung schädlicher Bakterien und Pilze dahinter (etwa Pythium), die sich in zu nassem Boden oder stehendem Wasser breitmachen.
Bei Sämlingen erkennst du das vor allem daran, dass der Stängel sehr dünn wird, bei größeren Pflanzen daran, dass sie welken, gelb werden und unangenehm riechen.
Leider sind sie in diesem Stadium schwer zu retten. Einen Versuch ist es aber wert: Topf die betroffene Pflanze in frische Erde und einen sterilisierten Topf um.
Merkst du beim Umtopfen, dass die Pflanze nur wenige Wurzeln hat, kannst du beim nächsten Mal mit Bewurzelungshormonen nachhelfen, schon beim Keimen deiner Samen oder beim Einsetzen von Stecklingen.
Wurzeln stärken ist, wie jeder Schritt im Leben deiner Pflanze, extrem wichtig, damit am Ende alles passt. Und wie bei jeder Aufgabe musst du auf mehrere Faktoren achten, die darüber entscheiden, ob deine Cannabispflanze aufblüht oder nicht.
Behalt die Tipps von oben im Kopf, und deine Pflanzen werden der Hammer.

Wie machst du einen Wurzelstimulator selbst?
- Klonen: Eine Möglichkeit, das Wurzelwachstum anzuregen, ist das Klonen. Dabei schneidest du einen Steckling von einer Mutterpflanze und setzt ihn in ein spezielles Anzuchtmedium, das die Wurzelbildung fördert. Stecklings-Sets bekommst du online oder im Gartenfachhandel.
- Wurzeln einweichen: Hier tauchst du die Wurzeln in eine Lösung aus Wasser und Nährstoffen. Füll dafür einen Behälter mit Wasser und gib einen hochwertigen Dünger dazu, zum Beispiel einen handelsüblichen Wurzelstimulator. Dann lässt du die Wurzeln ein paar Stunden darin baden, bevor du die Pflanze an ihren endgültigen Platz setzt.
- Bio-Kompost: Kompost ist ein natürlicher Weg, das Wurzelwachstum anzuregen. Du kannst ihn selbst herstellen, indem du organisches Material wie Essensreste, trockenes Laub und Erde in einem Komposter mischst. Den fertigen Kompost nutzt du dann zum Düngen.
- Bewurzelungshormone: Bewurzelungshormone gibt es im Gartenfachhandel, und sie wirken zuverlässig. Tauch einfach die Schnittenden der Stecklinge in die Hormonlösung, bevor du sie einpflanzt.
Wann setzt du einen Wurzelstimulator ein?
Wurzelstimulatoren kommen vor allem in den ersten Phasen zum Einsatz, also bei der Aussaat und beim Umtopfen. Ihr Hauptziel ist eine gesunde Entwicklung des Wurzelsystems.
Gibst du einen Wurzelstimulator ins Substrat, soll das die Bewurzelung der Sämlinge beschleunigen und stärken, damit sie schneller anwachsen und Nährstoffe effizient aufnehmen.
Beim Umtopfen hilft der Wurzelstimulator, den Stress für die Pflanze zu senken und neue Wurzeln zu bilden. So gewöhnt sie sich leichter an die neue Umgebung, und der Umtopfschock fällt kleiner aus. Bei der Vermehrung über Stecklinge sorgt er außerdem für eine schnelle, erfolgreiche Bewurzelung und erhöht die Erfolgsquote.
Solche Produkte enthalten meist eine Mischung aus Vitaminen, Aminosäuren und Pflanzenhormonen, die das Wurzelwachstum anregen und das Wurzelsystem stärken.
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