
CBD gegen Kater: Was dran ist und was nicht
Kopfweh, Übelkeit, Hangxiety: Warum CBD als Katermittel gehypt wird, was die Forschung wirklich hergibt und was am Morgen danach tatsächlich hilft.
Hilft CBD gegen den Kater?
Ob CBD gegen einen Kater hilft, ist nicht erforscht: Es gibt keine Studien, die das gezielt getestet haben. Manche greifen trotzdem am Morgen danach zu CBD gegen Kopfschmerzen, Übelkeit oder Hangxiety, belegt ist davon nichts. Was wirklich hilft, ist das Altbekannte: Wasser, Essen und Schlaf. Aber erst mal von vorn: Wenn du Alkohol trinkst, baut deine Leber 90 bis 98 % davon ab, mit einem Tempo von ungefähr zehn Gramm pro Stunde, und verwandelt ihn am Ende in Kohlendioxid und Wasser, die dein Körper ganz natürlich ausscheidet.
Ein Kater entsteht, wenn du schneller trinkst, als dein Körper abbauen kann. Dann reichern sich Giftstoffe wie Acetaldehyd im Körper an. Die Folgen spürst du ein paar Stunden nach dem Trinken, wenn der Blutalkoholspiegel wieder sinkt.
Wie sich ein Kater anfühlt, ist bei jedem anders. Die Klassiker sind Müdigkeit, Übelkeit und Magenschmerzen, Muskelkater, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Schwitzen, Durst und ein hämmernder Kopf.
Die meisten erholen sich ein paar Stunden nach den ersten Symptomen und sind nach einem Tag wieder fit. Bis dahin liegst du aber vielleicht flach und sagst alles ab, was du dir für den Tag vorgenommen hattest.
Wo die Grenze für einen Abend ohne Folgen liegt, ist schwer vorherzusagen. Manche haben schon nach einem Drink einen Kater, andere trinken die ganze Nacht durch und spüren nichts. Die Gene spielen bei der Alkoholempfindlichkeit eine große Rolle, genauso wie die Frage, ob du auf leeren Magen trinkst, Alkohol mit anderen Drogen mischst oder danach genug schläfst, damit dein Körper die Giftstoffe abbauen kann.

Es gibt außerdem Hinweise, dass dunkle Spirituosen wie Brandy oder Bourbon eher einen Kater auslösen. Sie enthalten mehr Aromastoffe, sogenannte Begleitstoffe, die den Kater verschlimmern können.
Und als wäre das nicht genug, treibt Alkohol auch noch die Harnausscheidung an. Wenn du über den Abend kein Wasser trinkst, kann die Dehydrierung selbst einen leichten Kater richtig fies machen.
Wie soll CBD beim Kater helfen?
Jeder hat sein eigenes Katerrezept, von Elektrolyten über fettiges Essen bis zum Konterbier. CBD zieht als natürliches Hausmittel gegen den Kater gerade einige Aufmerksamkeit auf sich, auch wenn es bisher keine Studien gibt, die es gezielt beim Kater getestet haben.
Das Endocannabinoid-System sorgt dafür, dass dein Körper insgesamt im Gleichgewicht bleibt. Es reguliert Vorgänge wie Schlaf, Appetit und Schmerzempfinden.
CBD ist das zweithäufigste Cannabinoid in der Cannabispflanze. Es interagiert mit dem Endocannabinoid-System, unter anderem mit den CB2-Rezeptoren. Viele nutzen CBD als natürliches Mittel bei Beschwerden wie Angst, chronischen Schmerzen oder Schlafproblemen.

Wer CBD nimmt, nennt fünf Wege, wie es helfen könnte, aber keiner davon ist speziell beim Kater belegt.
1. Gegen Kopfschmerzen: Manche nehmen CBD, um dem Kopfweh nach einer durchzechten Nacht vorzubeugen. Weil Kopfschmerzen teilweise mit Entzündungsprozessen zusammenhängen, hoffen sie auf die entzündungshemmenden Eigenschaften von CBD. Einige merken außerdem, dass CBD ihnen den Mund austrocknet und sie dadurch mehr Wasser trinken.
Eine Studie an Ratten ergab, dass auf die Haut aufgetragenes CBD die Nervenschäden durch starken Alkoholkonsum um bis zu 50 % verringerte. Studien an Menschen oder zum Kater gibt es aber nicht.
2. Gegen Übelkeit: Tierstudien deuten darauf hin, dass CBD antiemetisch wirken könnte, also Übelkeit und Brechreiz lindern.
3. Gegen die Hangxiety: Eine durchfeierte Nacht kann Angst und depressive Stimmung auslösen, weil der Cortisolspiegel im Gehirn steigt. Erste Untersuchungen zeigen, dass CBD angstlösend wirken könnte, unter anderem über seine Wirkung auf Serotoninrezeptoren.

4. Gegen freie Radikale: Nach einer Partynacht ist dein Körper ziemlich durch und braucht ordentlich Nachschub. CBD zeigt im Labor antioxidative Wirkung, bringt deinem Körper aber keine Vitamine zurück und baut auch kein Acetaldehyd ab. Dafür helfen trinken, essen und ausruhen.
5. Gegen die Müdigkeit: Nach zu viel Alkohol ist es normal, dass du dich schlapp fühlst. Manche sagen, CBD helfe ihnen, wieder auf die Beine zu kommen, Belege dafür, dass es Energie gibt, gibt es aber nicht (in hohen Dosen kann es sogar müde machen).
Was ist ein Kreislauf nach dem Kiffen?
Mit einem Kreislauf (in Argentinien sagt man „la pálida“, die Blässe) ist eine unangenehme Reaktion gemeint, die manche nach dem Rauchen von Cannabis erleben. Typisch sind starker Schwindel, Schwitzen, ein blasses Gesicht, Übelkeit, Erbrechen und das Gefühl, gleich umzukippen.
Ob es dich erwischt, kann von vielen Faktoren abhängen: deiner persönlichen Empfindlichkeit, Stärke und Menge des Grases, deiner Toleranz, der Umgebung und anderen Einflüssen wie Alkohol oder Müdigkeit.
Nicht jeder bekommt beim Kiffen einen Kreislauf, und wie stark und wie lange die Symptome sind, ist unterschiedlich. Manche trifft es härter als andere. Wenn es dich erwischt: hinlegen, Wasser trinken, an einen ruhigen, sicheren Ort gehen und abwarten, bis es vorbeigeht. In der Regel sind die Beschwerden vorübergehend und keine ernste Gefahr für die Gesundheit.
Wie lange dauert ein Kreislauf vom Kiffen?
Wie lange ein Kreislauf dauert, ist von Person zu Person verschieden und hängt von deiner Empfindlichkeit, der Dosis, der Stärke des Grases und weiteren Faktoren rund um Situation und Gesundheit ab.
Meist sind die Symptome vorübergehend und lassen mit der Zeit nach. In der Regel dauert das Ganze zwischen 30 Minuten und ein paar Stunden. Jeder erlebt es aber anders, und die genaue Dauer kann schwanken.
Um einen Kreislauf zu überstehen, ruhst du dich am besten an einem ruhigen Ort aus, trinkst Wasser und lässt die Wirkung von selbst abklingen. Wenn die Symptome nicht weggehen oder dir Sorgen machen, hol dir ärztliche Hilfe.
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