Fressflash nach dem Kiffen: woher er kommt und wie du ihn bremst
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Fressflash nach dem Kiffen: woher er kommt und wie du ihn bremst

Ghrelin, CB1 und Dopamin erklären den Heißhunger. Warum Langzeitkiffer trotzdem selten dick sind und was gegen die Snack-Attacke hilft.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Woher der Fressflash kommt (in Argentinien heißt er „el bajón“)

Den Fressflash nach dem Kiffen löst vor allem THC aus: Es aktiviert die CB1-Rezeptoren im Gehirn, setzt Dopamin frei und kurbelt das Hungerhormon Ghrelin an, dazu riechen und schmecken Snacks plötzlich intensiver. Bremsen kannst du ihn mit Sorten mit weniger THC, ausgewogenem Essen, genug Wasser und gesunden Snacks, die du schon vor der Session bereitlegst. Diese Gier auf salziges oder süßes Junkfood nennen die Argentinier übrigens „bajón“.

Im Normalzustand, also nüchtern, entsteht Hunger aus dem Zusammenspiel von vier Faktoren. Laut dem Department of Medicine der University of Michigan sind das:

  • Blutzuckerspiegel
  • Hormonspiegel
  • Leerer Magen und Darm
  • Signale aus dem Hypothalamus im Gehirn

Dieselben Faktoren melden auch, wann du satt bist. Appetit ist allerdings etwas anderes als Hunger. Anders als echter Hunger lässt sich Appetit schon durch den Duft von Gegrilltem oder einen dampfenden Teller Pasta wecken. Auch Stress kann deinen Appetit beeinflussen: Manchmal willst du dann erst recht an den Grill, manchmal bekommst du keinen Bissen runter.

Wie also sagt Gras deinem Gehirn, dass es Zeit für eine Handvoll Chips ist? Der Mechanismus läuft offenbar über ein Hormon namens Ghrelin. Dieses Hormon wirkt auf die Appetitzentren im Gehirn und regt den Hunger an. Außerdem können Cannabinoide Geschmack und Geruch beeinflussen. Die Kombination ist ein Vorteil für Menschen, die sich kaum fürs Essen begeistern können.

Gleichzeitig regt THC den Appetit über das Endocannabinoid-System an. Das ist ein Signalsystem, das sich durch den ganzen Körper zieht und Funktionen wie Appetit, Verdauung, Schlaf und Schmerzempfinden steuert.

THC bindet an die CB1-Rezeptoren in Gehirn und zentralem Nervensystem. Werden sie aktiviert, schüttet der Körper Botenstoffe aus, vor allem Dopamin, das Lust und Belohnung signalisiert. Das steigert den Appetit und macht Essen plötzlich unwiderstehlich.

Zusätzlich kann THC die Ausschüttung von Ghrelin erhöhen, einem Hungerhormon, das im Magen gebildet wird. Ghrelin meldet dem Gehirn, dass der Körper Nahrung braucht, und könnte einer der Gründe sein, warum THC hungrig macht.

Wegen seines Rufs als Appetitanreger haben sich viele Patient:innen, die zunehmen müssen, Hilfe bei Cannabis gesucht. Dabei ist es nicht nur die appetitanregende Wirkung, die beim Zunehmen helfen kann. CBD und CBG können Angst verringern und so bei psychisch bedingten Essproblemen unterstützen.

Was für die einen ein Plus ist, ist für andere ein Haken. Wer aus anderen Gründen mit medizinischem Cannabis anfängt, macht sich oft Sorgen ums Gewicht. Viele Patient:innen, die sich zu medizinischem Cannabis beraten lassen, haben nur einen Wunsch: nicht zunehmen. Klar, Cannabis kann den Appetit steigern, aber Langzeitkonsument:innen haben eher ein normales bis niedriges Körpergewicht.

Auch wenn Cannabis den Appetit kurzfristig anregen kann, gibt es Ausnahmen von der Regel, gerade bei langjährigem Konsum. Der akute Fressflash lässt sich vielleicht nicht vermeiden, aber die Cannabinoide könnten Angst lindern, und das könnte wiederum den Appetit und den Body-Mass-Index (BMI) senken.

Snacks beim Fressflash

Weniger Stress und Angst plus besserer Schlaf können Langzeitkonsument:innen helfen, ihr Gewicht zu halten und starke Schwankungen zu vermeiden.

Beim Thema Cannabis und Appetitkontrolle gibt es keine Lösung, die für alle passt. Einige Studien beobachten aber weniger Übergewicht bei Menschen, die schon lange Cannabis konsumieren, wobei unklar ist, ob das am Cannabis liegt.

Bis wir wissen, wie man Cannabis bei Essstörungen und zur Gewichtskontrolle am besten einsetzt, ist es noch ein weiter Weg. Nach allem, was bisher passiert ist, ist die Annahme aber nicht weit hergeholt, dass es irgendwann immer mehr Cannabinoid-Produkte geben wird, die den Appetit und das Zunehmen fördern, und genauso solche, die beim Abnehmen helfen sollen.

Welche Arten von Fressflash gibt es?:

  1. Süß: Gras kann die Lust auf Süßes steigern, etwa auf Schokolade, Bonbons, Kuchen und Eis.
  2. Salzig: Manche bekommen eher Heißhunger auf Salziges wie Chips, Nachos oder Pizza.
  3. Scharf: Andere haben Bock auf Scharfes, etwa Chilisoße, Chilis, Jalapeños oder thailändisches und mexikanisches Essen.
  4. Fast Food: Gras kann auch die Lust auf Fast Food anheizen, also Burger, Pommes, Pizza oder frittiertes Hähnchen.

Wie vermeidest du den Fressflash nach dem Kiffen?

  1. Sorten mit wenig THC wählen: Manche Sorten enthalten weniger THC als andere, das kann den Fressflash und den Appetit nach dem Rauchen dämpfen. Greif zu Sorten mit mittlerem oder niedrigem THC-Gehalt und lass die Finger von High-Potency-Strains, die den Appetit deutlich ankurbeln können.
  2. Ausgewogen und gesund essen: Eine ausgewogene Ernährung hält den Blutzucker stabil und kann Heißhungerattacken nach dem Kiffen vorbeugen. Iss genug Eiweiß, Ballaststoffe und gesunde Fette und lass stark verarbeitete und zuckerreiche Lebensmittel weg.
  3. Genug trinken: Ausreichend Wasser kann Heißhunger dämpfen und den Hunger nach dem Kiffen bremsen. Trink vor und nach dem Rauchen Wasser.
  4. Den Konsum planen: Wenn du weißt, dass du kiffen wirst, plan deine Mahlzeiten vorher und leg dir gesunde, nahrhafte Snacks bereit. Packt dich danach der Hunger, greif lieber dazu als zu verarbeitetem Kalorienkram.

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