
Honig im Cannabis-Grow: Bewurzelungshilfe, Dünger und Schneckenfalle
Vom Steckling bis zum Blattspray: wie du Honig aus der Küche sinnvoll im biologischen Cannabis-Anbau einsetzt.
Honig kann im Cannabis-Grow als natürliche Bewurzelungshilfe für Stecklinge, als milder Zusatz im Gießwasser, als Blattspray und als Schneckenfalle dienen. Er liefert vor allem Zucker für das Bodenleben und wirkt antimikrobiell. Ein Wundermittel ist er nicht, aber ein günstiger Helfer aus der Küche, wenn du biologisch growst.
Hilft Honig beim Cannabis-Anbau?
Wenn du Wert auf einen natürlichen, biologischen Grow legst, wird dich freuen, dass eine der gängigsten Zutaten in deiner Küche deinen Pflanzen etwas bringen kann. Honig kann Cannabispflanzen auf mehreren Wegen unterstützen: Er liefert Zucker, regt die Wurzelbildung an und fördert die Mikroorganismen im Boden.
Honig entsteht durch die Arbeit bestimmter Bienenarten, die Nektar aus Blüten sammeln und in ihren Stöcken einlagern. Für die Bienen ist er überlebenswichtig, für uns ein Genuss, und er enthält auch Nährstoffe und bioaktive Stoffe, von denen Cannabispflanzen profitieren können.
Honig oder Melasse: Wo liegt der Unterschied?
Wichtig ist der Unterschied zwischen Honig und Melasse, einem anderen zuckerreichen Produkt, das in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Beide sind natürliche Süßungsmittel, unterscheiden sich aber in:
- Herkunft: Honig wird von Bienen produziert, Melasse ist ein zähflüssiges Nebenprodukt aus Zuckerrohrsaft.
- Geschmack: Honig schmeckt süß und blumig, Melasse kräftig und leicht bitter.
- Konsistenz: Honig kann flüssig bis fest sein, Melasse ist immer dickflüssig und zäh.
- Farbe: Honig reicht von hellgolden bis trüb gelb, Melasse ist dunkelbraun.
Trotz dieser Unterschiede liefern beide reichlich Zucker und Mineralstoffe und sind damit nützliche Helfer für gesunde Pflanzen und einen lebendigen Boden.
Was bringt Honig deinen Cannabispflanzen?
Das sind die wichtigsten Vorteile von Honig im Cannabis-Grow:
1. Honig liefert Zucker: Cannabispflanzen bilden ihren Zucker zwar selbst per Photosynthese, Honig im Substrat ist aber eine zusätzliche Zuckerquelle in der Rhizosphäre, also der Zone direkt um die Wurzeln. Befürworter gehen davon aus, dass die Wurzeln davon etwas aufnehmen können.
2. Honig enthält Makronährstoffe: Honig enthält Stickstoff, Kalium und Phosphor, allerdings nur in kleinen Mengen. Das sind die drei Hauptnährstoffe, die Cannabis für die Eiweißbildung, den Wassertransport und die Aktivierung von Enzymen braucht.
3. Honig füttert das Bodenleben: Gesunder Boden steckt voller Organismen wie Pilze, Bakterien, Protozoen und Nematoden, die den Nährstoffkreislauf am Laufen halten. Pflanzen geben über ihre Wurzeln Zucker ab, um diese Mikroorganismen zu füttern, und profitieren im Gegenzug davon. Honig im Substrat kann die Zahl der nützlichen Mikroben erhöhen.
4. Honig wirkt antimikrobiell: Neben dem Futter für nützliche Mikroorganismen enthält Honig auch antimikrobielle Stoffe, die Krankheitserreger in Schach halten können.

So setzt du Honig in deinem Grow ein
Jetzt, wo du weißt, was Honig deinen Pflanzen bringen kann, hier die besten Anwendungen:
1. Honig als Bewurzelungshilfe für Cannabis-Stecklinge
Honig wird gern als natürliche Alternative zu synthetischen Bewurzelungshormonen genutzt. Das liegt an seiner antimikrobiellen Wirkung und an seinen Enzymen, die die Wurzelbildung fördern sollen. So gehst du vor:
- Schneide mit einer sterilen Schere oder einem sterilen Messer einen Steckling von einer gesunden Mutterpflanze.
- Entferne die unteren Blätter und lass nur ein Paar oben stehen.
- Tauch das Schnittende in Bio-Honig.
- Setz den Steckling in einen kleinen Topf mit Vermiculit und stell ihn an einen warmen, hellen Platz.
- Topf ihn in Erde um, sobald er ein kräftiges Wurzelwerk gebildet hat.
2. Honig als Dünger für Cannabis
Honig enthält, wenn auch in kleinen Mengen, eine Reihe von Makro- und Mikronährstoffen, die Cannabispflanzen fürs Wachstum brauchen. So nutzt du ihn als Dünger:
- Rühr einen Esslöffel Bio-Honig in 1,5 Liter abgekochtes Wasser.
- Gut umrühren, bis sich der Honig komplett aufgelöst hat.
- Lass die Mischung abkühlen.
- Füll sie in eine Gießkanne und gieß sie direkt aufs Substrat.
3. Honig als Blattspray
Blattsprays nutzen die Stomata, winzige Poren auf den Blättern, um Nährstoffe direkt in die Pflanze zu bringen, ohne Umweg über die Wurzeln. Das kann auch die Phyllosphäre beeinflussen, also die Gemeinschaft von Mikroorganismen, die auf den Blättern lebt. So machst du dein eigenes Honig-Blattspray:
- Gib zwei Teelöffel Honig in 4,5 Liter lauwarmes Wasser.
- Verrühren, bis sich der Honig komplett aufgelöst hat.
- Füll die Mischung in eine Sprühflasche.
- Sprüh sie auf die Blätter, vor allem auf die, die Mangelerscheinungen zeigen.
- Wiederhol das alle zwei Wochen.
Honigfallen gegen Schädlinge
Honig hilft dir auch gegen Schädlinge. Stell kleine Gläser mit etwas Honig ins Substrat und schau zu, wie in den folgenden Tagen Schnecken und Trauermücken darin landen.
Wie misst du den Zuckergehalt deiner Cannabispflanzen?
Der Zuckergehalt deiner Pflanzen ist ein wichtiger Hinweis auf ihre Gesundheit und Vitalität. Zucker spielt in den Pflanzenzellen eine zentrale Rolle und beeinflusst Ertrag, Widerstandskraft gegen Schädlinge und die allgemeine Gesundheit. Direkt messen kannst du den Zuckergehalt nicht, aber der Brix-Wert ist ein guter Näherungswert. Er gibt an, wie viele gelöste Stoffe in einer Pflanzenprobe stecken, darunter Zucker und andere Verbindungen.
Für den Brix-Wert brauchst du ein Refraktometer. Es sieht ein bisschen aus wie ein kleines Fernrohr und misst, wie stark Licht durch eine Probe gebrochen wird. Für die Probe zerdrückst du ein paar Cannabisblätter in einer Schale und presst den Saft heraus. Gib so viel Saft auf das Messfeld, dass es bedeckt ist, und lies den Wert ab. Der Brix-Wert schwankt je nach Tageszeit und Wetter, miss also immer zur gleichen Uhrzeit und unter ähnlichen Bedingungen.
Laut manchen Growern liegt der Brix-Wert gesunder Cannabispflanzen zwischen 12 und 20, und Pflanzen am oberen Ende sollen mehr Ertrag bringen und widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten sein. Manche geben Honig dazu, um den Brix-Wert zu steigern, solide Studien dazu gibt es aber nicht.
Honig kann eine sinnvolle Ergänzung für deinen Grow sein: Er liefert ein paar Nährstoffe und unterstützt eine gesunde Entwicklung deiner Pflanzen. Ob als Bewurzelungshilfe, Dünger, Blattspray oder Schädlingsfalle, Honig kann bei Gesundheit und Ertrag einen Unterschied machen. Probier es aus und schau, wie dir Honig beim natürlichen Cannabis-Anbau hilft.
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