
Was sind Hybridsorten? So entstehen Cannabis-Hybriden aus Landrassen
Sativa-dominant, Indica-dominant, Autoflower: wie Hybriden entstehen, was Dominanz damit zu tun hat und mit welchen Methoden Züchter arbeiten.
Hybridsorten sind Cannabis-Sorten, die durch Kreuzung von zwei oder mehr Genetiken entstanden sind, und das trifft auf fast alles zu, was es heute zu kaufen gibt. Durch Züchtung und Hybridisierung unterscheiden sie sich in Phänotyp und Genotyp, also im Erscheinungsbild und im Erbgut, deutlich von den ursprünglichen Landrassen. Ein Hybrid kombiniert die Stärken seiner Elternsorten zu einer Pflanze mit gezielt verbesserten Eigenschaften.
Hybriden sind im Grunde der Versuch des Menschen, maßgeschneiderte Pflanzen mit ganz bestimmten Merkmalen zu bekommen, die normalerweise in Ruderalis-, Indica- oder Sativa-Sorten stecken. Hybrid-Gras ist so gefragt, weil es die besten Eigenschaften seiner Eltern erbt.

Welche Arten von Hybridsorten gibt es?
In der Regel unterscheidet man vier Typen:
- Sativa x Sativa: die Kreuzung zweier Sativa-Sorten.
- Indica x Indica: die Kreuzung zweier Indica-Sorten.
- Sativa x Indica: ein so bezeichneter Hybrid ist sativa-dominant, hat aber Merkmale beider Familien. Das kann zum Beispiel eine hohe Pflanze mit violetten Buds sein.
- Indica x Sativa: Auch diese Sorte hat Merkmale beider Seiten, ist aber indica-dominant.
Dazu kommen die Autoflower-Hybriden: Sorten, die irgendwann in ihrer Entwicklung mit Ruderalis-Genen gekreuzt wurden.
Dominante und rezessive Merkmale: was bei der Kreuzung vererbt wird
Bei der Vererbung wird die genetische Information beider Elternteile kombiniert und weitergegeben. Auch wenn eine Pflanze Erbinformation von beiden Eltern bekommt, zeigen sich nur die dominanten Gene. Man unterscheidet zwei Fälle:
- Vollständige Dominanz: Ein dominantes Gen bestimmt das Erscheinungsbild eines Merkmals komplett und überdeckt das rezessive Gen. Einfach gesagt: Ein dominantes Merkmal sieht man der Pflanze an, ein rezessives bleibt versteckt. Hat eine Mutterpflanze zum Beispiel Grün als dominantes Merkmal und die andere Pflanze Violett als rezessives, ist die erste Generation nach der Regel der vollständigen Dominanz komplett grün.
- Unvollständige Dominanz: Kein Gen setzt sich ganz durch, und die Nachkommen können Merkmale beider Seiten zeigen. Das ist seltener, kann aber in der ersten und den folgenden Generationen zu Mischformen führen, eine Ausnahme von Mendels einfacher Dominanzregel. In unserem Beispiel hätten die Nachkommen dann eine Mischung aus Grün- und Violetttönen statt nur einer Farbe.
Landrassen und die Unterarten von Cannabis
Landrassen sind Cannabis-Typen, die der Mensch einst domestiziert hat und die sich an verschiedene Regionen angepasst haben, wo sie heute „wild“ wachsen können, ohne menschliches Zutun (offene Bestäubung). Diese Sorten stammen deshalb meist aus abgelegenen Gegenden, oft aus Bergregionen.
Es gibt drei Haupttypen von Cannabis, die als Landrassen in verschiedenen Teilen der Welt entstanden sind, und dazu die Cannabis-Hybriden:

Indica: kompakt und harzig
Diese Pflanzen sind kompakt, klein und bilden dichte Buds mit reichlich Harz. Einige Indica-Landrassen wie Kush haben moderate Werte an THC und anderen Cannabinoiden und viel Myrcen, ein Terpen, das als entspannend gilt. Viele Indica-Landrassen kommen mit rauen Bergregionen klar und werden genutzt, um robuste, kompakte Sorten zu züchten.
Sativa: hoch und luftig
Sativas sind bekannt für hohe, baumartige Pflanzen mit lockereren Buds als bei Indicas. Diese imposanten Pflanzen stammen aus Regionen wie Mexiko und Südafrika. Ein Beispiel ist Durban Poison, eine einzigartige Sorte aus Südafrika mit THC, THCV und viel Terpinolen, das ihr einen markanten pfeffrig-kräuterigen Geschmack gibt.
Ruderalis: blüht ohne Lichtumstellung
Ruderalis stammt ursprünglich aus Zentralasien und Osteuropa, hat wenig THC und eine besondere Eigenschaft: Ihre Blüte hängt nicht von der Photoperiode ab, sie blüht also unabhängig davon, wie viel Licht sie bekommt. Auf dem Markt ist das extrem wertvoll. Wenn du eine Autoflower-Version deines Lieblingshybriden findest, weißt du: Da wurde Indica- oder Sativa-Genetik mit Ruderalis gekreuzt.
Hybriden: das Beste aus allen Welten
Hybriden entstehen, wenn der Mensch die oben genannten Unterarten miteinander kreuzt. Aus Indica-, Sativa- und/oder Ruderalis-Genetik entstehen Sorten, die genau die Merkmale betonen, die sich Züchter, Grower und Konsumenten wünschen. Ein frühes Beispiel für einen kommerziellen Hybrid ist Skunk, eine der ersten „großen“ Kreuzungen aus Indica und Sativa, wenn auch nicht die einzige.
Wie züchtet man Cannabis-Hybriden?
Eine Kreuzung an sich ist simpel. Willst du aber, dass fast alle Nachkommen ein bestimmtes Ergebnis mit einer gewissen Stabilität zeigen, wird es kompliziert. Züchter gehen ihre Projekte deshalb mit unterschiedlichen Methoden an, zum Beispiel:
Ausgleichende Paarung
Bei dieser Methode werden die gewünschten Eigenschaften zweier Pflanzen kombiniert, damit die Nachkommen das Beste von beiden erben und Schwächen ausgeglichen werden. Selbst wenn einem Elternteil bestimmte Eigenschaften fehlen, die der andere hat, kann diese Kreuzung das wettmachen.
Gerichtete Selektion
Hier identifizierst du die gewünschten Merkmale in einem Phänotyp und machst sie durch Stabilisierung dauerhaft. Einfacher gesagt: Unerwünschte Pflanzen fliegen raus, und du konzentrierst dich auf die, die eine bestimmte gewünschte Eigenschaft zeigen.
Reguläre Samen erzeugen
Das ist eine der einfachsten Methoden, das Ergebnis liegt aber in der Hand der Natur. Du bringst die weiblichen Pflanzen einfach mit dem Pollen einer männlichen Pflanze zusammen, und es bilden sich Samen. Bedenke: Bei dieser Art der Kreuzung sind die Nachkommen sehr unterschiedlich.
Einen neuen Hybriden zu erschaffen hängt von vielen Faktoren ab, etwa von Erfahrung und Geduld. Wie gut und stabil der Hybrid am Ende wird, hängt davon ab, wie du damit umgehst. Deshalb ist es so wichtig zu verstehen, was Stabilität in diesem Zusammenhang bedeutet.
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