Ist mein Gras verschimmelt? Die Anzeichen und warum Waschen nichts bringt
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Ist mein Gras verschimmelt? Die Anzeichen und warum Waschen nichts bringt

Weißer Flaum, braune Stellen, muffiger Geruch: So erkennst du Schimmel an Pflanze und Buds, so beugst du vor – und darum gehört Schimmelgras in den Müll.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Verschimmeltes Gras erkennst du an weißem, watteartigem Belag (Echter Mehltau), braunen Stellen mit weißlichem Rand im Inneren der Buds (Botrytis), grauem, gelbem oder bräunlichem Flaum, winzigen schwarzen Punkten unter der Lupe und einem muffigen, fauligen Geruch. Schimmlige Buds lassen sich nicht zuverlässig retten: Waschen oder Backofen beseitigen weder Sporen noch Giftstoffe. Für alle, die selbst growen, gehören Schädlinge und Schimmel leider dazu – wer sie früh erkennt, rettet oft die Ernte.

Manchmal zeigt sich Schimmel in der Blüte erst an einer einzigen Pflanze. Hat er sich aber ausgebreitet, wird es richtig schwierig. Deshalb lohnt sich der genaue Blick – erst an der Pflanze, später an den getrockneten Buds.

Woran erkennst du Schimmel an Cannabisblüten?

Schimmel auf fermentierten Buds früh zu entdecken, ist entscheidend, um deine Ernte und die Qualität deiner Blüten zu schützen. Hier eine ausführliche Anleitung, wie du Schimmel an deinen Pflanzen erkennst – von den sichtbaren Anzeichen bis zu den besten Kontrollmethoden.

Cannabisblatt aus der Nähe mit Schadbild

Darauf achtest du bei der Suche nach Schimmel:

  • Gründliche Sichtkontrolle: Untersuch deine Pflanzen vor der Ernte genau auf mögliche Schimmelzeichen. Fang unten an der Pflanze an, denn dort zeigen sich die ersten Anzeichen meistens zuerst.
  • So sieht Schimmel aus: Ein verschimmelter Bud kann ganz unterschiedlich aussehen. Siehst du einen weißen, watteartigen Belag auf Blüten und Blättern, ist es wahrscheinlich Echter Mehltau. Gelbliche Flecken auf den Blättern deuten dagegen auf Falschen Mehltau hin. Und sind deine Buds braun mit einem weißlichen Rand, hast du es vermutlich mit Botrytis (Grauschimmel) zu tun.
  • Fauliger Geruch: Hast du schon geerntet und deine Buds riechen faulig oder muffig, ist das ein deutliches Warnsignal für Schimmel. Achte auf jede ungewöhnliche Veränderung im Aroma deiner Blüten – fauliger Geruch ist ein klarer Hinweis auf Schimmelbefall.
  • Mit Licht und Lupe nachschauen: Manchmal ist Schimmel mit bloßem Auge kaum zu sehen. Nimm deshalb helles Licht oder eine Lupe für eine genauere Kontrolle. Achte auf Sporen, die als winzige schwarze Punkte auftauchen. Entdeckst du einen flaumigen Belag in Grau, Gelb oder Braun, wächst dort wahrscheinlich gerade Schimmel.

Wie beugst du Schimmel an den Buds vor?

Schimmel bei der Cannabis-Ernte ist ein häufiges Problem, das Qualität und Menge deiner Blüten kosten kann. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen kannst du ihn aber verhindern und deinen Grow schützen. Hier eine ausführliche Anleitung zur Vorbeugung.

Das richtige Klima:

  • Lüftung und Abluft: Gute Belüftung und ein effizienter Abluftventilator sind die Basis für ein gesundes Klima im Grow. Sorg für einen konstanten Strom frischer Luft und dafür, dass verbrauchte Luft zuverlässig abgesaugt wird.
  • Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Griff: Schimmelpilze lieben hohe Luftfeuchtigkeit und warme Temperaturen. Bei Regen oder hoher Luftfeuchte musst du diese Werte besonders im Blick behalten, damit sich kein Schimmel ausbreitet. Setz bei Bedarf Luftentfeuchter, Heizung oder Kühlung ein.

Vorbeugende Maßnahmen:

  • Hausgemachte Fungizide: Selbstgemachte Mittel können helfen, Schimmel vorzubeugen. Infrage kommen natürliche Lösungen wie Knoblauchextrakt, ätherische Öle oder Natron, die pilzhemmend wirken.
  • Tägliche Kontrolle: Schau dir deine Pflanzen jeden Tag an, um frühe Anzeichen von Schimmel zu entdecken. Achte besonders auf die anfälligsten Stellen wie die unteren Blätter und die dichtesten Buds.
  • Richtig ernten und trocknen: Bring die Blüten direkt nach der Ernte auf ein gut belüftetes Trockennetz. Auch das Trockentrimmen, bei dem du ganze Äste abschneidest und zum Trocknen aufhängst, kann Schimmel vorbeugen.

Curing ohne Schimmel:

  • Richtig lagern: Bewahr deine Buds nach dem Trocknen in luftdichten Behältern an einem kühlen, dunklen Ort auf. Kontrollier sie während des Curings regelmäßig, damit du Schimmel früh entdeckst und schnell reagieren kannst.

Mit diesen Maßnahmen senkst du das Schimmelrisiko bei deiner Ernte deutlich und hältst die Qualität deiner Blüten hoch. Denk dran: Ständige Kontrolle und schnelles Handeln sind der Schlüssel, um deinen Grow vor diesem Problem zu schützen.

Kontrolle einer Cannabispflanze auf Befall

Kann man Schimmel von getrockneten Buds entfernen?

Schimmel an den Buds ist mehr als ein Schönheitsfehler, er kann ein echtes Gesundheitsrisiko sein. Beim Einatmen können sich Schimmelsporen in der Lunge festsetzen und ernste Atemwegsprobleme wie Lungeninfektionen oder Bronchitis auslösen.

In schweren Fällen kann es zu Lungenentzündung oder chronischer Nasennebenhöhlenentzündung kommen. Findest du Schimmel an deinem Gras, musst du deine Gesundheit an erste Stelle setzen. Kurz vorweg: Zuverlässig retten lässt sich befallenes Gras nicht.

Methoden, mit denen manche verschimmelte Buds „reinigen“ (und warum wir davon abraten):

  1. Kaltes Wasser: Manche weichen die Buds in kaltem Wasser ein und säubern sie gründlich, um sichtbaren Schimmel zu entfernen, und trocknen sie danach vollständig. Damit verschwindet aber nur, was man sieht – Sporen bleiben.
  2. Heißes Wasser: Andere tauchen die Buds ein paar Minuten in heißes Wasser und trocknen sie danach gründlich. Das kann einen Teil des Schimmels entfernen, aber wenn die Buds danach nicht perfekt trocknen, wächst er erst recht weiter.
  3. Backofen: Wieder andere legen die Buds bei 95 °C für 15 Minuten auf einem Blech in den Ofen. Die Hitze kann aktiven Schimmel abtöten, beseitigt aber weder Sporen noch die Giftstoffe, die er schon gebildet hat – und baut obendrein Cannabinoide ab.

Achtung:

Egal mit welcher Methode: Verschimmeltes Gras zu konsumieren bleibt riskant und ist nicht zu empfehlen. Wer es trotzdem tut, muss mit gesundheitlichen Risiken rechnen, von üblem Geschmack über Halsreizungen und unerwünschte Wirkungen bis zu ernsteren Symptomen, vor allem bei geschwächtem Immunsystem. Im Zweifel: weg damit.