Kiffen gegen Migräne: das unterschätzte Risiko Rebound-Kopfschmerz
GESUNDHEIT

Kiffen gegen Migräne: das unterschätzte Risiko Rebound-Kopfschmerz

Cannabis lindert bei manchen die Attacke, kann laut einer Studie aber Kopfschmerz durch Übergebrauch begünstigen. Plus: Was bei Augenmigräne hilft.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Manche Migräne-Patienten berichten, dass Cannabis ihre Attacken kurzfristig lindert, doch eine Studie mit 368 Menschen mit chronischer Migräne zeigt eine Kehrseite: Wer Cannabis nutzte, hatte ein sechsmal höheres Risiko für Rebound-Kopfschmerzen, also Kopfschmerzen durch zu häufige Schmerzmittel. Cannabis gegen Migräne ist deshalb kein Selbstläufer und gehört in ärztliche Begleitung.

Was ist Migräne und wie wird sie behandelt?

Migräne ist eine chronische Kopfschmerzerkrankung mit oft heftigen Symptomen: pochender Schmerz, Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Eine wirksame Behandlung zu finden, ist für viele ein langer Weg. Klassisch setzt man auf Schmerzmittel, spezielle Migränemedikamente und Änderungen im Lebensstil.

Cannabis als Behandlungsoption bei Migräne

Cannabis wird wegen seiner möglichen schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften als Option bei Migräne diskutiert. Manche Nutzer berichten, dass ein Joint oder Cannabisöl den Schmerz vorübergehend lindert und die Attacken abschwächt. Ganz ohne Risiko ist das aber nicht.

Migräne und Rebound-Kopfschmerz: was die Studie zeigt

Eine Studie, vorgestellt auf der 73. Jahrestagung der American Academy of Neurology, liefert spannende Ergebnisse zu Cannabis und Migräne. Untersucht wurden 368 Menschen mit chronischer Migräne. Wer Cannabis konsumierte, hatte ein sechsmal so hohes Risiko für Rebound-Kopfschmerzen wie Nichtkonsumenten.

Rebound-Kopfschmerz, medizinisch Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch, entsteht, wenn Migränepatienten zu oft zu Schmerzmitteln greifen. Das Ergebnis deutet darauf hin, dass auch Cannabis bei Migräne einen solchen Rebound-Effekt haben und die Kopfschmerzen verschlimmern könnte.

Cannabispflanze im Grow

Cannabis bei Migräne verantwortungsvoll nutzen

Auch wenn manche mit Cannabis vorübergehend Linderung finden: Eine Dauerlösung ist das nicht, und es gibt Risiken. Diese Punkte solltest du kennen:

  1. Sprich mit Arzt oder Ärztin: Bevor du Cannabis gegen Migräne ausprobierst, sprich mit deinem Hausarzt oder einer Neurologin. Sie können Risiken und Nutzen für deine Situation einschätzen.
  2. Übertreib es nicht: Die Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen viel Cannabis und Rebound-Kopfschmerz. Geh verantwortungsvoll damit um und halte dich an die Dosierempfehlungen deines Arztes.
  3. Andere Optionen prüfen: Neben Cannabis gibt es medizinische Behandlungen und Änderungen im Alltag, die bei Migräne helfen können, etwa verschreibungspflichtige Medikamente, Physiotherapie und Stressbewältigung.
  4. Cannabis-Tee und Cannabisöl: Manche berichten, dass ein Tee mit Cannabis oder Cannabisöl, auf die Schläfen aufgetragen, kurzfristig Linderung bringt. Das sollte aber in Absprache mit medizinischem Fachpersonal passieren.

Fazit: Cannabis kann bei Migräne etwas Linderung bringen, hat aber auch mögliche Risiken wie den Rebound-Kopfschmerz. Wenn du Cannabis als Teil deiner Migränebehandlung in Betracht ziehst, sprich mit einem Arzt und geh verantwortungsvoll damit um. Migräne ist komplex, und die Behandlung braucht einen sorgfältig begleiteten, individuellen Plan.

Wie lässt sich eine Augenmigräne lindern?

Eine Augenmigräne, auch ophthalmische Migräne oder Migräne mit visueller Aura genannt, kann richtig unangenehm sein, denn sie bringt Sehstörungen wie Lichtblitze, Zickzacklinien oder vorübergehenden Sehverlust mit sich. Diese Tipps können helfen:

1. Such dir einen ruhigen Ort: Helles Licht und Lärm machen eine Augenmigräne oft schlimmer. Zieh dich in einen dunklen, ruhigen Raum zurück, mach Vorhänge oder Rollos zu und das Licht aus, damit möglichst wenig auf deine Augen einprasselt.

2. Kalte Kompressen: Leg dir 15 bis 20 Minuten lang eine kalte Kompresse oder ein in ein Tuch gewickeltes Kühlpack auf die geschlossenen Augen. Das kann Druckgefühl und Unwohlsein lindern.

3. Ausruhen: Versuch, in einem dunklen, stillen Raum zu schlafen oder dich hinzulegen. Schlaf kann die Migräne abschwächen und verkürzen.

4. Auslöser meiden: Wer seine Migräne-Trigger kennt und meidet, hat oft weniger Attacken. Typische Auslöser sind bestimmte Lebensmittel und Getränke, Stress oder Schlafmangel. Ein Migräne-Tagebuch hilft, Muster und persönliche Trigger zu erkennen.

5. Medikamente: Sprich mit einem Arzt über Behandlungsmöglichkeiten. In manchen Fällen helfen verschreibungspflichtige Mittel wie Triptane oder Schmerzmittel gegen den Schmerz einer Augenmigräne.

6. Entspannung und Stressabbau: Entspannungstechniken wie Meditation, tiefes Atmen oder Yoga können helfen, Häufigkeit und Stärke der Migräne zu verringern.

7. Ausgewogen essen: Lass keine Mahlzeiten aus und ernähre dich ausgewogen. Fasten und unregelmäßiges Essen können bei manchen Menschen Migräne auslösen.

8. Genug trinken: Trink über den Tag verteilt ausreichend Wasser. Flüssigkeitsmangel kann manchmal eine Migräne triggern.

9. Zum Augenarzt: Wenn du regelmäßig Augenmigräne hast, lass dich von einem Augenarzt untersuchen, am besten von jemandem mit Erfahrung bei Migräne. Er kann deine Augengesundheit prüfen und dir gezielte Tipps geben.

10. Keine Selbstmedikation: Nimm nichts auf eigene Faust, ohne vorher medizinischen Rat einzuholen, denn manche Medikamente sind bei Augenmigräne nicht sicher oder nicht geeignet.

Jeder Mensch ist anders, und was dem einen hilft, bringt dem anderen vielleicht nichts. Wenn du schwere oder häufige Augenmigräne hast, lass dich ärztlich untersuchen und einen passenden Behandlungsplan erstellen.