Kiffen und Sport: Hilft Cannabis beim Training oder bremst es?
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Kiffen und Sport: Hilft Cannabis beim Training oder bremst es?

Motivation, Regeneration, Herzrasen: was eine US-Umfrage über Cannabis und Training zeigt und worauf du vor und nach dem Sport achten solltest.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Kiffen und Sport: was wir über Cannabis und Training wissen

Kiffen und Sport passen öfter zusammen, als viele denken, und die bisherige Forschung stützt nicht die Annahme, dass Cannabis dein Training automatisch ruiniert: In einer US-Umfrage sagten die meisten Konsumierenden, Cannabis steigere ihre Motivation, ihren Spaß und ihre Regeneration. Die Kehrseite sind ein schnellerer Puls und langsamere Reaktionen, also gilt: niedrig dosieren und locker trainieren. Einige Untersuchungen deuten sogar darauf hin, dass Kiffen und Sport sich vertragen können.

Klar, das Klischee vom „Dauerkiffer“, der nicht von der Couch hochkommt, hält sich hartnäckig. Es gibt aber Hinweise in die andere Richtung: Bei manchen Leuten wirkt Cannabis eher anregend als lähmend.

Eine Studie aus dem Jahr 2019 im Fachjournal Frontiers in Public Health brachte spannende Ergebnisse zu Gras und Sport. Die Forschenden konzentrierten sich auf US-Bundesstaaten, in denen Cannabis legal ist, und befragten rund 600 Konsumierende. Etwa 80 % gaben an, kurz vor oder nach dem Training Cannabis zu nehmen.

Mehr als die Hälfte der Befragten sagte, Cannabis vor dem Sport gebe ihnen zusätzliche Motivation. Fast 80 % meinten, es helfe bei der Regeneration, und 70 % sagten, das Training mache dadurch mehr Spaß.

Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass Cannabis belastungsbedingte Entzündungen verringern kann. Wer wegen Gelenkschmerzen aufs Training verzichtet, könnte von Cannabis profitieren – Patient:innen berichten, dass es Schmerzen lindert.

Cannabis vor dem Training kann manchen außerdem helfen, sich mental auf die Einheit einzustellen und sie mehr zu genießen. 70 % der Befragten sagten, es helfe ihnen auch, mit einer positiven Einstellung ins Training zu gehen.

Sportler beim Training im Freien

Kiffen vor dem Training

Wenn du zum ersten Mal vor dem Sport Cannabis ausprobierst, fang mit einer winzigen Menge an. Cannabis kann den Puls hochtreiben oder Herzrasen (Tachykardie) auslösen. Hast du ein Herzproblem, kann Kiffen das Risiko für Herzkomplikationen erhöhen, weil Sport den Puls ohnehin schon nach oben treibt.

In derselben Studie gaben 40 % der Befragten an, dass ihr Puls beim Training nach dem Kiffen höher war als sonst. Wenn du das bei dir merkst, bleib lieber bei weniger intensiven Einheiten. 

Bei Ausdauersportlern gewinnt Cannabis schon an Beliebtheit. Einige Ausdauerläufer erzählen, dass sie 30 Minuten vor einem Trainingslauf Gras nehmen.

Kiffen nach dem Training

Der Hauptgrund für Cannabis nach dem Sport ist die Regeneration. Ob Gras wirklich bei der Erholung hilft, ist kaum untersucht. Studien deuten aber darauf hin, dass Cannabis entzündungshemmend wirken kann. Es könnte auch Schwellungen lindern, die mit Entzündungen einhergehen. Einige Studien deuten darauf hin, dass Cannabis nach dem Training gegen Muskelkater helfen kann. So kommst du vielleicht schneller wieder ins Gym.

Bei Cannabis und Sport sind feste Schlüsse schwierig – es gibt schlicht noch zu wenig Forschung zu dieser Kombi. Eins lässt sich aber sagen: Wenn du vor oder nach dem Training Cannabis nimmst, sind Öle oder Edibles die bessere Wahl. Verbrennung setzt deiner Lunge zu und kann deine Leistung drücken. Direkt nach dem Training zu rauchen könnte zusätzlich belasten, weil du tief atmest und deine Lunge auf Hochtouren läuft. 

Egal, wann oder wie du Gras und Sport kombinierst: Trink viel Wasser. THC soll den Glukosestoffwechsel stärker fordern, also trink regelmäßig. 

Was passiert, wenn du vor dem Training CBD nimmst?

Es gibt Erfahrungsberichte und erste, begrenzte wissenschaftliche Hinweise, dass CBD (Cannabidiol) vor dem Sport manchen Menschen etwas bringen kann. Die Forschung dazu ist aber dünn, und es braucht mehr Studien, um die Wirkung von CBD auf die sportliche Leistung wirklich zu verstehen.

CBD wird häufig wegen seiner möglichen entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften eingesetzt, was nach hartem Training bei Muskelkater und Entzündungen helfen könnte. Manche nehmen es vor dem Training in der Hoffnung, Muskelermüdung zu verringern und schneller zu regenerieren.

Einige CBD-Nutzer berichten außerdem, dass sie vor dem Sport konzentrierter und entspannter sind, was die Leistung in manchen Fällen verbessern kann. Trotzdem wirkt CBD bei jedem anders, und manche bekommen unerwünschte Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Schwindel.

Verbessert Cannabis wirklich die sportliche Leistung?

Ob Gras die Leistung im Sport hebt oder senkt, ist umstritten, und die Meinungen gehen weit auseinander. Manche schwören darauf, dass Kiffen vor dem Training alles besser macht, andere sehen das ganz anders. So oder so: Cannabis kann sich negativ auf die Leistung und auf die Gesundheit allgemein auswirken.

Cannabis enthält Wirkstoffe wie THC, die auf das zentrale Nervensystem wirken und psychoaktiv sind. Dazu können eine schlechtere Koordination, ein verzerrtes Zeitgefühl und langsamere Reaktionen gehören – das kann Leistung und Sicherheit beim Training beeinträchtigen.

Gras kann außerdem müde, antriebslos und unkonzentriert machen – schlecht für jede Sportart, die Aufmerksamkeit und Energie verlangt.

Dazu kommt: Sport- und Anti-Doping-Regeln verbieten Cannabis in den meisten professionellen Wettkämpfen. Wer positiv getestet wird, muss mit Sperren und anderen Konsequenzen rechnen.

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