Kompost für Cannabis: schichten, reifen lassen und richtig ausbringen
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Kompost für Cannabis: schichten, reifen lassen und richtig ausbringen

Grünes plus braunes Material, Luft und Wasser: So legst du eigenen Kompost an und bringst ihn als Mulch, in die Erde oder als Komposttee an deine Pflanzen.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Was ist Kompost und warum lohnt er sich für Cannabis?

Kompost ist organisches Material, das Mikroorganismen zersetzt haben, wobei Nährstoffe für den Boden frei werden. Diese Nährstoffe nutzen die Pflanzen dann zum Wachsen. Bis eigener Kompost reif ist, dauert es je nach Wärme, Feuchtigkeit und Material ein paar Monate bis zu einem Jahr, und auf die Cannabispflanzen kommt er als Mulchschicht, untergemischt in die Erde oder als Komposttee.

Das Grundrezept für klassischen Kompost: stickstoffreiches „grünes Material“ plus kohlenstoffreiches „braunes Material“, dazu Sauerstoff (Luft) und Feuchtigkeit (Wasser).

Die Arbeit machen aerobe Bakterien, die Sauerstoff zum Überleben brauchen, deshalb ist gute Belüftung das A und O. Außerdem brauchen sie Wasser, eine Feuchtigkeit zwischen 40 und 60 % ist optimal. Bei der Zersetzung erzeugen die Bakterien Wärme (und geben Kohlendioxid ab), dadurch heizt sich der Komposthaufen auf. Fühlt sich der Kompost warm an, ist das ein gutes Zeichen: Dann läuft der Prozess.

Dazu kommt: Kompostieren ist eine natürliche Art, Küchenabfälle und andere organische Reste zu recyceln und sie dem Boden zurückzugeben, was weniger Müll und damit weniger Belastung für die Umwelt bedeutet. Außerdem brauchst du weniger Pestizide und Kunstdünger, und das tut der Gesundheit von Tieren, Pflanzen und Menschen richtig gut.

Kompost selber machen

Mit eigenem Kompost hast du immer Nachschub an hochwertigen Nährstoffen. Am besten klappt es bei warmem, sonnigem Wetter, denn wenn es kalt wird, bremst die Zersetzung des organischen Materials deutlich ab.

Wie legst du einen guten Kompost an?:

Schritt eins ist ein guter Standort: warm und weg von den Ecken, wo du dich viel aufhältst. Bei der Zersetzung von organischem Material kann es etwas riechen (wobei ein gut geführter Komposthaufen eigentlich nicht übel stinken sollte). Der Kompost sollte gut erreichbar sein und einen Gartenschlauch in der Nähe haben, weil du an heißen Tagen eventuell Wasser nachgießen musst.

Du brauchst einen Komposter oder einen Behälter, das kann auch eine simple selbstgebaute Holzkiste sein. Viele nehmen einfach eine große Plastiktonne. Bohr Löcher in Boden und Seiten, damit Luft rankommt. Ein Deckel ist wichtig, denn er hält Wärme und Feuchtigkeit im Kompost.

Außerdem brauchst du Gartenwerkzeug, um den Kompost umzusetzen, damit das Material von oben mit dem Rest gemischt wird. Am wärmsten ist es in der Mitte des Haufens, und wenn du oft umschichtest, zersetzt sich alles gleichmäßig.

Wie lange dauert es, bis Kompost fertig ist?

Wie lange dein Kompost braucht, hängt von mehreren Faktoren ab: Temperatur, Feuchtigkeit, Material und Methode.

In der Regel dauert es ein paar Monate bis zu einem Jahr, bis der Kompost komplett reif und einsatzbereit ist. In dieser Zeit zerlegen die Mikroorganismen das organische Material auf ganz natürliche Weise.

Wenn es schneller gehen soll, achte auf ein gutes Verhältnis von kohlenstoffreichem Material (trockenes Laub, Zweige, Papier) und stickstoffreichem Material (Küchenabfälle, Rasenschnitt, Mist). Und setz den Kompost regelmäßig um, das bringt Luft rein und beschleunigt die Zersetzung.

Selbstgemachter Kompost ist eine nachhaltige und günstige Art, organische Abfälle zu verwerten und hochwertigen Bio-Dünger zu gewinnen. Du kannst ihn im Garten, in Töpfen und im Gemüsebeet einsetzen, um den Boden anzureichern, seine Struktur zu verbessern, Feuchtigkeit zu halten und Pflanzen natürlich mit Nährstoffen zu versorgen.

Komposthaufen

Kompost richtig schichten: Schritt für Schritt

Am besten fängst du mit einer Schicht aus trockenem Gras und Laub an. Mit jeder weiteren Schicht hältst du ein Verhältnis von etwa 60 % kohlenstoffreichem Material (trockenes Gras und Laub) zu 40 % stickstoffreichem Material (grüne Pflanzenreste). Weitere gute Kohlenstofflieferanten sind unbehandelte Pappe, Stroh, Holzhackschnitzel oder Sägemehl, trockene Zweige und so weiter.

Auf die erste Kohlenstoffschicht kommt stickstoffreiches Pflanzenmaterial, zum Beispiel Kuh- oder Pferdemist, Rasen- und Gartenschnitt, Eierschalen oder Gemüse- und Obstreste (von Karotten, Gurken, Birnen, Äpfeln, Kartoffeln usw., gut zerkleinert). 

Die dritte Schicht besteht aus Erde ohne Pestizide oder Kunstdünger. Kontrollier den Kompost regelmäßig, misch ihn alle paar Tage gut durch und gieß nach, wenn die Mitte anfängt auszutrocknen. 

Finger weg von: Milchprodukten, Fett, Fleisch, Fisch sowie Hunde- und Katzenkot. Manches davon verrottet gar nicht oder nur sehr langsam, anderes lockt Tiere oder Ungeziefer an. Ist die Zersetzung abgeschlossen, sollte der Kompost dunkel und krümelig-erdig aussehen.

Was bringt Kompost im Cannabis-Grow?

Kompost füttert den Boden, Dünger füttert die Pflanze. Dazu sorgt Kompost für einen reicheren, ausgewogeneren Boden. Wenn du beides kombinierst, bekommen deine Cannabispflanzen optimale Wachstumsbedingungen.

Selbstgemachter Kompost ist super einfach anzuwenden. Du verteilst ihn als Schicht Pflanzerde rund um die Pflanzen. Wie viel du nimmst, hängt von der Qualität des Substrats und seinem Nährstoffgehalt ab. Kompost mit Erde gemischt ist auch ein starker Start für einen Indoor-Grow.

Wie bringst du Kompost bei deinen Pflanzen aus?

Eine gängige Methode ist das Aufbringen auf die Oberfläche. Dabei verteilst du eine Schicht reifen Kompost auf der Erde rund um die Pflanzen. Diese Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden, unterdrückt Unkraut und gibt beim langsamen Zersetzen Nährstoffe an die Wurzeln ab. So geht’s: Verteil eine etwa 2 bis 5 Zentimeter dicke Schicht rund um die Pflanzen und lass dabei etwas Abstand zum Stamm, damit nichts fault.

Du kannst Kompost auch vor der Aussaat oder beim Umtopfen unter die Erde mischen. Grab dazu ein Loch, das groß genug für die Wurzeln ist, und füll es mit einer Mischung aus Erde und Kompost. Das reichert den Boden mit Nährstoffen und organischem Material an und schafft gute Bedingungen fürs Wachstum.

Und dann gibt es noch Komposttee: Du weichst eine Portion Kompost eine Zeitlang in Wasser ein und nutzt die Flüssigkeit als Flüssigdünger. Den Komposttee kannst du auf Blätter und Wurzeln sprühen, so kommen die Nährstoffe schnell an.