
Lebenszyklus der Cannabispflanze: alle Phasen von der Keimung bis zur Reife
Keimung, Bewurzelung, Wachstum, Vorblüte und Blüte – was in jeder Phase passiert, wie lange sie dauert und was deine Pflanze gerade braucht.
Der Lebenszyklus der Cannabispflanze dauert meist vier bis zehn Monate, denn Cannabis ist einjährig. Er besteht aus fünf Phasen: Keimung, Bewurzelung, Wachstumsphase (vegetativ), Vorblüte und Blütephase. Wie lange jede davon dauert, hängt davon ab, ob du eine Autoflower oder eine photoperiodische Sorte anbaust, ob du mit Samen oder Steckling startest und wann die Lichtstunden verkürzt werden.
Pflanzen sind Lebewesen, und wie jedes Lebewesen haben sie einen Lebenszyklus mit verschiedenen Etappen. Bei Cannabis spielt sich das innerhalb eines Jahres ab: Die meisten Sorten sind nach vier bis zehn Monaten am Ende ihres Lebens angekommen. Grob lässt sich der Lebenszyklus einer Cannabispflanze so einteilen:
1. Keimung
2. Bewurzelung
3. Wachstum
4. Blüte
Wie lange der Zyklus dauert, hängt davon ab, ob die Pflanze feminisiert oder automatisch ist, ob du einen Steckling oder einen Samen ziehst und wann die Lichtstunden verkürzt werden (oder wann du sie verkürzt), damit die Blüte startet. Hier jede Phase im Detail.
1. Keimung: Wie lange brauchen Cannabissamen?

Die Keimung der Samen ist die erste Phase im Lebenszyklus von Cannabis und dauert 1 bis 7 Tage. Meist zeigt sich nach spätestens 72 Stunden etwas, das kann sich aber auch hinziehen. Bekannt ist: Je größer oder älter die Samen, desto länger brauchen sie.
In dieser Phase saugt der Samen Feuchtigkeit auf und sprengt seine Schale. Du siehst, wie er aufgeht und die Wurzel herausschaut – ein neues Leben beginnt. Ab hier wächst dein Cannabis.
Lässt du die Samen im Küchenpapier oder im Wasserglas keimen, setzt du sie in die Erde, sobald die Wurzel etwa 0,5 cm lang ist. Nach ein paar Tagen spitzt dann das Pflänzchen heraus.
Ganz wichtig: Das Substrat darf nicht vorgedüngt sein, denn zu viele Nährstoffe können den Keimling umbringen.
2. Bewurzelung: Keimblätter und erste Wurzeln

Sobald der Samen im Substrat steckt, beginnt die zweite Phase, die Bewurzelung. Sie dauert etwa eine Woche, je nach Sorte und Umgebungsbedingungen.
Jetzt erscheinen die ersten Blätter, die Keimblätter (Kotyledonen), die als Nahrungsreserve dienen.
In dieser Phase und bis zur 2. bis 3. Woche nach der Keimung solltest du nicht düngen, nur gießen. Die Pflanze braucht am Anfang schlicht keinen Dünger, und zu viel verbrennt sie schnell.
Ein frisch gekeimter Samen hat noch keine Wurzel, mit der er Nährstoffe aufnehmen könnte. Geduld ist hier also alles: Lass Zeit und Natur ihre Arbeit machen. Wichtig ist, dass die Pflanzen in dieser Phase so viel Licht wie möglich bekommen.
Stecklinge brauchen zum Bewurzeln eine hohe Luftfeuchtigkeit, deshalb kommen sie für ein paar Tage in ein Anzuchtgewächshaus (Propagator).
3. Wachstumsphase: Wie lange bleibt Cannabis vegetativ?

Mit der Wachstumsphase beginnt das eigentliche Größenwachstum der Cannabispflanze. In der vegetativen Phase konzentriert sich die Pflanze darauf zu wachsen und Blätter, Triebe und Stängel zu bilden. Wie lange das dauert, hängt von den verfügbaren Lichtstunden ab.
Outdoor fängt die Pflanze an zu blühen, wenn die Jahreszeit wechselt und die Tage kürzer werden, also am Ende des Sommers, wenn der Herbst beginnt.
Indoor musst du diesen Wechsel selbst auslösen und kannst also entscheiden, wie lange die Pflanzen wachsen.
Üblich sind 1 Monat, anderthalb oder 2 Monate. Viel länger solltest du nicht warten, sonst wird es schwer, die Höhe der Pflanze im Griff zu behalten – und bedenke, dass sich eine Pflanze in der Blüte noch mal verdoppeln kann.
Das gilt natürlich nicht, wenn die Pflanze eine Mutterpflanze werden soll, von der du Stecklinge schneidest. Dann kannst du sie jahrelang im Wachstum halten und mit Rückschnitten die Größe kontrollieren.
Beim Füttern fängst du am besten nach und nach an, vor allem im Topf. Blattreiche Pflanzen mögen gesunde, nährstoffreiche Erde oder Substrate.
Am meisten braucht die Pflanze jetzt Stickstoff für die Bildung von Chlorophyll. Phosphor und Kalium braucht sie auch, aber in kleineren Mengen. Gute Dünger lohnen sich – oder warum nicht gleich selbst welche machen?
Jetzt ist auch der Moment für vorbeugende Mittel gegen Schädlinge wie Kieselgur, Kaliseife oder Neemöl.
Je größer die Pflanze, desto mehr Wasser braucht sie. Junge Pflanzen gießt du am besten nah am Stamm. Später verteilst du das Wasser großzügiger, damit die Wurzelspitzen es besser aufnehmen können.
Autoflowers können in dieser Phase schon nach 2 oder 3 Wochen von selbst in die Blüte gehen. Reguläre oder feminisierte Sorten blühen erst, wenn die Tage kürzer werden (outdoor), wie oben erklärt, oder wenn du das Licht auf 12 Stunden reduzierst (indoor).
4. Vorblüte: Jetzt zeigt die Pflanze ihr Geschlecht
Die Vorblüte beginnt, sobald sich die Photoperiode ändert, also die Lichtstunden kürzer werden.
Das ist eine der wichtigsten Phasen, denn jetzt zeigt die Pflanze ihr Geschlecht: Männchen oder Weibchen. Du siehst die ersten weißen Härchen (Stempel), die eine Blüte ankündigen, oder kleine Säckchen – das sind Pollensäcke einer männlichen Pflanze, die du besser entfernst.
Die Pflanze braucht jetzt noch dieselben Nährstoffe wie im Wachstum, also viel Stickstoff. Du kannst aber schon anfangen, in kleinen Mengen phosphor- und kaliumreiche Produkte dazuzugeben, um die Blütenbildung anzuregen.
5. Blütephase: vier Abschnitte bis zur Ernte

In der Blütephase, der letzten Phase im Lebenszyklus, unterscheidest du vier Abschnitte, je nachdem, wie sich die Buds entwickeln.
Abschnitt 1: Blütenbildung
Das ist der Start der Blüte: Die Blüten beginnen sich zu bilden. Zuerst wachsen sie in die Länge, und nach dem anfänglichen Stretch hört die Pflanze auf, in die Höhe zu wachsen. Dieser Abschnitt dauert 2 bis 3 Wochen.
Abschnitt 2: Blütenvolumen
Jetzt legen die Blüten an Volumen zu, sie wachsen also in die Breite. Das dauert etwa eine Woche. Zusammen mit dem vorherigen Abschnitt nimmt die Pflanze jetzt am meisten Dünger auf, also ist es Zeit, die Dosis zu erhöhen.
Abschnitt 3: Dichte der Buds
Einige Wochen vor der Ernte konzentriert sich die Pflanze darauf, ihre Blüten schwerer und dichter zu machen. Jetzt braucht sie weniger Blühdünger.
Abschnitt 4: Reife der Blüten
In den letzten beiden Wochen ihres Lebens kümmert sich die Pflanze nur noch darum, ihre Blüten reifen zu lassen. Zeit, die Wurzeln zu spülen (Flushen) und zu warten, bis die Trichome ihren optimalen Punkt erreicht haben: voll ausgebildet und milchig.
Wie du siehst, ist der Anbau einer Cannabispflanze ein etwas längerer Prozess mit mehreren Schritten, aber mit einem beeindruckenden Ergebnis. Das Spannendste ist zu sehen, wie aus einem winzigen Samen oder Steckling eine Pflanze mit unglaublichem Duft und Geschmack wird.
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