LED oder NDL: Welche Growlampe ist besser für Cannabis?
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LED oder NDL: Welche Growlampe ist besser für Cannabis?

Jahrzehntelang war die Natriumdampflampe gesetzt, jetzt holen LEDs auf: Stromverbrauch, Lichtspektrum, Ertrag und warum Old-School-Grower trotzdem an der NDL hängen.

VON CosechaLibre Redaktion3 MIN LESEZEIT

Jahrzehntelang war die Natriumdampflampe (NDL, englisch HPS) Standard in praktisch jedem Indoor-Growraum, weil sie schnelles Wachstum und zuverlässig hohe Erträge liefert. Heute spricht vieles für LED: Sie braucht deutlich weniger Strom, lässt sich auf das passende Lichtspektrum abstimmen und kann laut ersten Untersuchungen den Cannabinoidgehalt steigern, kostet in der Anschaffung aber mehr. Weil LED-Module immer besser werden, stellt sich die Frage, ob es Zeit für den großen Umstieg ist.

Dass LEDs viel energieeffizienter sind als NDLs, ging lange unter, weil sie in der Anschaffung auch deutlich teurer waren. Mit besserer Technik fallen aber die Preise, und weil neuere Studien darauf hindeuten, dass LEDs den Cannabinoidgehalt der Pflanzen erhöhen können, denken viele Grower übers Umsteigen nach.

Bevor es Growräume, also „Indoors“, gab, wuchs Cannabis wild unter freiem Himmel: Gekeimt wurde meist im Frühling, geblüht im Herbst. Man muss kein Grower sein, um zu wissen, dass jede Jahreszeit ihr eigenes Licht hat: Im Herbst wird das Sonnenlicht golden und legt sich über die Rot- und Brauntöne der Landschaft. Das liegt am Sonnenstand: Im Herbst steht die Sonne tiefer als im Sommer, und das Licht, das bei uns ankommt, verschiebt sich zu längeren Wellenlängen, also in Richtung des roten Bereichs im Spektrum.

Beim Indoor-Grow versucht man in der Regel, die natürlichen Idealbedingungen nachzubauen, damit die Pflanzen ordentlich groß werden und viele cannabinoidreiche Buds bilden. In der Blüte heißt das meist: viel rotes und dunkelrotes Licht, typischerweise mit einer Wellenlänge von 600 bis 780 Nanometern.

Ohne zu technisch zu werden: NDLs bringen verdampftes Natrium zum Leuchten und erzeugen so ein kräftiges orangefarbenes Licht mit langer Wellenlänge, das ideal für die Blüte ist. Meist sind noch weitere Gase beigemischt, die das Spektrum verbreitern und das Licht weißer machen.

Auf der ewigen Jagd nach Perfektion haben einige Pionier-Grower festgestellt, dass LEDs sogar mehr Ertrag und bessere Buds bringen können. Der Grund: LEDs lassen sich so einstellen, dass sie bestimmte Lichtfarben abgeben. So bekommen die Pflanzen in jeder Wachstumsphase genau die Wellenlängen, die sie für die maximale Cannabinoid-Konzentration brauchen.

Wie gesagt: Der hohe Preis für ein LED-Setup war jahrelang ein dickes Minus, auch wenn die Systeme immer günstiger werden. Dazu kommt: LED-Module brauchen nach manchen Angaben nur ein Viertel bis die Hälfte des Stroms einer NDL, und das spart auf Dauer richtig Geld.

Da das Licht bis zu 85 Prozent des Stromverbrauchs eines typischen Growraums ausmacht, bringt der Umstieg auf LED klare Vorteile für Geldbeutel und Umwelt.

Allerdings braucht es etwas technisches Know-how, um mit LEDs warm zu werden, und Anfänger finden sie oft deutlich komplizierter als eine NDL. Und dann ist da noch die Old School: Viele Grower schwören seit jeher auf die Natriumdampflampe, und manchmal hängt die Wahl der Lampe eher an Gewohnheit als an Innovationslust.

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