Macht CBD hungrig? Cannabis als Appetitanreger, THCV und die Studienlage
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Macht CBD hungrig? Cannabis als Appetitanreger, THCV und die Studienlage

Ob CBD hungrig oder satt macht, ist umstritten, THC macht Hunger und THCV vielleicht satt: was die Forschung über Cannabis und Appetit weiß.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Ob CBD hungrig macht, ist bislang nicht geklärt: Einige Studien zeigen weniger Appetit und Gewicht, viele Konsumenten berichten dagegen von mehr Hunger. Den typischen Fressflash löst vor allem THC aus, das im Gehirn an CB1-Rezeptoren andockt, während THCV den Appetit laut Tierstudien eher bremsen könnte. Genau deshalb wird Cannabis bei Appetitverlust durch Chemotherapie, bei Essstörungen und bei Übergewicht erforscht.

Neben THC wirken weitere Cannabinoide auf das Endocannabinoid-System, ein zentrales Regelsystem des Körpers, das beim Stoffwechsel und bei der Steuerung des Appetits eine Schlüsselrolle spielt. Wie genau beeinflussen diese Stoffe dein Hungergefühl? Und kann Cannabis bei Erkrankungen helfen, bei denen es um Appetit, Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme geht?

Junge Cannabispflanze am Tag des Umtopfens

Hier schauen wir uns an, wie Appetit im Körper funktioniert und wie die einzelnen Bestandteile von Cannabis da reinspielen, mit spürbaren Folgen für Hunger und Stoffwechsel.

Cannabis und Appetit: mehr als nur Munchies

Für viele ist der Fressflash nach dem Kiffen einfach ein lustiger Nebeneffekt. Dass Cannabis den Appetit beeinflusst, ist aber weit über den Freizeitkonsum hinaus interessant.

Die Forschung untersucht Cannabis-Wirkstoffe als mögliche Hilfe bei verschiedenen Problemen rund ums Essen, darunter Übergewicht, Essstörungen und Nebenwirkungen bestimmter Medikamente.

Übergewicht: THCV als natürlicher Ansatz

Synthetische Cannabinoide haben hier für Bedenken gesorgt, natürliche Wirkstoffe aus der Pflanze wie THCV (Tetrahydrocannabivarin) rücken dagegen in den Fokus der Forschung.

Anders als THC macht THCV nicht zuverlässig high. Tierstudien deuten darauf hin, dass THCV bei der Regulierung von Appetit, Sättigung und Energiestoffwechsel eine Rolle spielen könnte, was es zu einem interessanten Kandidaten gegen Übergewicht macht.

Essstörungen: ein möglicher neuer Ansatz

THC und andere Cannabinoide, die am CB1-Rezeptor ansetzen, werden als mögliche Option bei Essstörungen wie Magersucht (Anorexie) und zur Appetitsteigerung betrachtet.

Studien am Menschen gibt es bisher wenige. Erste Untersuchungen deuten aber darauf hin, dass THC die psychischen Symptome der Anorexie beeinflussen könnte. Außerdem wird in klinischen Studien untersucht, wie verschiedene Cannabisprodukte die Hungerhormone von Menschen mit Essstörungen verändern.

Cannabis gegen Nebenwirkungen: Appetitlosigkeit bei Chemo und Co.

Erforscht wird auch, ob Cannabis Nebenwirkungen bestimmter Medikamente abfangen kann, etwa den Appetitverlust durch eine Chemotherapie. Ziel ist hier, Erwachsenen, die kaum noch essen können, wieder Appetit zu machen.

Studien deuten darauf hin, dass Cannabis bei Patienten, die unter Nebenwirkungen ihrer Behandlung leiden, Appetit, Körpergewicht und Kalorienaufnahme steigern könnte.

Bewässerungssystem im Cannabis-Grow

Rauchen, essen oder verdampfen: Spielt die Konsumform eine Rolle?

Wie du Cannabis konsumierst, kann seine Wirkung auf den Appetit verändern. Geraucht wirkt es schneller, aber kürzer als gegessen. Die Konsumform könnte sich auch auf wichtige Stoffwechselhormone auswirken, wie genau, muss aber noch erforscht werden.

Ob Appetitkontrolle oder komplexe Erkrankungen: Cannabis ist ein vielversprechendes Forschungsfeld, das für die Gesundheit vieler Menschen relevant werden könnte.

CBD und Appetit: Was du wissen solltest

CBD, der nicht berauschende Bestandteil von Cannabis, hat viele mögliche Effekte im Körper, darunter auch auf den Appetit. Aber wie wirkt CBD wirklich auf Hunger und Körpergewicht? Schauen wir uns an, was die Forschung bisher weiß.

Beeinflusst CBD den Appetit? Was Studien sagen

CBD bindet nicht direkt an den CB1-Rezeptor wie THC. Erste Tierstudien deuten aber darauf hin, dass es über den CB2-Rezeptor das Körpergewicht beeinflussen könnte. Ob und wie sich das auf Gewichts- und Appetitkontrolle beim Menschen übertragen lässt, ist noch offen.

Widersprüchliche Ergebnisse: Macht CBD hungrig oder satt?

Die Studienlage zu CBD und Appetit ist widersprüchlich. Einige Studien zeigen weniger Gewicht und weniger Appetit, viele Konsumenten berichten dagegen genau das Gegenteil: mehr Hunger und Gewichtszunahme. Was diese Widersprüche für den Einsatz von CBD beim Gewichtsmanagement bedeuten, ist noch nicht geklärt.

PEA: das „körpereigene CBD“

PEA (Palmitoylethanolamid), ein körpereigenes Fettsäureamid, wird manchmal als „körpereigenes CBD“ bezeichnet, weil es ähnlich wie CBD auf das Endocannabinoid-System (ECS) wirkt. Beide Moleküle können den Spiegel von Anandamid beeinflussen, einem Endocannabinoid, das an der Steuerung des Appetits beteiligt ist. Wie das Zusammenspiel von CBD, PEA und ECS unseren Appetit genau verändert, ist ein spannendes offenes Feld.

Fazit: Was wissen wir wirklich über CBD und Appetit?

Die Forschung zu CBD und Appetit steht noch ganz am Anfang. Es gibt erste, noch widersprüchliche Hinweise, dass CBD hungrig machen und bei der Regulierung von Gewicht und Appetit eine Rolle spielen könnte. Wie CBD diese Prozesse genau beeinflusst und wie es sich bei Essproblemen sinnvoll einsetzen lässt, müssen weitere klinische Studien zeigen.