Mangel und Überschuss bei Cannabis: Stickstoff, Phosphor und Kalium richtig deuten
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Mangel und Überschuss bei Cannabis: Stickstoff, Phosphor und Kalium richtig deuten

Zu wenig ist schlecht, zu viel aber auch – woran du an den Blättern erkennst, ob deiner Pflanze N, P oder K fehlt oder ob sie zu viel davon hat.

VON CosechaLibre Redaktion6 MIN LESEZEIT

Wie wir Menschen braucht auch Cannabis eine ausgewogene Ernährung: Bekommt die Pflanze von einem Hauptnährstoff zu wenig oder zu viel, zeigt sie das an den Blättern – mit Flecken, Vergilbung, verbrannten Spitzen oder auffallend dunklem Grün. Bei Stickstoff, Phosphor und Kalium sieht Mangel anders aus als Überschuss, und beides lässt sich beheben.

Willst du herausfinden, ob deinem Gras ein bestimmter Nährstoff fehlt oder ob es zu viel davon hat, schau dir die Blätter genau an. Flecken, trockene oder gelbe Blätter können zum Beispiel auf Kaliummangel in der Blüte oder auf zu viel Stickstoff hindeuten.

Eine Mangel- und Überschusstabelle hilft dir, den Nährstoffbedarf von Cannabis zu verstehen. Düngst du zu viel, kannst du die Wurzeln schädigen und das Wachstum bremsen. Deshalb gilt: Nährstoffe in der richtigen Menge geben und auf die Signale der Pflanze achten.

Stickstoff: Mangel und Überschuss erkennen

Stickstoff ist ein mobiler Makronährstoff (die Pflanze kann ihn aus alten Blättern in junge verlagern) und spielt eine wichtige Rolle bei der Photosynthese und beim Aufbau wichtiger Pflanzeneiweiße.

Bei Stickstoffmangel siehst du:

- Untere Blätter werden gelb und verlieren ihren Glanz, 

- die Vergilbung wandert nach oben, 

- die Blätter fallen ab, 

- die Pflanzen bleiben kleiner und haben kleinere Blätter, 

- sie blühen zu früh und bringen wenig Ertrag. 

So behebst du Stickstoffmangel: Die meisten organischen Dünger enthalten genug Stickstoff, um den Mangel auszugleichen, etwa Fischmehl, Mist, Luzerne oder Federmehl. Wichtig ist außerdem, den pH-Wert passend einzustellen. Für eine schnelle Lösung sprühst du Komposttee auf die Blätter, und deinen Kompost reicherst du mit Essensresten, frischem Schnittgut vom Rückschnitt und Rasenschnitt an.

Bei Stickstoffüberschuss siehst du: 

- Die unteren Blätter werden dunkelgrün, und das wandert nach oben, 

- Blätter und Stängel werden schwach, 

- das Leitsystem für Wasser und Nährstoffe wird geschwächt, 

- die Ernte schmeckt grün.

Vorbeugen kannst du mit einem optimalen pH-Wert (6,0 bis 6,5), einer nährstoffreichen Erdmischung und einer maßvollen Düngung, die das Substrat langfristig gut versorgt, ohne es zu überladen.

Phosphor: Mangel und Überschuss erkennen

Phosphor ist ein Makronährstoff der Cannabispflanze und ebenfalls mobil: Die Pflanze kann ihn dorthin leiten, wo sie ihn am dringendsten braucht. Er ist zentral für Photosynthese und Eiweißsynthese und ein Grundbaustein der DNA. 

Bei Phosphormangel zeigen sich folgende Symptome: 

- Blaugrüne Blätter, 

- Blattstiele (die Stelle, an der das Blatt am Stängel sitzt) färben sich lila, 

- das Wachstum in die Höhe und in die Breite verlangsamt sich, 

- abgestorbene Flecken in dunklem Kupfer oder Lila bis Schwarz an den unteren Blättern, 

- betroffene Blätter werden lila, metallisch, bronzefarben und dunkel, rollen sich ein, verdrehen sich, welken und fallen ab,

- die Pflanze ist schwach und anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Was gegen Phosphormangel hilft: den pH-Wert an das obere Ende des idealen Bereichs bringen, weil die Pflanze Phosphor dann leichter aufnimmt, Wurmhumus und Fischmehl in die Erde geben und einen phosphatreichen organischen Dünger verwenden. Gieß erst, wenn die oberen 3 cm Erde trocken sind, damit das Substrat nicht verdichtet, und stell die Pflanzen an einen wärmeren Platz oder leg eine Plane drüber, die die Wärme hält. 

Bei Phosphorüberschuss siehst du Folgendes:

Die Pflanze zeigt einerseits Mangelsymptome bei den Spurenelementen Zink und Eisen, andererseits Calcium- und Magnesiummangel. 

Zink- und Eisenmangel erkennst du an: 

- Die jüngsten Blätter entwickeln Chlorosen zwischen den Blattadern,

- die Blätter wachsen dünn,

- Blattspitzen und -ränder verbrennen,

- kürzere Internodien (Abstände zwischen den Blattknoten) und damit weniger Ernte.

Calcium- und Magnesiummangel erkennst du an: 

- Die unteren Blätter rollen sich ein,

- sie bekommen Flecken,

- die Wurzelspitzen werden schwarz,

- die getrockneten Buds schmecken chemisch.

Um all dem vorzubeugen, helfen diese Tipps: 

- Nimm Erde mit viel organischem Material.

- Sorg mit gut belüfteter Erde für eine bessere Aufnahme.

- Gib Mykorrhiza-Pilze in die Erde, damit die Pflanze Phosphor besser aufnimmt. 

- Misch mehr Mist in deinen Kompost.

Kalium: Mangel und Überschuss erkennen

Kalium ist der dritte und letzte Makronährstoff. Es hilft, die CO₂-Aufnahme zu regulieren, spielt eine wichtige Rolle bei der Photosynthese und ist an der Bildung von ATP (dem Energieträger der Zellen) beteiligt.

Kaliummangel erkennst du an:

- Ältere Blätter werden blass und bekommen Chlorosen,

- Blattränder und -spitzen werden rostfarben und verbrennen,

- die Stängel können schwach, dürr und manchmal brüchig werden,

- die Pflanze verzweigt sich unter Umständen stärker,

- die Blüte setzt später ein und fällt schwächer aus.

Gegen Kaliummangel spülst du am besten das Substrat durch, misst den pH-Wert und stellst ihn ein, um eine mögliche Nährstoffblockade zu lösen, gibst Hühnermist in die Erde und sprühst organischen Algenextrakt auf die Blätter.

Kaliumüberschuss führt zu Calcium-, Magnesium-, Zink- und Eisenmangel:

- Die jüngsten Blätter entwickeln Chlorosen zwischen den Blattadern,

- die Blattspreiten wachsen dünn,

- Blattspitzen und -ränder verbrennen,

- die Internodien werden kürzer,

- die unteren Blätter rollen sich ein und bekommen Flecken,

- die Wurzelspitzen werden schwarz.

Am besten lässt du es gar nicht so weit kommen. Pass beim Düngen auf: Fütterst du zu oft, sammelt sich zu viel Salz an, und die Kaliumaufnahme gerät ins Stocken. Reicher deinen Kompost außerdem mit Holzasche und Algenmehl an und gieß nicht zu oft.

Mangel und Überschuss lassen sich vermeiden. Du musst nur lernen, deine Pflanze zu lesen, Mängeln vorbeugen, das nötige Werkzeug für alle Fälle griffbereit haben und dich viel mit dem Thema beschäftigen. 

Warum werden Cannabisblätter gelb?

Gelbe Blätter können viele Ursachen haben, eine der häufigsten ist aber Nährstoffmangel, vor allem an Stickstoff, Kalium oder Magnesium. Auch zu viel Gießen, Krankheiten oder Schädlinge kommen infrage. Wichtig ist deshalb, die eigentliche Ursache zu finden und gezielt gegenzusteuern.

Wie erkennst du, ob es Mangel oder Überschuss ist?

Mangel oder Überschuss an den Blättern zu erkennen, ist nicht immer leicht, aber es gibt ein paar Hinweise, die dir helfen. Sind die Blätter gelb, schau nach, ob die Spitzen gelb sind oder ob im Indoor-Grow Blätter abfallen.

Gelbe Blätter können auf einen Mangel an wichtigen Nährstoffen wie Stickstoff, Kalium oder Magnesium hindeuten, aber auch auf einen Überschuss. Gelbe Flecken weisen auf Nährstoffprobleme, Krankheiten oder Schädlinge hin. Trockene Blattspitzen können ein Zeichen für zu viel Dünger oder zu trockene Luft sein.

Um gelbe Blätter in den Griff zu bekommen, musst du die Ursache finden und gezielt handeln. Fehlt Kalium, passt du Düngung oder Bewässerung an und gibst die passenden Nährstoffe dazu. Fehlt Stickstoff, brauchst du einen stickstoffreichen Dünger.

Bei einem Überschuss reduzierst du die Düngermenge. Außerdem sollten die Pflanzen genug Wasser und frische Luft bekommen, denn ein feuchtes, schlecht belüftetes Umfeld macht den Blättern ebenfalls zu schaffen.

Was passiert, wenn du zu viel düngst?

Zu viel Dünger schadet der Pflanze. Im Substrat sammeln sich Salze an, die Pflanze kann Nährstoffe und Wasser schlechter aufnehmen, wächst langsamer, bekommt gelbe, hängende Blätter und bildet weniger Buds. Dazu leiden Geschmack und Aroma deines Grases. Halte dich deshalb an die Dosierangaben auf dem Dünger und übertreib es nicht.

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