
Mikronährstoffe und Sekundärnährstoffe: Was Cannabis neben NPK braucht
Calcium, Magnesium, Schwefel und die Spurenelemente: welche Aufgabe jeder Nährstoff hat und wann du mit dem Düngen anfängst und aufhörst.
Cannabis braucht neben den Hauptnährstoffen Stickstoff, Phosphor und Kalium auch Sekundärnährstoffe (Schwefel, Calcium, Magnesium) und Mikronährstoffe wie Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän. Fehlen sie, wächst die Pflanze schlechter, die Blätter verfärben sich, im schlimmsten Fall fallen Blüten und Früchte ab. Der Ertrag sinkt in jedem Fall. Welche Nährstoffe deine Pflanze braucht, im Überblick:
- Primäre Makronährstoffe: Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K)
- Sekundäre Makronährstoffe: Schwefel (S), Calcium (Ca), Magnesium (Mg)
- Mikronährstoffe: Bor (B), Chlor (Cl), Cobalt (Co), Kupfer (Cu), Eisen (Fe), Mangan (Mn), Molybdän (Mo) und Zink (Zn)
Was ist der Unterschied zwischen Makro- und Mikronährstoffen?
Makronährstoffe braucht die Pflanze in größeren Mengen, Mikronährstoffe nur in winzigen Mengen (ein paar Teile pro Million, ppm). Damit sie normal wächst, braucht sie eine ausgewogene Versorgung mit allen diesen Grundnährstoffen.
Und wie kommen Mikronährstoffe in den Dünger? Sie werden oft als Suspensionskonzentrat (SC) oder als Öldispersion (OD) formuliert, weil sie einen hohen Feststoffanteil haben und die Wirkstoffe, also die Mikronährstoffe selbst, meist sehr dicht sind. Dadurch setzen sie sich leicht ab oder entmischen sich. Für eine stabile Formulierung ist deshalb das passende Dispergiermittel entscheidend.

Essenzielle Mikronährstoffe: Welche sind das?
Welche Mikronährstoffe als essenziell gelten, hängt von der Quelle ab. Wie bei den Sekundärnährstoffen ist das eine Frage der Einteilung, manche zählen die Sekundärnährstoffe nämlich zu den Mikronährstoffen. So oder so: Es sind Mineralien und Elemente, die im Boden nicht so reichlich vorkommen und die Cannabispflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, aber eben doch brauchen.
Egal welche Quelle: Bor (B), Mangan (Mn), Zink (Zn), Kupfer (Cu), Eisen (Fe) und Molybdän (Mo) stehen immer auf der Liste der essenziellen Mikronährstoffe. Wie alle essenziellen Nährstoffe hat jeder Mikronährstoff eine eigene Aufgabe oder unterstützt die Funktionen und Prozesse anderer Nährstoffe. Was macht also welcher Nährstoff?
Bor:
fördert die Entwicklung und das Wachstum der Wurzelspitzen. Außerdem hilft es der Pflanze, Calcium aufzunehmen, und transportiert Zucker innerhalb der Pflanze.
Mangan: ein wichtiger Baustein für die Chlorophyllbildung und die Photosynthese. Es unterstützt außerdem enzymatische Reaktionen.
Zink:
unterstützt die Entwicklung von Stängeln, Blättern und Ästen. Je reifer die Pflanze, desto mehr Zink ist normalerweise vorhanden und nötig.
Kupfer:
hilft beim Aufbau pflanzlicher Proteine und stärkt Stängel und Äste.
Eisen:
ist wichtig für die Chlorophyllbildung. Eisenmangel zeigt sich oft als Gelbfärbung der Blattfläche zwischen den Blattadern (interkostale Chlorose).
Molybdän:
hilft bei der Verarbeitung von Stickstoff.
Weitere Spurenelemente, die als essenziell gelten, sind Cobalt (Co), Silizium (Si), Chlor (Cl) und Selen (Se). Nicht alle Fachleute zählen sie zu den essenziellen Nährstoffen, für das Pflanzenleben insgesamt sind sie aber wichtig.
Welche Sekundärnährstoffe braucht Cannabis?
Die essenziellen Sekundärnährstoffe sind Magnesium (Mg), Calcium (Ca) und Schwefel (S). Damit Cannabis sie richtig aufnehmen kann, muss der pH-Wert stimmen.
Diese Sekundärnährstoffe erfüllen viele wichtige Aufgaben für eine gesunde Entwicklung. Oft sind sie notwendige Bausteine oder Ergänzungen für andere Nährstoffe und Funktionen. Alle werden für das Wachstum von Pflanze und Wurzeln gebraucht, aber jeder hat seine eigene Rolle. Calcium hilft beim Transport anderer Nährstoffe und bei ihrer Aufnahme. Magnesium ist ein zentraler Baustein des Chlorophylls. Schwefel ist an der Chlorophyllbildung beteiligt und unterstützt außerdem den Stoffwechsel und die Transpiration der Pflanze.

Wie düngst du junge Cannabispflanzen?
Makro- und Mikronährstoffe brauchen Pflanzen, um zu wachsen und widerstandsfähig gegen Schädlinge zu bleiben. Du kannst anfangen zu düngen, sobald dein Cannabis 2 bis 3 Blattpaare hat. Manche Dünger werden schon eine Woche nach der Keimung in der Sämlingsphase eingesetzt, und das ist völlig in Ordnung.
Für Sämlinge ist die Dosis deutlich niedriger, halt dich also genau an die Anleitung, um Nährstoffbrand zu vermeiden. Je nach Substrat brauchst du früher oder später Dünger. Manche Erdmischungen sind für die ersten 3 bis 4 Wochen vorgedüngt, sogenannte „Hot Mixes“. Lies genau nach, was in deiner Erde steckt und wie du vorgehen sollst, damit du nicht doppelt düngst und deine Pflanzen verbrennst.
Wie oft solltest du deine Pflanzen düngen?
Manche Dünger kommen bei jedem Gießen dazu, andere Hersteller empfehlen nur einmal pro Woche. Manche Zusätze gibst du einmal im Monat oder nur in bestimmten Wochen.
Wann solltest du mit dem Düngen aufhören?
In der letzten (oder den letzten zwei) Wochen der Blüte hören viele Grower auf zu düngen und gießen nur noch mit Wasser. Dieses Spülen soll verhindern oder abmildern, dass die Blüten „chemisch“ schmecken, wenn mineralisch gedüngt wurde.
Kurz vor der Ernte sind die Blütenhärchen (Pistillen) braun und eingerollt, und die Trichome sehen eher milchig oder bernsteinfarben bis braun aus.
Der Unterschied zwischen Mikro- und Makronährstoffen ist also klar. Die Pflanzen können sie auf verschiedenen Wegen bekommen, aber geht das auch natürlich? Wie nehmen Pflanzen Nährstoffe überhaupt auf? Und welche natürlichen Nährstoffquellen gibt es?
Pflanzen holen sich Makro- und Mikronährstoffe aus Boden, Luft und Wasser. Kohlenstoff (C), Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H) sind die Grundbausteine, und die nehmen Pflanzen aus Luft und Wasser auf.
Wichtig ist eine gute Belüftung in Growbox oder Growraum, damit die Pflanzen genug Kohlenstoff und Sauerstoff aus der Luft bekommen. Auch gutes Wasser ist für die Grundfunktionen der Pflanze entscheidend. Es sollte aus einer sicheren Quelle kommen: Leitungswasser ist in Ordnung, und wo es kein Trinkwasser aus der Leitung gibt, nimmst du Wasser aus Flaschen.

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