Morgens kiffen: Was Wake and Bake mit dir macht
Gras zum Frühstück wirkt nicht anders als am Abend, aber es zieht sich durch deinen ganzen Tag – auch durchs Training.
Wer morgens kifft, spürt dieselben Effekte wie abends: andere Stimmung, veränderte Wahrnehmung, Hunger, schwächere Konzentration und Koordination. Der Unterschied ist, dass sie deinen ganzen Tag prägen, die Toleranz schneller steigt und Job, Uni oder Straßenverkehr darunter leiden können. Wie stark das ausfällt, hängt von dir und von der Sorte ab. Hier liest du, worauf du beim Wake and Bake achten solltest.
Wie Cannabis wirkt, bei Männern und Frauen
Bei Männern und Frauen wirkt Cannabis in vielem ähnlich, auch wenn es Unterschiede geben kann. Typische Effekte sind:
1. Andere Stimmung
Cannabis kann deine Stimmung ganz unterschiedlich beeinflussen. Manche werden euphorisch und entspannt, andere eher ängstlich oder paranoid. Das hängt von der Sorte ab und davon, wie empfindlich du reagierst.
2. Veränderte Wahrnehmung
Gras verändert oft, wie du Zeit, Raum und deine Sinne wahrnimmst. Musik klingt intensiver, Farben wirken kräftiger, oder die Realität fühlt sich einfach ein bisschen verschoben an.
3. Mehr Appetit
Dass Gras hungrig macht, weiß jeder. Der Appetit steigt, die berühmten Munchies (der Fressflash) setzen ein, und am Ende isst du mehr, oft nicht gerade das Gesündeste.
4. Schwächere Koordination
Cannabis kann Koordination und Gleichgewicht beeinträchtigen. Manche Dinge, allen voran Autofahren, werden unter Einfluss dadurch gefährlich.
5. Gedächtnis und Konzentration
Cannabis kann das Kurzzeitgedächtnis und die Konzentration schwächen. Aufgaben, die volle Aufmerksamkeit verlangen, fallen dann schwerer.

Kiffen am Morgen: Was du wissen solltest
Wenn du überlegst, morgens zu kiffen, denk an diese Punkte:
1. Toleranz
Mit der Zeit baust du eine Toleranz auf. Heißt: Du brauchst mehr Gras für dieselbe Wirkung. Wer jeden Tag kifft, vor allem schon morgens, treibt die Toleranz schneller nach oben.
2. Verantwortung
Morgens zu kiffen kann deine Konzentration und Leistungsfähigkeit drücken. Stehen wichtige Dinge an oder brauchst du volle Aufmerksamkeit und Koordination, überleg dir vorher gut, wie das Gras dich beeinflusst.
3. Mögliche Nebenwirkungen
Manche bekommen vom Kiffen Angst, Paranoia oder Schwindel. Kennst du das von dir, lass das Morgen-Gras vielleicht lieber weg oder greif zu Sorten mit einem anderen Cannabinoid-Profil.
4. Wechselwirkungen mit Medikamenten
Nimmst du verschreibungspflichtige Medikamente oder bist in Behandlung, denk an mögliche Wechselwirkungen mit Cannabis. Im Zweifel frag deine Ärztin oder deinen Arzt.
Morgens kiffen kann einiges mit Körper und Kopf machen, und wie genau, hängt von dir und der Sorte ab. Egal zu welcher Tageszeit: Maß halten und Verantwortung übernehmen sind entscheidend. Kenn deine Grenzen und wisse, wie Cannabis dich beeinflusst, bevor du entscheidest. Und halt dich an die Gesetze, die bei dir gelten; in Deutschland ist das das Cannabisgesetz (CanG), dessen aktuelle Fassung du am besten selbst checkst.

Cannabis und Sport: passt das zusammen?
Viele sind überrascht, wie beliebt die Kombi aus Gras und Sport ist. Die Annahme, Cannabis bremse die Leistung, ist durch die Studienlage nicht eindeutig gedeckt. Im Gegenteil: Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass Kiffen und Training gut zusammengehen können.
Klar, das Klischee vom „Kiffer“, der nicht von der Couch hochkommt, hält sich hartnäckig. Es gibt aber Hinweise in die andere Richtung, nach denen Cannabis Leute eher antreibt, als sie faul zu machen.
Eine Studie, die 2019 in Frontiers in Public Health erschien, hat dazu etwas Spannendes gefunden. Untersucht wurden US-Bundesstaaten, in denen Cannabis legal ist; befragt wurden rund 600 Konsumierende. 80 % gaben an, kurz vor oder nach dem Training zu kiffen.
Mehr als die Hälfte sagte, Cannabis vor dem Sport gebe ihnen zusätzliche Motivation. Fast 80 % meinten, es helfe bei der Regeneration, und 70 %, dass ihnen das Training mehr Spaß mache.
Cannabis könnte helfen, Entzündungen durch Belastung zu verringern. Manche meiden Sport wegen Gelenkschmerzen und berichten, dass Cannabis ihnen dabei Linderung verschafft.
Außerdem kann Cannabis vor dem Sport helfen, sich mental einzustimmen, und den Spaß während des Trainings steigern. 70 % der Befragten sagten auch, dass es ihnen eine positive Einstellung zum Training gibt.
Kiffen vor dem Sport: Worauf du achten musst
Wenn du zum ersten Mal vor dem Training kiffst, fang mit einer Mini-Menge an. Cannabis kann den Puls hochtreiben bis hin zu Herzrasen (Tachykardie). Hast du Herzprobleme, kann Cannabis das Risiko für Komplikationen erhöhen, denn Sport treibt die Herzfrequenz ja schon von sich aus nach oben.
In der genannten Studie gaben 40 % der Befragten an, beim Sport nach dem Kiffen einen höheren Puls als sonst gehabt zu haben. Wer das vermeiden will, wählt weniger intensive Trainingsformen.
Im Ausdauersport wird Cannabis schon beliebter. Mehrere Läuferinnen und Läufer erzählen, dass sie 30 Minuten vor einem Trainingslauf Gras nehmen.
Kiffen nach dem Sport: hilft es bei der Regeneration?
Der Hauptgrund, nach dem Training zu Cannabis zu greifen, ist die Regeneration. Ob Gras dabei wirklich hilft, ist noch wenig untersucht, aber einige Studien deuten darauf hin, dass Cannabis entzündungshemmend wirken kann. Es könnte auch Schwellungen lindern, die mit Entzündungen einhergehen. Einige Studien deuten außerdem darauf hin, dass Cannabis nach dem Training Muskelkater mindern kann. So kämst du womöglich schneller wieder ins Training.
Bei Cannabis und Sport sind klare Schlüsse schwierig, dafür gibt es schlicht zu wenig Forschung zu genau dieser Kombi. Eins lässt sich aber sagen: Wenn du vor oder nach dem Sport Cannabis nimmst, sind Öle oder Edibles die bessere Wahl. Rauch aus der Verbrennung belastet die Lunge und kann deine Leistung drücken. Direkt nach dem Training zu rauchen ist auch keine gute Idee: Du atmest noch schwer, und der Rauch geht tiefer in die Lunge.
Ganz egal, wann und wie du Gras und Sport kombinierst: Trink genug Wasser. Cannabis macht einen trockenen Mund, und zusammen mit dem Sport bist du schnell dehydriert. Also regelmäßig trinken.
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