Schädliche Nematoden im Cannabis-Grow: Wurzelschäden erkennen und bekämpfen
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Schädliche Nematoden im Cannabis-Grow: Wurzelschäden erkennen und bekämpfen

Welke Blätter, Wurzelgallen, magere Ernte: woran du einen Befall mit pflanzenparasitären Nematoden erkennst und wie du ihn loswirst.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Pflanzenparasitäre Nematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer, die im Boden leben und die Wurzeln deiner Cannabispflanzen anfressen. Typische Anzeichen sind welke, gelbe Blätter, schwaches Wachstum und knotige Wurzelgallen, am Ende leidet der Ertrag. Dagegen helfen gesunder Boden, Fruchtwechsel, Bodensolarisation, räuberische Nützlings-Nematoden und im Notfall Nematizide. Hier liest du alles, was du als Grower über die schädlichen Nematoden wissen musst.

Was sind Nematoden?

Nematoden sind mikroskopisch kleine Würmer aus dem Stamm der Fadenwürmer (Nematoda). Sie kommen in der Natur extrem häufig vor, vom Boden bis in die Ozeane. Die meisten sind harmlos, manche leben aber als Parasiten an Pflanzen und können ordentlich Schaden anrichten.

Nematoden an Pflanzen

Beim Cannabis-Anbau interessieren uns die pflanzenparasitären Nematoden, also die, die von Pflanzen leben. Sie halten sich im Boden auf und greifen die Wurzeln an, auch die von Cannabis.

Woran erkennst du einen Nematodenbefall?

Die Symptome eines Nematodenbefalls bei Cannabis können unterschiedlich ausfallen, typisch sind aber:

  1. Welke Blätter: Befallene Pflanzen welken, werden gelb und wachsen schlecht, weil sie Nährstoffe und Wasser nicht mehr richtig aufnehmen können.
  2. Geschädigte Wurzeln: Nematoden fressen an den Wurzeln, und dabei können sich Gallen oder Knoten bilden. Diese Veränderungen erschweren die Nährstoffaufnahme zusätzlich.
  3. Weniger Ertrag: Ein starker Befall kann den Ertrag deutlich drücken, mit kleineren Ernten und schlechterer Qualität.
Cannabispflanze im Growraum an Tag 73

Welche Arten von Nematoden gibt es?

Pflanzenparasitäre Nematoden werden nach ihrem Verhalten und ihrer Ernährungsweise in Gruppen eingeteilt. Häufige Beispiele für Nematoden, die Pflanzen befallen:

  1. Ektoparasitische Nematoden: Sie fressen von außen an der Wurzeloberfläche und können die Wurzeln dabei mechanisch schädigen.
  2. Wandernde Endoparasiten: Sie dringen in die Wurzeln ein und wandern durch das Gewebe, während sie die Zellen im Inneren der Pflanze anfressen.
  3. Sesshafte Endoparasiten: Sie setzen sich in den Wurzeln fest und bilden Gallen oder Knoten, in denen sie fressen und sich vermehren.

Was tun gegen Nematoden im Cannabis-Grow?

Nematoden in den Griff zu bekommen, kann eine Herausforderung sein. Ein paar Strategien:

  1. Fruchtwechsel: Wenn du an einer Stelle abwechselnd andere Pflanzen anbaust, unterbrichst du den Lebenszyklus der Nematoden und senkst ihre Zahl.
  2. Gesunder Boden: Ein gesunder, ausgewogener Boden stärkt die Wurzeln und macht die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Nematoden.
  3. Nützlings-Nematoden: Manche räuberischen Nematoden sind Nützlinge und helfen, die schädlichen in Schach zu halten. Du kannst sie in den Boden einbringen.
  4. Nematizide: Bei starkem Befall kommen spezielle chemische Nematizide in Frage, aber nur vorsichtig und genau nach Anleitung.

Wie bekämpfst du Nematoden?

Schädliche Nematoden zu bekämpfen ist wichtig, damit deine Pflanzen gesund bleiben und der Ertrag stimmt. Diese Strategien und Methoden werden eingesetzt:

  1. Fruchtwechsel: Von Saison zu Saison andere Pflanzen an derselben Stelle anzubauen, kann gut funktionieren. Manche Nematoden sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert, und durch den Wechsel unterbrichst du ihren Lebenszyklus und nimmst ihnen das Futter. So sinkt ihre Zahl im Boden.
  2. Resistente Pflanzen: Manche Sorten sind widerstandsfähiger gegen Nematoden als andere. Wer gezielt solche Sorten wählt, beugt wirksam vor.
  3. Gesunder Boden: Ein gesunder, ausgewogener Boden ist das A und O. Böden voller organischer Substanz und nützlicher Mikroorganismen stärken die Wurzeln und machen die Pflanzen robuster gegen Nematoden. Kompost und regelmäßig organisches Material in den Boden einzuarbeiten, ist deshalb eine gute Idee.
  4. Nützlings-Nematoden: Manche Nematoden jagen die pflanzenparasitären Arten. Bringst du solche Nützlinge in den Boden ein, helfen sie, die Schädlinge zu dezimieren, denn sie fressen die Parasiten und drücken ihre Zahl.
  5. Bodensolarisation: Dabei deckst du den Boden in den warmen Monaten mit transparenter Plastikfolie ab. Die Sonne heizt den Boden so stark auf, dass Nematoden und andere Krankheitserreger im Boden absterben können.
  6. Nematizide: Bei starkem Befall können spezielle chemische Nematizide eingesetzt werden. Sie töten die Nematoden oder hemmen ihre Vermehrung. Aber Vorsicht: Halte dich genau an die Herstellerangaben, denn manche dieser Mittel können für Umwelt und Menschen giftig sein.
  7. Hygiene im Grow: Befallene Pflanzen zu entfernen und Gartenwerkzeug zu desinfizieren, hilft, die Ausbreitung von Nematoden zu verhindern.
  8. Kontrolle und Diagnose: Check Boden und Pflanzen regelmäßig auf Anzeichen eines Befalls. So kannst du rechtzeitig vorbeugen oder gegensteuern.

Welche Entwicklungsstadien haben Nematoden?

Nematoden, auch Fadenwürmer genannt, durchlaufen einen Lebenszyklus, der meist in fünf Abschnitte eingeteilt wird:

  1. Ei: Der Lebenszyklus beginnt mit dem Ei. Die erwachsenen Weibchen legen ihre Eier meist im Boden oder im Pflanzengewebe ab. Wie lange dieses Stadium dauert, hängt von Art und Umweltbedingungen ab.
  2. Larve im ersten Stadium (L1): Aus den Eiern schlüpfen Larven im ersten Stadium (L1). Sie sind winzig und ernähren sich je nach Art von Bakterien, Pilzen oder anderen Mikroorganismen im Boden.
  3. Larve im zweiten Stadium (L2) und weitere: Die L1-Larven durchlaufen beim Wachsen mehrere weitere Larvenstadien (L2, L3 usw.). Mit jedem Stadium werden sie größer und ihr Körperbau komplexer.
  4. Adulte Nematode: Nach den Larvenstadien ist die Nematode ausgewachsen. Wie lange die Larvenstadien dauern und wie viele es gibt, hängt von der Art ab. Die Adulten sind das fortpflanzungsfähige Stadium und entweder Männchen oder Weibchen.
  5. Ei (neuer Zyklus): Sind die Nematoden erwachsen, legen die Weibchen Eier, und ein neuer Zyklus beginnt. Wie viele Eier ein Weibchen legt, hängt von der Art ab.