pH-Wert beim Cannabis-Anbau: Gießwasser und Erde richtig messen und einstellen
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pH-Wert beim Cannabis-Anbau: Gießwasser und Erde richtig messen und einstellen

Ohne den passenden pH-Wert kommt der beste Dünger nicht in der Pflanze an – so misst und regulierst du richtig.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Der pH-Wert zeigt, wie sauer oder basisch dein Gießwasser und dein Substrat sind – und er entscheidet, ob deine Cannabispflanze die Nährstoffe überhaupt aufnehmen kann. In Erde liegt der ideale Bereich ungefähr zwischen 6,0 und 7,0, in Hydro und anderen inerten Medien etwas tiefer, bei etwa 5,8 bis 6,3. Luft, Wasser, Sonne und Erde bestimmen, wie gut sich die Pflanze entwickelt und wie gut die Ernte wird. Hapert es auch nur leicht an einem davon, bekommst du schwache Pflanzen, die anfälliger für Krankheiten und Schädlinge sind.

Deshalb geht es hier um den pH-Wert beim Cannabis-Anbau, genauer gesagt um den pH-Wert deines Gießwassers.

Was ist der pH-Wert und warum ist er für Pflanzen wichtig?

Mit dem pH-Wert misst du, wie sauer oder basisch eine Flüssigkeit oder ein in Flüssigkeit gelöster Feststoff ist. Die Skala reicht von 0,0 bis 14,0: Alles unter 7,0 gilt als sauer, alles über 7,0 als basisch (alkalisch), und Werte um 7,0 gelten als neutral.

Warum du den pH-Wert deines Gießwassers messen solltest

Jede Pflanze braucht Dünger, um gesund zu wachsen: die Makronährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium sowie Mikronährstoffe und Mineralien wie Calcium, Magnesium, Eisen, Kupfer und viele mehr. Kommt die Pflanze an diese Nährstoffe nicht ran, entstehen Mangelerscheinungen und andere ernste Probleme.

Der Haken bei Cannabis: Die Pflanze kann Nährstoffe nur in einem engen pH-Bereich aufnehmen, in Erde zwischen 6 und 7. Liegt der Wert darunter oder darüber, kommt sie nicht an die Nährstoffe ran, obwohl sie da sind – das Ergebnis ist ein Mangel durch eine sogenannte „Nährstoffblockade“. Deshalb lohnt es sich, den pH-Wert deines Gießwassers zu kennen, damit die Pflanze alles aufnehmen kann, was du ihr gibst.

Auch wenn du den pH-Wert bei jedem Gießen einstellst, können Mängel und sogar Blockaden auftreten. Die Wahrscheinlichkeit ist aber viel geringer, und falls es doch passiert, bekommst du die Sache deutlich leichter wieder in den Griff, bis deine Pflanzen wieder sattgrün und gesund aussehen.

Welcher pH-Wert ist für Cannabis ideal?

Du musst nicht immer mit exakt demselben pH-Wert gießen. Der ideale Wert für dein Gießwasser verschiebt sich leicht – je nach Sorte, Wachstumsphase (Keimung, Wachstum, Vorblüte und Spülen), Substrat und je nachdem, ob du organisch oder mineralisch düngst.

Grundsätzlich kannst du eine Cannabispflanze auch mit einem konstanten pH-Wert großziehen, solange er zwischen 5,5 und 7,0 liegt.

Damit erzielst du ordentliche Ergebnisse, holst aber weder das volle Potenzial der Sorte noch das Maximum aus deinem Dünger raus. Außerdem können im Laufe des Grows Nährstoffprobleme auftreten.

Ideale pH-Werte für Cannabis in Hydroponik, Aeroponik oder inerten Medien:

  • Erste Wochen der Entwicklung: pH 5,8–5,9
  • Vorblüte: pH 6,0–6,2
  • Eigentliche Blüte: pH 6,0–6,3

Ideale pH-Werte für Cannabis in Torfmischungen oder direkt im Boden:

  • Erste Wochen der Entwicklung: pH 5,5–6,0
  • Vorblüte: pH 6,0–6,2
  • Eigentliche Blüte: pH 6,2–6,5
Idealer pH-Wert für Cannabis je nach Phase

Wie misst du den pH-Wert der Erde?

Eine der gängigsten Methoden, um den pH-Wert der Erde zu messen, geht so:

  • Eine Erdprobe nehmen und vorher mehrere Stunden bei etwa 40 °C trocknen.
  • Die Probe durch ein 2-mm-Sieb sieben.
  • Einen Teil davon nehmen und 20 g Erde abwiegen.
  • Die Probe in ein Becherglas mit 50 ml destilliertem Wasser geben.
  • Die Mischung 2 Minuten lang umrühren.
  • 15 Minuten stehen lassen.
  • Den pH-Wert im Überstand messen, also in der klaren Flüssigkeit oben. Dafür kannst du Teststreifen oder ein elektronisches pH-Messgerät nehmen.

So misst du den pH-Wert deines Gießwassers

  • pH-Papier. Der bekannte Lackmustest beruht auf einem pflanzlichen
    Farbstoff, der die Farbe wechselt. Andere Farbindikatoren reagieren noch empfindlicher auf den pH-Wert.
  • pH-Messgeräte. Ein System aus zwei Elektroden: einer Glaselektrode mit einer
    sauren Lösung und einer Referenzelektrode.
    Taucht man sie ins Wasser, entsteht zwischen Säure und
    Wasser eine elektrische Spannung, die sich messen lässt. Aus dieser Spannung errechnet das Gerät deinen pH-Wert.
  • pH-Testsets. Analytische Kolorimeter, die mit einem Indikatorfarbstoff arbeiten, der je nach pH-Wert die Farbe ändert.

Wie stellst du den pH-Wert des Wassers ein?

Du brauchst ein pH-Messgerät und dazu spezielle Flüssigkeiten, mit denen du den pH-Wert anhebst oder senkst (pH-Plus und pH-Minus).

pH-Plus und pH-Minus: die Regulatoren

Die Mittel zum Anheben oder Senken des pH-Werts bestehen aus sauren oder basischen Stoffen, die organischen oder mineralischen Ursprungs sein können. Je nach Hersteller gibt es außerdem eigene pH-Regulatoren für die Wachstums- und für die Blütephase.

Was in mineralischen pH-Regulatoren steckt

  • Salpetersäure: senkt den pH-Wert und passt wegen des hohen Stickstoffgehalts ideal zur Wachstumsphase.
  • Phosphorsäure: das klassische pH-Minus für die Blüte, weil sie viel Phosphor enthält; du kannst sie aber auch im Wachstum verwenden.
  • Kaliumhydroxid: hebt den pH-Wert des Wassers an und lässt sich wegen des hohen Kaliumgehalts sowohl im Wachstum als auch in der Blüte einsetzen.

Was in organischen pH-Regulatoren steckt

  • Huminsäure-Präparate (meist als Kaliumhumat): heben den pH-Wert an und können während des ganzen Grows eingesetzt werden. Am besten nimmst du sie aber nur in der Wachstumsphase, weil manche Grower glauben, dass Huminsäuren die THC-Produktion bremsen.
  • Zitronensäure: senkt den pH-Wert und kann problemlos während des ganzen Grows verwendet werden.

Der Hauptunterschied zwischen organischen und mineralischen pH-Regulatoren: Die mineralischen schaden dem Bodenleben, das du nach jeder Anwendung wieder aufbauen musst.

Die organischen machen den Mikroorganismen dagegen keine Probleme. Dafür brauchst du etwas mehr Produkt als bei den mineralischen, um auf den gewünschten Wert zu kommen.