Positiver Dopingtest wegen Cannabis: Ist THC im Sport verboten?
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Positiver Dopingtest wegen Cannabis: Ist THC im Sport verboten?

Die WADA stuft THC heute als Substanz mit Missbrauchspotenzial ein. Gesperrt werden kannst du trotzdem: Regeln, Nachweiszeiten und was Athlet:innen wissen müssen.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Ja, wer mit THC im Dopingtest auffällt, kann im Sport immer noch gesperrt werden. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verbietet THC im Wettkampf, führt es inzwischen aber als „Substanz mit Missbrauchspotenzial“ – wer nachweisen kann, dass der Konsum nicht der Leistungssteigerung diente, kann auf mildere Strafen hoffen. Wie Dopingkontrollen mit Cannabis umgehen und wie lange THC nachweisbar ist, liest du hier.

Was ist Doping und was ist eine Dopingkontrolle?

Doping ist der Einsatz verbotener Substanzen oder Methoden im Sport, um die Leistung zu steigern. Bei der Dopingkontrolle werden Athlet:innen Proben abgenommen, um verbotene Substanzen im Körper nachzuweisen.

Ist Cannabis im Sport eine verbotene Substanz?

Das hängt vom jeweiligen Sportverband und seiner Haltung zu Cannabis ab. Die WADA hat ihr Regelwerk um eine Unterkategorie namens „Substanzen mit Missbrauchspotenzial“ ergänzt, und genau da fällt THC hinein. Heißt: Cannabis wird nicht mehr wie ein klassisches leistungssteigerndes Mittel behandelt. Trotzdem drohen Sportler:innen Sanktionen, wenn sie positiv getestet werden.

Wie funktionieren Dopingkontrollen auf THC?

Dopingkontrollen suchen nach verbotenen Substanzen im Körper der Athlet:innen. THC gehört zu den umstrittensten, weil es lange im Körper bleibt. Ein Urintest zeigt zwar, wie viel THC da ist, aber nicht, wann konsumiert wurde. Damit lässt sich schwer beurteilen, ob der Konsum wirklich die Leistung steigern sollte.

Wie lange vor dem Wettkampf solltest du auf Cannabis verzichten?

Wie lange es dauert, bis THC aus dem Körper raus ist, hängt von mehreren Faktoren ab, etwa wie oft du konsumierst und wie dein Stoffwechsel tickt. Die WADA hat Grenzwerte für die Tests festgelegt: Positiv ist ein Ergebnis erst, wenn die THC-Konzentration einen bestimmten Wert überschreitet. Außerdem müssen Athlet:innen ab Mitternacht vor Wettkampfbeginn bis zu dessen Ende komplett auf Cannabis verzichten.

Wie kommt man bei einer THC-Dopingkontrolle negativ raus?

Bei einer THC-Kontrolle negativ zu sein, kann schwierig werden, weil die Substanz ziemlich lange nachweisbar ist. Sportler:innen sollten die Regeln ihres Verbands kennen und im verbotenen Zeitraum die Finger von Cannabis lassen. Wer nachweisen kann, dass der Konsum nicht der Leistungssteigerung diente, hat gute Chancen auf eine mildere Strafe.

Cannabis und THC bleiben im Sport ein Reizthema. Manche Verbände haben ihre Regeln gelockert, trotzdem musst du die konkreten Vorgaben deiner Sportart kennen. Ein negativer THC-Test ist machbar, setzt aber voraus, dass du dich an die Regeln hältst und zeigen kannst, dass es dir nicht um einen Wettbewerbsvorteil ging. Der Kampf gegen Doping entwickelt sich weiter, je mehr sich der Blick auf bestimmte Substanzen ändert.

Wie viele Tage ist Cannabis im Dopingtest nachweisbar?

Ob Cannabis bei einer Dopingkontrolle auffällt, hängt von mehreren Faktoren ab: wie oft und wie viel du konsumierst und welcher Test gemacht wird. Grob kannst du mit Folgendem rechnen:

  1. Urintest: Im Standard-Urintest ist THC, der wichtigste psychoaktive Wirkstoff im Gras, bei regelmäßigen Konsumenten meist bis zu etwa 30 Tage nach dem Konsum nachweisbar. Bei Gelegenheitskonsumenten ist es oft schon nach rund einer Woche nicht mehr zu finden.
  2. Bluttest: Im Blut ist THC kürzer nachweisbar als im Urin, nämlich etwa 1 bis 7 Tage nach dem Konsum, je nachdem, wie oft und wie viel konsumiert wurde.
  3. Haartest: Im Haar lässt sich THC deutlich länger nachweisen, bis zu 90 Tage oder mehr nach dem Konsum. Der Grund: THC-Abbauprodukte (Metaboliten) werden beim Wachsen in den Haarschaft eingebaut.

Wichtig: Das sind nur Richtwerte, und wie lange Cannabis im Dopingtest auffällt, ist individuell verschieden. Auch die Sportregeln und Testverfahren unterscheiden sich bei Nachweisgrenzen und bei der Schwelle, ab der ein Ergebnis als „positiv“ gilt. Wenn du als Athlet:in getestet wirst, check immer die Regeln deines Verbands und hol dir bei Bedarf rechtlichen oder ärztlichen Rat, um deine Lage richtig einzuschätzen.

Wie viel muss man kiffen, um positiv getestet zu werden?

Wie viel Gras für einen positiven Dopingtest reicht, schwankt stark: je nach Empfindlichkeit des Tests, THC-Gehalt des Produkts, Stoffwechsel und Konsumhäufigkeit. Eine feste Menge, die man als Faustregel nennen könnte, gibt es nicht.

Dopingtests suchen meist nach THC-Metaboliten wie 11-Nor-9-carboxy-delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC-COOH) und nicht nach aktivem THC. Diese Abbauprodukte können lange nach dem Konsum im Körper bleiben. Wie lange sie nachweisbar sind, hängt davon ab, wie oft und wie viel du konsumierst. Wer häufig oder viel kifft, hat höhere Metabolitwerte im Körper und kann entsprechend länger positiv getestet werden.

Eine exakte Menge, ab der ein Test positiv ausfällt, lässt sich also nicht festlegen. Statt an den Grenzwerten herumzurechnen, ist es schlauer, die Anti-Doping-Regeln zu kennen, die für dich gelten, und informiert zu entscheiden, ob und wann du Cannabis konsumierst, wenn du getestet wirst. Wenn du dir Sorgen machst, wie sich dein Konsum auf eine Dopingkontrolle auswirkt, hol dir rechtlichen oder ärztlichen Rat, bevor du entscheidest.