
Die 10 seltensten Cannabis-Mutationen: von Polyploidie bis Entenfuß
Dreiblättrige Nodien, Buds auf den Blättern, Pflanzen ohne Chlorophyll: Diese genetischen Ausreißer siehst du im Grow nur selten.
Die 10 seltensten Mutationen bei Cannabis
Zu den seltensten Cannabis-Mutationen gehören Polyploidie, quirlständige Blätter, Entenfuß-Blätter, Albino-Pflanzen und Buds, die direkt auf den Blättern wachsen. Einige davon kennt man sogar vom Menschen: Es heißt oft, wir teilen mehr als 40 % unserer DNA mit Cannabis. Und auch manche Mutationen haben Mensch und Hanf gemeinsam. Polyploidie und Albinismus zum Beispiel kommen bei beiden vor.
Ganz einfach gesagt ist eine Mutation eine Veränderung in der DNA-Sequenz eines Organismus. Alle Lebewesen, auch Pflanzen, haben ihre eigene DNA und können mutieren.
Veränderungen in der DNA-Sequenz entstehen bei der Zellteilung, wenn der Kopiermechanismus der DNA einen Fehler macht, den die Zelle nicht mehr reparieren kann.
Mutationen können bei der Zellteilung zufällig passieren, aber auch ausgelöst werden, etwa durch bestimmte Chemikalien.
Bei Cannabis kann eine Mutation nützlich, schädlich oder auch völlig unauffällig sein. Veränderungen in der DNA können viele Bereiche der Pflanze betreffen: Wuchsform, Farbe, Blattform, Keimrate, die Stellen, an denen Blüten entstehen, den Gesamtertrag, die Fotosyntheseleistung und vieles mehr.
Polyploidie: mehr als zwei Chromosomensätze
Polyploidie ist ein genetisches Phänomen, bei dem eine Pflanze mehr als zwei Chromosomensätze hat. Normalerweise haben Pflanzen nur zwei Sätze und heißen dann diploid, aber bei drei, vier oder mehr Chromosomensätzen spricht man von einer polyploiden Pflanze. Diese Mutation gibt es auch bei Tieren und Pilzen, häufiger ist sie aber bei Pflanzen und Algen. Bei Cannabis erkennst du sie daran, dass die Buds größer sind und von deutlich mehr Blättern umgeben werden.
Quirlständige Phyllotaxis: drei Blätter pro Nodium
„Phyllotaxis“ beschreibt die Blattstellung am Stängel einer Pflanze, „quirlständig“ (englisch „whorled“) bedeutet, dass die Blätter kranz- oder spiralförmig um den Stängel sitzen. Eine normale Cannabispflanze bildet an jedem Nodium (Knoten) zwei Blätter. Mit dieser Mutation wachsen an jedem Nodium drei oder mehr Blätter. Dazu kommt an jedem Knoten ein zusätzlicher Seitentrieb, wodurch die Pflanze buschiger wird.

Entenfuß-Blätter
Die Entenfuß-Mutation erkennst du sofort: Die Blattfinger wachsen zusammen wie ein Entenfuß, statt einzeln abzustehen. Pflanzen mit dieser rezessiven Mutation tauchen häufiger bei Sativa-Sorten auf. Auf Ertrag oder Potenz hat die Mutation im Vergleich zu einer normalen Pflanze keinen Einfluss. Bei ausreichend kalten Temperaturen können solche Pflanzen außerdem wunderschöne lila Buds bilden.
Rankendes Cannabis
Rankendes Cannabis ist eine seltene Mutation tropischer Sativa-Sorten, die unter feuchten Bedingungen extrem groß werden. Die Pflanze steckt ihre Energie dabei in die unteren Äste statt in eine große Haupt-Cola.
Buds auf den Blättern
Bei einer normalen Cannabispflanze wachsen die Blüten am Nodium, also dort, wo auch die Blattstiele entspringen. Mit dieser Mutation bilden sie sich zusätzlich am Blattansatz.
Polyembryonische Samen
Polyembryonische Samen enthalten mehr als einen Embryo: einen, der aus der befruchteten Eizelle entsteht, und einen weiteren, der aus dem mütterlichen Gewebe der weiblichen Blüte gebildet wird. Unterm Strich heißt das: Eine Pflanze ist ein echter Sämling, die andere ein Klon der Mutterpflanze. Aus so einem Samen kommen zwei getrennte Wurzeln, die sich nur schwer, aber nicht unmöglich trennen lassen.

Albino-Cannabis
Albinismus bei Pflanzen ist selten, aber bekannt. Albino-Pflanzen haben kein Chlorophyll. Es fehlt also das Pigment, das die Energie der Sonne aufnimmt. Im Grunde können diese Pflanzen nicht richtig auf Licht reagieren, als stünden sie dauerhaft im Dunkeln. Deshalb sterben die meisten Albino-Pflanzen früh, bevor sie ausgewachsen sind.
Aufrechter Phänotyp
Der aufrechte Phänotyp ist eine Mutation, die man vor allem bei Hybriden sieht. Für Indoor-Grower ist die Höhe, die solche Pflanzen erreichen können, ein Nachteil. Das Gute daran: Der Ertrag dieses mutierten Phänotyps ist deutlich höher.
Foxtails (Fuchsschwanz-Buds)
Foxtails können auf zwei Wegen entstehen: genetisch oder durch Stress, ausgelöst von zu viel Hitze und Licht. Dabei wachsen die Kelche übereinander und bilden seltsam geformte, längliche Buds.
Australian Bastard Cannabis (ABC)
Australian Bastard Cannabis erinnert an Sukkulenten: buschige Wuchsform, kleine, weiche und glänzende Blätter. Die kleinen Blätter und der schlanke Aufbau helfen der Pflanze, niedrige Temperaturen besser zu überstehen.
Welche Arten von Mutationen gibt es bei Pflanzen?
Mutationen sind Veränderungen in der DNA-Sequenz, die auch bei Pflanzen auftreten. Es gibt verschiedene Typen, und sie können die Eigenschaften einer Pflanze ganz unterschiedlich beeinflussen.
Eine Genmutation ist eine Veränderung in der DNA-Sequenz, die den Aufbau oder die Funktion eines Gens beeinflussen kann. Sie kann von Generation zu Generation vererbt werden oder spontan entstehen.
Bei einer stillen Mutation verändert sich zwar die DNA-Sequenz, aber Funktion und Phänotyp der Pflanze bleiben gleich. Die Mutation ist also da, an der Pflanze siehst du davon nichts.
Eine De-novo-Mutation entsteht spontan in einem einzelnen Individuum, wird also nicht von den Elternpflanzen vererbt. Sie kann früh in der Entwicklung der Pflanze oder irgendwann im Lauf ihres Lebens auftreten.
Spontane Mutationen passieren ohne bekannte Ursache und haben nichts mit äußeren Einflüssen zu tun. Ihre Folgen reichen von einem veränderten Aussehen bis zu Veränderungen im Stoffwechsel der Pflanze.
Kurz gesagt: Mutationen sind Veränderungen in der DNA-Sequenz, die Pflanzen beeinflussen können. Es gibt verschiedene Typen, etwa Genmutationen, stille Mutationen, De-novo-Mutationen und spontane Mutationen, und jeder Typ wirkt sich anders auf die Eigenschaften der Pflanze aus.
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