Spinnmilben an Cannabis: So erkennst du die Rote Spinne und hältst sie fern
ANBAU

Spinnmilben an Cannabis: So erkennst du die Rote Spinne und hältst sie fern

Winzige Punkte auf den Blättern, später feine Gespinste: Spinnmilben gehören zu den fiesesten Schädlingen im Grow. So erkennst du sie früh und lässt sie gar nicht erst rein.

VON CosechaLibre Redaktion6 MIN LESEZEIT

Spinnmilben an der Cannabispflanze erkennst du an winzigen hellen Pünktchen auf den Blättern und später an feinen Gespinsten. Die Gemeine Spinnmilbe oder Rote Spinne (Tetranychus urticae) misst unter 1 mm, sitzt an der Blattunterseite, saugt dort Zellsaft und gehört zu den häufigsten und lästigsten Schädlingen im Cannabisanbau. Mit bloßem Auge ist sie kaum zu sehen und kann großen Schaden anrichten, wenn du sie nicht rechtzeitig entdeckst und bekämpfst.

Die Spinnmilbe ernährt sich vom Saft der Blätter. Dabei entstehen gelbe Flecken und eine allgemeine Verfärbung, die die Pflanze schwächt und die Qualität der Ernte drückt.

Wer Aussehen und Verhalten der Spinnmilbe kennt, kann einem Befall vorbeugen und ihn wirksam behandeln.

Die Rote Spinne (Tetranychus urticae)

Die Rote Spinne, auch Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae), ist ein kleiner, aber extrem zerstörerischer Schädling im Cannabisanbau. Die Tiere messen meist weniger als 1 Millimeter und fallen durch ihre rote oder gelbe Farbe auf. Mit bloßem Auge siehst du sie kaum, den Schaden an den Pflanzen dafür umso deutlicher.

Merkmale und Schäden an der Cannabispflanze

Spinnmilben sitzen vor allem auf der Blattunterseite und saugen dort die Zellen aus. Dabei bleiben kleine gelbe Flecken auf der Blattoberseite zurück, die sich zu größeren Verfärbungen ausweiten können. Wird der Befall nicht gestoppt, spinnen die Milben irgendwann feine Netze über Blätter und Buds, und spätestens dann erkennst du sie leicht.

Ursachen: Unter welchen Bedingungen sich Spinnmilben ausbreiten

Spinnmilben lieben es warm und trocken, dann vermehren sie sich rasend schnell. In kurzer Zeit kann so ein Massenbefall entstehen, und die Bekämpfung wird deutlich schwieriger.

Symptome eines Befalls:

  • Frühes Stadium: Die ersten Anzeichen sind winzige weiße oder gelbe Pünktchen, wie Nadelstiche. Sie sammeln sich entlang der Hauptblattader und sorgen für eine Verfärbung, die ins Hellgrüne oder Gräuliche übergehen kann.
  • Mittleres Stadium: Jetzt verfärben sich die Blätter komplett und können abfallen. Feine Gespinste werden an der Blattunterseite und sogar an den Blüten sichtbar.
  • Spätes Stadium: Bei starkem Befall sind die Pflanzen komplett eingesponnen. Ohne Gegenmaßnahmen kann das ihr Ende bedeuten.

Spinnmilben früh zu erkennen und zu behandeln ist entscheidend, um deine Pflanzen gesund zu halten und größere Ernteverluste zu vermeiden.

Woran du einen Spinnmilbenbefall bei Cannabis erkennst

Die Rote Spinne (Tetranychus urticae) ist zwar winzig, sie richtig zu erkennen ist aber der Schlüssel zum Schutz deiner Pflanzen. Hier siehst du, woran du den Schädling erkennst und worauf du achten musst.

So sieht die Spinnmilbe an Cannabis aus

Die Farbe der Roten Spinne reicht von grünlich-braun bis kräftig rot. Sie bewegt sich meist langsam über die Pflanze, was das Erkennen erleichtert. Outdoor kann dir eine ähnliche Milbe begegnen, die aber harmlos für die Pflanzen ist und sich viel schneller bewegt als die Spinnmilbe.

Wo du sie findest:

  • Blattoberseite: Die Spinnmilbe saugt den Saft der Blätter und hinterlässt kleine weißliche oder gräuliche Punkte, die ihre Aktivität verraten.
  • Blattunterseite: Auf der Rückseite der Blätter legt die Spinnmilbe ihre Eier ab, ähnlich wie die Weiße Fliege.

Symptome und Anzeichen eines Befalls:

  1. Weißliche oder gräuliche Punkte: Beim Fressen hinterlassen Spinnmilben kleine, typische Flecken auf den Blättern.
  2. Rötliche Spur am Finger: Wenn du mit dem Finger über die Unterseite eines befallenen Blattes streichst und eine rötliche Schmierspur zurückbleibt, sind es sehr wahrscheinlich Spinnmilben.
  3. Gespinste: Bei fortgeschrittenem Befall bilden Spinnmilben feine Netze an Blättern, Stängeln und Blüten.

So weist du sie nach:

  • Lupe oder Mikroskop: Am zuverlässigsten erkennst du Spinnmilben mit einer Lupe mit mindestens 30-facher Vergrößerung oder einem Mikroskop. Schau dir die Blattunterseiten an. Die Larven haben 3 Beinpaare, die erwachsenen Milben 4.

Lebensweise der Spinnmilbe: Wann und wo sie zuschlägt

Spinnmilben kommen outdoor, indoor und im Gewächshaus häufig vor. Sie mögen warmes Klima und tauchen daher vor allem im Frühling und Sommer auf. Sie sind zäh und können den Winter in Pflanzen, Kräutern und Holz überdauern. Töpfe und Werkzeug gründlich zu reinigen ist deshalb entscheidend, damit sie nicht von einer Saison zur nächsten überleben. Außerdem solltest du Substrat aus befallenen Grows nicht wiederverwenden.

Im Hochsommer durchläuft die Spinnmilbe ihren Lebenszyklus in gut einer Woche und vermehrt sich enorm. Jedes Weibchen kann 3 bis 5 Eier pro Tag legen, und so breitet sich der Befall schnell aus. Wird das Futter knapp, sammeln sie sich an den Blatträndern und lassen sich vom Wind zu neuen Pflanzen tragen.

In Grows mit schlechter Belüftung, zu wenig Wasser oder Luftfeuchte und in Bereichen, wo sich Hitze staut, etwa in verglasten Wintergärten, breitet sich die Spinnmilbe besonders schnell aus. Gute Belüftung und ein sauberes Wassermanagement sind daher Pflicht, um sie in Schach zu halten.

Spinnmilben im Cannabisanbau vorbeugen: 10 Maßnahmen

Einem Befall mit Spinnmilben an deinen Cannabispflanzen vorzubeugen ist entscheidend für eine gesunde, ertragreiche Ernte. Hat sich der Schädling erst einmal festgesetzt, wird es mühsam, deshalb lohnt sich Vorbeugung. Die wichtigsten Maßnahmen gegen Spinnmilben:

  1. Richtig düngen: Vermeide zu viel Stickstoff, denn ein hoher Stickstoffgehalt kann Spinnmilben und andere Schädlinge anlocken. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung hält deine Pflanzen gesund und weniger anfällig.
  2. Standort der Pflanzen: Outdoor solltest du deine Cannabispflanzen von anderen schädlingsanfälligen Pflanzen fernhalten, vor allem von solchen auf Terrassen oder Balkonen, wo Spinnmilben überwintert haben könnten. So sinkt das Risiko, dass sie auf deine Pflanzen überspringen.
  3. Belüftung und Abluft: Indoor brauchst du eine ordentliche Belüftung und Abluft. Hohe Temperaturen fördern die Vermehrung der Spinnmilbe, gute Luftzirkulation bremst sie aus. Mehr dazu, wie du die Belüftung optimierst, findest du in unserem Beitrag über Belüftung im Indoor-Grow.
  4. Passende Luftfeuchte: Spinnmilben mögen es trocken und befallen gern Pflanzen, die zu wenig Wasser bekommen oder geschwächt sind. Achte auf passende Luftfeuchte und regelmäßiges Gießen, damit sich der Schädling nicht wohlfühlt.
  5. Hygiene im Grow: Sauberkeit ist das A und O. Geh nicht in Straßenkleidung in den Growraum, damit du keine Schädlinge einschleppst. Und reinige Werkzeug und Umgebung regelmäßig.
  6. Regelmäßig kontrollieren: Schau deine Pflanzen regelmäßig auf frühe Anzeichen an, etwa Eier und erwachsene Milben an der Blattunterseite. Spinnmilben legen ihre Eier gern in Gruppen ab, also achte besonders auf solche Stellen.
  7. Biologische Mittel: Biologische Produkte wie Bio Protect von GHE oder Bio Protect von Green Hope können deine Pflanzen stärken und schützen. Sie beugen Schädlingen auf natürliche Weise vor.
  8. Vorbeugende Behandlung: Biologische Präparate wie Cannacure oder Leaf Coat bilden einen Schutzfilm auf den Blättern, der es dem Schädling schwer macht, sich festzusetzen, und den Stress für die Pflanzen senkt.
  9. Kompost und Mist: Wenn du selbstgemachten Kompost oder Mist verwendest, sollte er gut verrottet und schädlingsfrei sein, bevor er an deine Pflanzen kommt.
  10. Nach dem Grow desinfizieren: Nach einem Grow mit Spinnmilben musst du Growraum oder Growbox gründlich desinfizieren. Dafür kannst du Solfac Automatic Forte verwenden (mit Vorsicht und genau nach Anleitung), damit keine Milben zurückbleiben.

Mit diesen Maßnahmen hältst du deine Pflanzen frei von Spinnmilben und sicherst dir eine erfolgreiche Ernte in Top-Qualität.