Spliff: Was ist das und warum Europa sein Gras mit Tabak raucht
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Spliff: Was ist das und warum Europa sein Gras mit Tabak raucht

Wie du einen Spliff baust, was Nikotin mit deinem High macht und warum der Tabak im Joint eine europäische Tradition ist.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Was ist ein Spliff und wie baust du einen?

Ein Spliff ist ein Joint aus Gras und Tabak, gedreht in normalen Blättchen. Das Mischverhältnis ist Geschmackssache und je nach Kultur unterschiedlich. In Deutschland ist das für viele einfach „der Joint“.

Für einen Spliff zerkleinerst du dein Gras zuerst im Grinder und mischst es dann im gewünschten Verhältnis mit Tabak. Manche nehmen mehr Gras für ein stärkeres High, andere weniger, damit es sanfter bleibt.

Ist die Mischung fertig, verteilst du sie im Blättchen und drehst sie wie eine Zigarette. Dann ankleben, anzünden, fertig.

Was passiert, wenn du nach dem Joint eine Zigarette rauchst?

Eine Zigarette nach dem Joint kann verschiedene Effekte haben, je nach Person und Menge. Ein paar mögliche Szenarien und was du wissen solltest:

  1. Stärkere Wirkung: Manche spüren das High nach einer Zigarette intensiver. Der Grund ist das Nikotin im Tabak, das auf das Nervensystem wirkt und die Effekte des THC im Cannabis verstärken kann.
  2. Gemischte Effekte: Tabak und Cannabis zusammen wirken auf jeden anders. Manche fühlen sich entspannt oder euphorisch, andere bekommen Angst oder einen Kreislauf.
  3. Gesundheitsrisiken: Zigaretten und Cannabis können beide der Gesundheit schaden, vor allem Lunge und Atemwegen. Zusammen können sich diese Risiken erhöhen, besonders bei Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege.
  4. Abhängigkeit: Durch das Nikotin steigt beim Mischkonsum das Risiko, tabakabhängig zu werden.
Hand mit Joint vor Gaming-Setup
Zocken und Cannabis: eine Hand mit einem dicken Joint, im Hintergrund Controller, Buds, Grinder und ein Fernseher mit Videospiel.

Was macht abhängiger: Tabak oder Cannabis?

Sucht ist ein komplexes Phänomen, und wie schnell jemand von Tabak oder Cannabis abhängig wird, hängt von der Person und ihrem Konsummuster ab. Ganz allgemein gilt Nikotin aber als deutlich suchterzeugender als Cannabis.

Nikotin ist ein stark abhängig machender Stoff in Tabakprodukten wie Zigaretten. Es wirkt auf das zentrale Nervensystem und kann eine heftige körperliche und psychische Abhängigkeit erzeugen. Wer regelmäßig raucht, wird oft stark nikotinabhängig und bekommt Entzugserscheinungen, wenn er aufhören will.

Cannabis mit seinem psychoaktiven Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) kann ebenfalls abhängig machen, gilt aber im Allgemeinen als weniger suchterzeugend als Nikotin. Nicht jeder, der kifft, wird abhängig, manche entwickeln aber eine psychische oder körperliche Abhängigkeit. Eine Rolle spielen dabei, wie oft und wie viel du konsumierst, deine Gene und dein Umfeld.

Warum Europa Gras mit Tabak raucht

Beim Cannabis-Revival der 1960er und 1970er Jahre rauchten Konsumenten in Europa fast nur Haschisch. Meistens mischten sie das Hasch mit Tabak oder bröselten Zigaretten auseinander und drehten sie mit dem Konzentrat neu. Weil damals kaum jemand die Gefahren von Nikotin und Tabak auf dem Schirm hatte, war das völlig normal. In den USA hatten die meisten Kiffer dagegen Zugang zu purem Gras, also zu Buds und Blüten, und konnten ihre Joints ohne Tabak bauen. 

Verbrennung schadet, egal welche Pflanze du rauchst. Fakt ist: Es gibt jede Menge Wege, Cannabis zu konsumieren, ohne Rauch zu inhalieren. 

Gras mit Tabak schadet der Gesundheit nicht nur deutlich mehr als Gras allein, es erschwert auch die Forschung zu den gesundheitlichen Folgen von Cannabis. In der Legalisierungsdebatte geht es oft um die Gefahren des „Rauchens“, denn die meisten europäischen Studien untersuchen Cannabis und Tabak zusammen und nicht Cannabis allein. 

Tabakrauchen kann zu vielen Krankheiten führen. Eine der häufigsten bei Rauchern ist die COPD, die chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Sie schreitet immer weiter fort, schwächt massiv, greift direkt die Lunge an und lässt sich nicht rückgängig machen. Schwer Erkrankte sind ans Bett gefesselt und brauchen Sauerstoffflaschen zum Atmen.

Pures Gras zu rauchen wirkt ganz anders als die Mischung mit Tabak. Manche Patient:innen berichten zwar, dass Nikotin und Cannabis zusammen Schmerzen lindern und entspannen, sehr oft klagen sie aber über Müdigkeit, Brustschmerzen, Husten und Halskratzen als Nebenwirkungen.

Ob du Gras mit Tabak mischst, hat viel mehr mit Kultur und Herkunft zu tun als mit Lifestyle. Solche Gewohnheiten werden von Generation zu Generation weitergegeben. Obwohl es heute Gras ohne Ende gibt, wird in Europa immer noch massenhaft Gras oder Hasch mit Tabak geraucht.

Und mal ehrlich: Wenn du Cannabis liebst und es rauchst, wäre es schade, die kräftigen, eigenen Aromen der Pflanze mit Tabak zuzukleistern. Und wenn du gar keinen Tabak rauchst, ergibt es null Sinn, dein Gras mit etwas Giftigem zu strecken. 

Kräuter und Cannabis

Wenn du dein Gras mit Kräutern mischen und dir den Tabak sparen willst, hier ein paar gesündere Optionen zur Auswahl. 

  • Kamille: soll die Verdauung unterstützen und entspannen.
  • Echinacea: soll Schmerzen lindern, Entzündungen dämpfen und das Endocannabinoid-System unterstützen.
  • Eukalyptus: bringt einen scharfen, mentholartigen Geschmack und soll die Atemwege öffnen.
  • Basilikum: soll Stress mindern und den Cortisolspiegel senken.
  • Hopfen: ein Verwandter von Cannabis, der das Terpen Myrcen teilt, soll entspannend wirken.
  • Lavendel: bringt ein schönes Aroma und enthält das Terpen Linalool, das entspannen soll.
  • Minze: sorgt für Frische und soll die Atemwege freimachen.
  • Beifuß: schmeckt ähnlich wie Salbei und soll Erholung, Kreativität und luzide Träume fördern.
  • Rose: ein paar Blütenblätter geben ein zartes, blumiges Aroma.
  • Rosmarin: enthält das Terpen Beta-Caryophyllen, das gegen Entzündungen und Stress helfen soll.
  • Salbei: soll entspannen, die Verdauung fördern und den Appetit anregen; ein bisschen reicht weit.
  • Mate: Die Blätter des südamerikanischen Kultgetränks verändern weder Geschmack noch Wirkung, sind aber eine angenehme Alternative zum Tabak.