Stickstoff für Cannabis: Wann die Pflanze ihn braucht und was bei zu viel hilft
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Stickstoff für Cannabis: Wann die Pflanze ihn braucht und was bei zu viel hilft

Von der Wachstumsphase bis zur Blüte: wofür Cannabis Stickstoff braucht, warum er mobil ist und wie du einen Überschuss wieder loswirst.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Stickstoff für Cannabis: Warum und wann braucht die Pflanze ihn?

Cannabis braucht Stickstoff (N) während seines ganzen Lebens, am meisten aber in der Wachstumsphase, wenn Stängel, Äste und Blätter entstehen. Eine gesunde Pflanze besteht in ihrer oberirdischen Masse zu etwa 3 bis 4 % aus Stickstoff, deshalb zählt er zu den Makronährstoffen. In der Blüte sinkt der Bedarf, bleibt aber da.

Cannabis nutzt Stickstoff auf viele Arten, vor allem für den Aufbau von Stängeln, Ästen und Blättern. Sobald die Blüte beginnt, bildet die Pflanze kaum noch neue Blätter und Äste und steckt ihre Energie in die Blüten, wofür sie vor allem Phosphor und Kalium braucht.

Stickstoff wird außerdem für die Bildung von Chlorophyll gebraucht. Ohne Stickstoff kann die Pflanze weder die Energie produzieren, die sie braucht, noch hat sie die Bausteine zum Wachsen. Die Wachstumsphase verbraucht zwar am meisten, aber auch in der Blüte braucht die Pflanze noch eine ordentliche Portion.

Beim Düngerkauf wirst du sehen, dass es meist einen Wachstumsdünger und einen Blütedünger gibt. Die Produkte für die Wachstumsphase enthalten mehr Stickstoff als die für die Blüte.

Infografik zu Stickstoff bei Cannabis

Stickstoffmangel gehört zu den häufigsten Mangelerscheinungen bei Cannabis. Die Pflanze verbraucht so viel davon, dass der verfügbare Stickstoff im Medium (Erde, Wasser) schnell aufgebraucht sein kann.

Stickstoff ist ein „mobiler“ Nährstoff. Das heißt: Braucht die Pflanze an einer bestimmten Stelle Stickstoff, kann sie ihn von einem Blatt ins andere verlagern.

Bei Stickstoffmangel zeigen sich die ersten Anzeichen deshalb an den unteren Blättern. Fehlt irgendwo Stickstoff, holt ihn sich die Pflanze aus Teilen, die mehr davon haben. Bekommen die jungen Blätter zu wenig, zieht sie den Stickstoff aus den alten Blättern ab und schickt ihn nach oben, und genau die Blätter, die abgeben, werden gelb.

Weil die Pflanze Stickstoff auch für Chlorophyll braucht, verlieren die Blätter ohne ihn ihr Grün: Es wird weniger Chlorophyll gebildet und die Farbe verblasst. Ohne genug Chlorophyll kann die Pflanze keine Photosynthese betreiben und fängt irgendwann an zu welken.

Cannabisblätter mit Anzeichen von Stickstoffmangel

Bei jedem Mangel gilt: Zuerst den pH-Wert des Mediums prüfen. In Erde sollte er bei 6,5 liegen, bei Hydro und Kokos bei 5,8. Passt der pH-Wert, liegt es wahrscheinlich wirklich an zu wenig Stickstoff. Dann gibst du mehr Stickstoff: Prüf, wie viel du bisher gegeben hast, vergleich das mit der Dosierung auf dem Etikett und gleich die Menge an.

Wie wirst du zu viel Stickstoff wieder los?

Hast du einen Stickstoffüberschuss bei deinen Pflanzen bemerkt, reduzierst du als Erstes die Düngermenge. Danach gießt du mit sauberem, pH-korrigiertem Wasser, um die Wurzeln zu spülen und den überschüssigen Stickstoff aus der Erde zu waschen.

Alternativ wechselst du auf einen Dünger mit wenig Stickstoff und viel Phosphor und Kalium. Außerdem kannst du kohlenstoffreiches organisches Material wie reifen Kompost unter die Erde mischen, das hilft, überschüssigen Stickstoff zu binden (kein Mist, der bringt noch mehr Stickstoff rein).

Wichtig: Einmal geschädigte Blätter werden nicht wieder grün. Hat der Überschuss schon Blätter geschädigt, entfern sie, damit die Pflanze ihre Energie in neue, gesunde Blätter stecken kann.

Was passiert bei zu viel Stickstoff?

Zu viel Stickstoff kann Wachstum und Gesundheit deiner Pflanzen auf mehreren Ebenen ausbremsen. Zuerst schießt das grüne Laub ins Kraut, während die Blütenbildung zurückbleibt. Die Pflanzen werden groß und buschig, liefern aber keine hochwertigen Blüten oder Buds.

Außerdem werden die Pflanzen anfälliger für Krankheiten und Schädlinge, weil weiche, sattgrüne Blätter Insekten und Pilze anlocken. Zu viel Stickstoff kann auch die Aufnahme anderer wichtiger Nährstoffe stören und so zu weiteren Mangelerscheinungen führen.

Ein weiteres Zeichen: Die Blätter werden auffallend dunkelgrün und glänzend, was man als „Stickstoffverbrennung“ bezeichnet. Sie können fast wachsartig glänzen, und die Spitzen krümmen sich krallenartig nach unten.

Gelbe Blätter an der Cannabispflanze: Was hilft?

Gelbe Blätter können viele Ursachen haben, eine der häufigsten ist aber ein Nährstoffmangel, etwa an Stickstoff. Sie können aber auch auf einen Überschuss hindeuten, vor allem wenn andere Blätter dunkelgrün und glänzend aussehen.

Liegt ein Mangel vor, gibst du die fehlenden Nährstoffe dazu. Ist es ein Überschuss, reduzierst du die Nährstoffmenge.

Prüf außerdem unbedingt den pH-Wert des Mediums (Erde, Wasser usw.), denn ein falscher pH-Wert blockiert die Aufnahme wichtiger Nährstoffe. Ideal sind in Erde etwa 6,5, bei Hydro und Kokos etwa 5,8.

Achte auch darauf, dass deine Pflanzen genug Licht, Wasser und Luft bekommen. Zu viel oder zu wenig Wasser kann ebenfalls gelbe Blätter verursachen.

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