Veganer Cannabis-Anbau: Dünger ohne Blut- und Knochenmehl
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Veganer Cannabis-Anbau: Dünger ohne Blut- und Knochenmehl

Blutmehl, Knochenmehl, Guano: In vielen Düngern steckt mehr Tier, als du denkst. So growst du wirklich vegan.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Was heißt eigentlich vegan?

Vegan leben heißt, keine Produkte zu nutzen oder zu essen, die von Tieren stammen. Das schließt alle tierischen Nebenprodukte ein und genauso alles, was aus Tieren hergestellt wird: Kleidung, Taschen, Schmuck und so weiter. Beim Growen bedeutet das vor allem eins: Dünger ohne Blutmehl, Knochenmehl, Mist oder Guano. 

Ist Cannabis vegan?

Cannabis ist eine Pflanze, also sollte da nichts Tierisches drinstecken. Ganz so einfach ist es aber nicht.

Die meisten Dünger, die für die einzelnen Wachstumsphasen empfohlen werden, enthalten Nährstoffe tierischen Ursprungs. Du rauchst also vielleicht keine Tierteile, aber das Gras in deinem Joint ist womöglich mit Hilfe tierischer Bestandteile aus dem Dünger gewachsen. Streng genommen ist so angebautes Cannabis also nicht 100 % vegan. Welchen Dünger kommerzielle Grower genau verwenden, lässt sich kaum herausfinden. Wenn du wirklich veganes Gras willst, baust du es am besten selbst an. 

Cannabisblüte aus eigenem Anbau
Blüte: CosechaLibre.com

Was ist veganes Cannabis?

Was macht Gras also vegan, und wie baut man es an? Erster Schritt: keine Dünger mehr, die tierische Produkte enthalten oder bei der Herstellung nutzen, und zwar vom Keimling bis zur Ernte.

Das ist leichter gesagt als getan, denn die allermeisten gängigen Dünger stecken voller tierischer Zutaten: Schweine- und Hühnerblut, Würmer, Knochenmehl und alle möglichen Sorten Mist oder Guano. Dass selbst die meistempfohlenen Dünger darauf setzen, hat einen Grund: Es funktioniert verdammt gut.

Einen Dünger ganz ohne diese Zutaten zu finden, kann ziemlich mühsam sein. Machbar ist es aber.

Wie machst du veganen Dünger selbst?

Am besten hast du im Griff, was deine Pflanzen fressen, wenn du deinen eigenen Kompost ansetzt. Dafür reichen Sachen, die sowieso regelmäßig im Müll landen, das kostet also kaum was. Diese veganen Zutaten kannst du in den Kompost geben:

  • Samen

  • Pflanzenreste

  • Obstschalen und Obstreste

  • Getreide

  • Teeblätter

  • Dolomitkalk

  • Gesteinsmehl

  • Holzasche

Luzernemehl ist der pflanzliche Ersatz für Blutmehl, das Industriedüngern oft beigemischt wird, um den Stickstoff im Boden zu erhöhen. Einer der beliebtesten veganen Tricks ist ein guter Komposttee: Du weichst Kompost in belüftetem Wasser ein und bekommst einen extrem nährstoffreichen Flüssigdünger.

Fans von veganem Dünger sagen außerdem, dass er die Bioverfügbarkeit verbessert, also wie viele Nährstoffe die Pflanze tatsächlich aufnehmen kann. Der Boden nehme „normalen“ Dünger als Fremdstoff wahr, während die organischen Nährstoffe eher dem entsprechen, was die Pflanze in der Natur vorfinden würde, und deshalb leichter aufgenommen würden. Zurück bleibe ein reicherer, fruchtbarerer Boden.

Cannabisblüte vor grünem Hintergrund

Schmeckt veganes Cannabis anders?

In der Theorie ja. Veganes Gras soll deutlich sauberer sein als nicht veganes, weil beim Rauchen viel weniger Rückstände anfallen. Ohne die ganzen Industriedünger raucht es sich meist milder und kratzt weniger im Hals.

Immer mehr vegan gegrowte Sorten holen inzwischen Preise für ihren richtig guten, ausgeprägten Geschmack.

Welche Arten von Cannabispflanzen gibt es?

Es gibt verschiedene Sorten und Typen von Cannabispflanzen, jede mit eigenen Merkmalen. Eingeteilt werden sie nach Genetik und Wuchsverhalten sowie nach den Cannabinoiden und Terpenen, die sie bilden. Auch wenn es unzählige Strains gibt, stechen drei Haupttypen heraus:

Cannabis Sativa:

Sativas wachsen meist hoch und schlank, mit langen, schmalen Blättern. Sie blühen in der Regel länger und können ordentlich in die Höhe schießen. Ihre Wirkung gilt als eher energiegeladen und euphorisch.

Cannabis Indica:

Indicas bleiben meist kleiner und kompakter, mit breiteren, dichteren Blättern. Sie blühen kürzer und gelten als robuster. Ihre Wirkung wird eher als entspannend und sedierend beschrieben.

Cannabis Ruderalis:

Der seltenere Typ, der vor allem in nördlichen Regionen vorkommt. Ruderalis ist zäh und blüht unabhängig von der Photoperiode, also vom Verhältnis zwischen Licht und Dunkelheit. Deshalb wird sie oft eingekreuzt, um Autoflowers zu züchten.

Jeder Typ hat seine eigenen Merkmale und typischen Wirkungen. So können Grower und Konsument:innen die Sorte wählen, die am besten zu ihnen passt.

Wie baust du Cannabis an?

Cannabis lässt sich indoor wie outdoor anbauen. Für gesunde Pflanzen und gute Qualität braucht es aber etwas Pflege und die richtigen Bedingungen. Hier die Grundschritte:

1. Standort wählen:

Entscheide, ob du drinnen oder draußen growst. Indoor brauchst du einen passenden Raum mit genug Licht, Lüftung und Temperaturkontrolle. Outdoor suchst du dir einen Platz mit viel direkter Sonne und nährstoffreichem Boden.

2. Samen auswählen:

Nimm hochwertige Samen einer Sorte, die zu deinen Vorlieben und Bedürfnissen passt. Jede Sorte hat ihre eigenen Stärken bei Wirkung, Geschmack und Ertrag.

3. Keimen:

Du kannst die Samen zwischen zwei feuchte Küchentücher legen, bis die Wurzeln rauskommen, oder andere Methoden nutzen, etwa ein Wasserglas oder Jiffy-Quelltöpfe.

4. Substrat vorbereiten:

Bereite das passende Substrat für deine Pflanzen vor. Je nach Vorliebe und Erfahrung nimmst du Erde, Torf- oder Kokosmischungen oder ein Hydrosystem.

5. Einpflanzen:

Setz die gekeimten Sämlinge in dein Substrat, in der richtigen Tiefe und mit genug Abstand zwischen den Pflanzen.

6. Beleuchtung:

Sorg für passendes Licht in Wachstum und Blüte. Indoor nutzt man meist Natriumdampflampen (NDL, englisch HPS) oder LEDs, die speziell für den Cannabisanbau gebaut sind.

7. Gießen und Düngen:

Gieß ausgewogen, weder zu viel noch zu wenig. Gib die wichtigsten Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium sowie Mikronährstoffe passend zur jeweiligen Wachstumsphase.

8. Schädlinge und Krankheiten im Blick behalten:

Check deine Pflanzen regelmäßig, damit du Schädlinge oder Krankheiten früh erkennst und behandeln kannst. Nimm biologische Methoden oder passende Mittel und halte dich an die Herstellerangaben.

9. Blüte und Ernte:

Steuere die Photoperiode so, dass die Pflanzen zum richtigen Zeitpunkt in die Blüte gehen. In dieser Phase bilden sich die Blüten, die du erntest, wenn sie reif sind, meistens dann, wenn Blütenhärchen und Trichome ihren optimalen Zustand erreicht haben.