Was ist Hydroponik? So funktioniert Cannabis-Hydro und so baust du dein System selbst
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Was ist Hydroponik? So funktioniert Cannabis-Hydro und so baust du dein System selbst

Nährlösung statt Erde: was hinter Hydro steckt, welcher pH-Wert passt, welche Methoden es gibt und wie du dir aus einer Kunststoffbox ein eigenes System baust.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT
Hydroponik-Kurs So baust du Cannabis hydroponisch an

Was ist Hydroponik beim Cannabis-Anbau?

Hydroponik heißt: Cannabis wächst in einem inerten Medium wie Kokos oder direkt in einem Wassertank, und alle Nährstoffe bekommt die Pflanze direkt über das Wasser. Statt in Erde wurzelt das Gras also in einer Lösung aus Wasser und Dünger. Du kannst dir ein Hydro-Starterkit mit allem Nötigen kaufen oder dein Setup selbst zusammenbauen.

Auch der Anbau in Kokosfaser zählt als eine Form von Hydroponik, denn Kokos bringt von Natur aus keine Nährstoffe mit. Alles muss über das Gießwasser kommen.

Der ideale pH-Wert für Kokos und Hydro liegt bei 5,5 bis 6,5, für Erde bei 6 bis 7. Im Hydro-System musst du schon ab dem Sämling Nährstoffe geben (anfangs in Sämlingsdosis). Sonst wächst der Sämling langsamer, weil er nur hat, was im Samen selbst steckt. In Erde brauchst du die ersten Wochen nicht zu düngen, weil dort schon Nährstoffe drin sind.

Als Erstes wählst du ein Medium, das die Pflanze am Übergang von Stamm zu Wurzeln hält. Möglich sind Tonkugeln (Blähton), die das Wurzelsystem belüften. Wenn du damit arbeitest, musst du den pH-Wert des Wassers anpassen und brauchst einen Netztopf aus Kunststoff mit Löchern, durch die die Wurzeln wachsen. Ebenfalls bewährt ist Steinwolle: Sie hält viel Wasser und versorgt die Wurzeln gut. Perlite ist eine weitere Alternative mit einer Wasserhaltefähigkeit von etwa 63 %.

Für die Wasserversorgung kannst du ein Dochtsystem nutzen, das mit Tonkugeln funktioniert und keine Pumpe braucht: Das Wasser wandert durch die Dochte nach oben und hält das Medium feucht. Bei der Nährfilmtechnik (NFT) stehen die Pflanzen in einem schrägen Rohr, in das das Wasser auf einer Seite hinein- und auf der anderen wieder hinausläuft. Die Wurzeln bleiben im Rohr immer feucht. Am einfachsten ist Deep Water Culture (DWC): Die Pflanzen sitzen über Eimern voller Nährlösung, und eine Luftpumpe versorgt sie mit Sauerstoff.

Pflanzen in Hydro-Systemen wachsen in der vegetativen Phase meist schneller als in Erde und es geht seltener etwas schief. Außerdem können sich die Buds potenter anfühlen. Dazu kommt, dass du Nährstoffe, PPM (Teile pro Million, also wie konzentriert deine Nährlösung ist) und pH-Wert viel genauer im Griff hast.

Pflanzen in einem Hydro-Tank wachsen in der Wachstumsphase schneller, was größere Erträge und schnellere Ernten bedeutet. Hydro-Buds gelten oft als potenter und erzielen in Ländern, in denen der Verkauf getrockneter Blüten legal ist, meist höhere Preise. 

Ist ein Hydro-Tank erst mal eingerichtet, macht er kaum noch Arbeit. Statt regelmäßig zu gießen und das Drainagewasser wegzukippen, hältst du einfach einen pH-Messstift rein, füllst Wasser nach oder korrigierst, wo nötig.

Wenn du die Wurzeln nicht mit passenden Zusätzen und dem richtigen Equipment schützt, kann es zu Wurzelfäule kommen. Das Einschüchterndste an Hydro ist eigentlich nur der Anfang. Danach ist die Pflege der Pflanzen wirklich ziemlich easy.

Welche Hydroponik-Methoden gibt es?

Es gibt verschiedene Hydro-Methoden, unter anderem:
  1. NFT-System (Nährfilmtechnik): Hier fließt ein dünner Film Nährlösung durch schräge Rinnen und umspült die Wurzeln der Pflanzen, die in der Rinne hängen.
  2. Floating-System: Die Pflanzen sitzen auf einer schwimmenden Platte über der Nährlösung. Die Wurzeln hängen in die Lösung, der obere Teil bleibt an der Luft.
  3. Tropfsystem: Ein Schlauchnetz mit Tropfern versorgt Pflanzen in Töpfen oder Behältern mit Nährlösung.
  4. Aeroponik: Die Wurzeln hängen frei in der Luft und werden mit feinem Nährlösungsnebel besprüht.
Wie du ein Hydro-System bepflanzt, hängt vom Typ ab. Meist startest du mit Samen oder Sämlingen in einem sterilen Medium wie Steinwolle oder Kokos. Dann kommen die Wurzeln in die Nährlösung und bleiben bis zur Ernte im System.

Hydro-System selber bauen: Schritt für Schritt

Das brauchst du:
  • Eine Kunststoffbox mit Deckel (zum Beispiel eine Aufbewahrungsbox)
  • Pflanzen oder Samen
  • Ein Medium (zum Beispiel Steinwolle, Kokos oder Perlite)
  • Hydro-Nährlösung
  • Schläuche
  • Wasserpumpe
  • Sprudelstein mit Luftpumpe
So gehst du vor:
  1. Such dir eine Kunststoffbox mit Deckel, die groß genug für die Pflanzen ist, die du ziehen willst. Der Deckel sollte dicht schließen.
  2. Schneid Löcher in den Deckel, wo die Pflanzen sitzen sollen. Sie müssen groß genug für deine Pflanzen oder Netztöpfe sein.
  3. Füll das Medium in die Netztöpfe. Steinwolle, Kokos oder Perlite gehen alle. Die Töpfe bis zur Hälfte füllen.
  4. Setz die Pflanzen oder Samen in die Töpfe mit dem Medium und steck sie in die Löcher im Deckel. Achte darauf, dass die Wurzeln Kontakt zum Medium haben.
  5. Misch die Hydro-Nährlösung in einem separaten Behälter an. Halte dich beim Verhältnis von Wasser und Dünger an die Packungsangaben.
  6. Schließ die Schläuche an die Wasserpumpe an. Setz die Pumpe in die Box und sorg dafür, dass sie komplett in der Nährlösung liegt.
  7. Schließ den Sprudelstein an die Luftpumpe an. So bekommt die Nährlösung Sauerstoff und die Wurzeln bleiben gesund.
  8. Mach den Deckel der Box dicht zu.
  9. Schalte die Wasserpumpe ein und check, ob die Nährlösung sauber durch die Schläuche zirkuliert.
  10. Stell dein Hydro-System an einen Platz mit genug Licht, an dem es weder extrem heiß noch extrem kalt wird.