
Was ist Sinsemilla? Gras ohne Samen und seine Geschichte
Keine Sorte, sondern eine Methode: woher der Begriff Sinsemilla kommt, warum samenloses Gras die Szene verändert hat und wie du selbst Buds ohne Samen ziehst.
Was ist Sinsemilla?
Sinsemilla ist keine Sorte, sondern schlicht Cannabis ohne Samen: Blüten von weiblichen Pflanzen, die nie mit Pollen in Kontakt gekommen sind. Erstaunlich wenige wissen das. Manche halten Sinsemilla für besonders hochwertiges, samenfreies Gras, das mit extremem Aufwand gezogen wird; andere glauben, es seien starke Sorten aus dem Südwesten der USA oder aus Amsterdam.
Tatsächlich ist „Sinsemilla“ keine bestimmte Cannabissorte. Das Wort kommt aus dem Spanischen und setzt sich zusammen aus „sin“ (ohne) und „semilla“ (Samen). So doppelt gemoppelt es klingen mag: „Sinsemilla“ heißt einfach Gras ohne Samen.
Ein bisschen Geschichte: wie Gras samenlos wurde
Cannabis wird seit mindestens 12.000 Jahren angebaut und war die meiste Zeit seiner Geschichte legal, bis es im 20. Jahrhundert in der westlichen Welt verboten wurde. Deshalb wagten in Nordamerika und Europa bis in die 1960er-Jahre nur sehr wenige, selbst anzubauen.
Das meiste Gras, das nach Europa und Nordamerika geschmuggelt wurde, kam aus Indien, Pakistan, Mexiko, Thailand, Kolumbien und Jamaika – und war fast immer voller Samen. Das machte es schwer zu rauchen, und der THC-Gehalt war vergleichsweise niedrig.

Erst in den 1970ern wurde samenloses Gras bekannter. Die Züchter merkten, dass Sinsemilla deutlich besser war – und sich damit auch besser verkaufen ließ.
Ab da bedeutete Sinsemilla mehr als nur Gras mit viel THC. In den 1970ern wurde der Begriff zum Namen einer Anbaumethode. Die Grower verhinderten, dass die Blüten der Weibchen mit dem Pollen einer männlichen Pflanze in Kontakt kamen – damit war eine Befruchtung und Samenbildung bei den Weibchen ausgeschlossen.
Der Grund: Unbefruchtete weibliche Blüten bilden viel Harz und größere Blütenstände. Die Züchter waren begeistert, als sie feststellten, dass Sinsemilla ihrer Erfahrung nach mindestens doppelt so viel THC hatte wie befruchtete Pflanzen.
Unter Growern heißt es außerdem, dass hydroponisch angebaute Sinsemilla meist mehr THC hat als Cannabis aus Erde. Outdoor versucht sich kaum jemand an Sinsemilla, weil das Risiko einer Bestäubung durch männliche Pflanzen zu hoch ist.
Heute sind Kiffer:innen ziemlich verwöhnt: Gras ist leicht zu bekommen und die Buds sind top. Frühere Generationen waren auf schlechtes Schmuggelgras angewiesen; heute kauft man je nach Gesetzeslage im Land oder in der Region in Dispensaries oder Läden, oder man bekommt eine Erlaubnis für den Eigenanbau.
Dass die Qualität so gestiegen ist, liegt vor allem an Legalisierung und Verfügbarkeit. Gleichzeitig haben Grower auf der ganzen Welt immer effektivere und effizientere Anbautechniken gelernt.
Sorten mit viel THC sind heute Standard. Wer anbaut oder kauft, sucht deshalb vor allem nach Aroma, Geschmack und Eigenschaften, die zu den eigenen Bedürfnissen passen.
Wie gesagt: Sinsemilla ist ganz einfach Gras ohne Samen. Es ist viel potenter als Cannabis mit Samen und raucht sich deutlich sanfter. Aus diesen Gründen – und um eine Bestäubung durch Männchen zu vermeiden – baut heute praktisch jeder Sinsemilla-Grower drinnen an. Sinsemilla ist aber mehr als ein Bud ohne Samen: Am Ende stehen potente, kräftige, harzige Blüten.
Den Begriff Sinsemilla hört man kaum noch, seit in den 1990ern feminisierte Samen aufkamen: Samen, die durch Züchtung (nicht durch Gentechnik) entstehen und immer Weibchen hervorbringen.

Wie bekommst du Buds ohne Samen?
Wenn du samenfreie Buds ziehen willst, hast du mehrere Möglichkeiten. Eine davon sind feminisierte Pflanzen aus feminisierten Samen. Diese Samen entstehen, indem man weibliche Pflanzen unter Stress setzt (zum Beispiel mit kolloidalem Silber), ganz ohne Gentechnik. Heraus kommen weibliche Pflanzen – also keine Buds mit Samen.
Die andere: Halte deine Buds pollenfrei. Kontrollier die Pflanzen regelmäßig und entfern rechtzeitig jedes Männchen und jeden Zwitter, denn Samen bilden sich nur, wenn die Blüten bestäubt werden.
Findest du doch ein paar Samen in deinen Buds, kannst du sie einpflanzen und neue Pflanzen ziehen. Rechne aber damit, dass Qualität und Eigenschaften schwanken, weil sie von den Elternpflanzen abhängen. Wenn du hochwertige Pflanzen mit bestimmten Eigenschaften willst, kaufst du besser gute Samen im Online-Growshop oder im Fachhandel.

Wie gut sind gekaufte Cannabissamen?
Grower und Cannabis-Fans schätzen Samen sehr, weil an ihnen Anbau und Vermehrung hängen. Gute Samen können richtig gut sein, und zwar aus mehreren Gründen. Erstens stammen sie von Pflanzen mit sorgfältig ausgewählter und stabilisierter Genetik, haben also das Potenzial für hochwertige Pflanzen – mit mehr Potenz, bestimmten Aromen und Geschmäckern und gefragten Terpenprofilen. Zweitens kannst du mit Samen verschiedene Sorten auswählen und ausprobieren, was die Auswahl erweitert und für Vielfalt im Anbau sorgt. Drittens gibt es feminisierte Samen, aus denen nur Weibchen wachsen, sodass keine Buds mit Samen entstehen. Das schätzen Konsumierende besonders, weil samenfreie Buds sich sanfter und gleichmäßiger rauchen. Aber: Die Qualität von Samen schwankt. Kauf sie am besten bei zuverlässigen, bekannten Samenbanken, damit die Genetik stimmt und dein Grow das bringt, was du dir erhoffst.
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