Welche Sorte rauchst du? So erkennst du Gras an Bud, Duft und Wirkung
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Welche Sorte rauchst du? So erkennst du Gras an Bud, Duft und Wirkung

Buds, Aroma, Geschmack, Wirkung und zur Not die Blattform: Mit diesen Hinweisen grenzt du ein, ob du Sativa, Indica oder einen Hybrid rauchst.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Welche Sorte du rauchst, kannst du nie mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, aber du kannst sie gut eingrenzen: am Aussehen der Buds, am Duft der Terpene, am Geschmack und an der Wirkung. Lockere, längliche Buds und ein anregendes Kopfhigh sprechen eher für eine Sativa, dichte, kompakte Buds und ein schweres Körperhigh eher für eine Indica. Hast du die Pflanze selbst vor dir, liefert die Blattform noch einen Hinweis. Für Grower wie für Konsument:innen lohnt sich das, denn jede Sorte bringt eigene Effekte, Aromen und Eigenschaften mit.

Wer seine Sorten auseinanderhalten kann, kann seinen Grow besser optimieren und die Genetik wählen, die zu den eigenen Vorlieben oder Bedürfnissen passt.

Cannabispflanze mit typischen gefingerten Blättern

Was verrät die Blattform über die Genetik?

Cannabis hat drei Hauptunterarten: Cannabis sativa, Cannabis indica und Cannabis ruderalis. Jede hat typische Blattmerkmale, an denen Grower und Konsument:innen erkennen können, welche Genetik sie gerade anschauen oder anbauen.

Hier schauen wir uns genau an, wie sich die Blätter der drei Unterarten unterscheiden und was sie jeweils ausmacht.

1. Sativa: lange, schmale Blattfinger

Die Blätter von Cannabis sativa fallen durch ihre lang gezogene, schlanke Form auf, die ihnen ein zartes, spitzes Aussehen gibt. Typisch sind diese Merkmale:

  • Form: Lang und dünn, mit scharf gezackten Rändern, die dem Blatt einen fast unregelmäßigen Look geben.
  • Farbe: Sativa-Blätter reichen von hellem Limettengrün bis zu einem dunklen, fast schwärzlichen Grün.
  • Zahl der Blattfinger: Die größten Blätter einer Sativa können 9 bis 13 Blattfinger haben, ein typisches Merkmal dieser Unterart.

2. Indica: breite, dunkle Blattfinger

Im Gegensatz zur Sativa hat Cannabis indica breitere, dickere Blätter. Die Unterart stammt aus kalten Bergregionen, und auch ihr Blattwerk hat sich deutlich an diese Bedingungen angepasst.

  • Form: Indica-Blätter sind kompakter und breiter, so hält die Pflanze die Feuchtigkeit besser.
  • Farbe: Ein dunkles Olivgrün dominiert. Sehr helle Blätter sind selten und können, wenn sie auftauchen, auf einen Nährstoffmangel hinweisen.
  • Zahl der Blattfinger: Die größten Indica-Blätter haben meist 7 bis 9 Blattfinger, also weniger als die Sativa, was sie robuster wirken lässt.

3. Ruderalis: kleine, wandelbare Blätter

Die Blätter von Cannabis ruderalis sehen ganz eigen aus und spiegeln wider, dass die Pflanze auch in extremem Klima und unter harten Bedingungen klarkommt. Die Unterart bleibt kleiner als Sativa und Indica, und auch ihre Blätter haben eigene Merkmale.

  • Größe: Ruderalis-Blätter sind meist kleiner, weil die ganze Pflanze kompakter wächst.
  • Form: In der Breite ähneln sie oft Indica-Blättern, können aber auch schmaler ausfallen als bei einer durchschnittlichen Indica.
  • Zahl der Blattfinger: Die größten Ruderalis-Blätter haben 5 bis 13 Blattfinger. Die Spanne ist groß, weil sich diese Unterart so stark anpasst.
Cannabispflanze im Grow mit gut sichtbarem Blattwerk

Woran erkennst du, welche Sorte du gerade rauchst?

Wenn du weißt, welche Sorte du rauchst, kannst du sie bewusster genießen und alle Nuancen mitnehmen. Jede Sorte hat ihr eigenes Aussehen, ihren Duft, Geschmack und ihre Wirkung, und all das gibt dir Hinweise.

Eine todsichere Methode gibt es nicht, aber wenn du die wichtigsten Merkmale kennst, kannst du Sativas, Indicas und Hybride ziemlich gut auseinanderhalten.

1. Sichtprüfung: Wie sehen die Buds aus?

Bevor du rauchst, schau dir deine Buds genau an. Dabei bewunderst du nicht nur ihre Schönheit, du erkennst auch Verunreinigungen, Schimmel oder Staub. Manche Details im Aussehen verraten dir etwas über die Sorte:

  • Sativa-Sorten: Die Buds sind meist länglich, leicht und luftig. Diese Blüten, typisch für Sorten wie Amnesia Haze oder Chocolate Haze, sind weniger dicht als bei Indicas.
  • Indica-Sorten: Die Blüten sind klein, dicht und wirken kompakt. Beispiele sind Northern Lights oder Gelato, bekannt für ihre festen Buds.
  • Lila Sorten: Auch die Farbe kann die Genetik verraten. Sorten wie Purple Queen oder Mimosa bekommen violette Töne, vor allem wenn sie bei kühlen Temperaturen gewachsen sind, was diese Farbe bei vielen Strains verstärkt.

2. Welche Aromen verraten die Genetik?

Der Duft ist ein wichtiger Hinweis auf das Terpenprofil. Terpene sind die Stoffe, die für den Geruch sorgen und auch die Wirkung mitprägen. Riechst du an deinen Buds, vor und nach dem Grinden, erkennst du einige typische Profile:

  • Kiefer und Erde: Meist verbunden mit Terpenen wie Pinen und Myrcen, typisch für Sorten wie OG Kush oder Royal Jack Auto.
  • Diesel: Ein intensiver Geruch nach Sprit, der von Terpenen wie Myrcen und Limonen kommt. Sorten wie Triple G und Hulkberry riechen so.
  • Fruchtig: Süße, fruchtige Noten können auf viel Limonen und Linalool hindeuten. Fruchtige Sorten sind etwa Somango XL und Haze Berry.
  • Skunk oder Käse: Ein würzig-säuerliches Profil, typisch für Blue Cheese und Skunk XL, bei denen Caryophyllen und Myrcen dominieren.
  • Zitrus: Ein klares Zeichen für viel Limonen und Terpineol, zu finden in Sorten wie Green Crack Punch und Purple Queen Auto.

3. Wie schmeckt welche Sorte?

Auch der Geschmack hilft beim Bestimmen. Mit einem Vaporizer nimmst du die Terpene besonders genau wahr. Ein paar typische Geschmacksprofile:

  • Kräuterig: Reich an Terpinolen und Caryophyllen, typisch für Sorten wie Royal Haze Auto.
  • Würzig-scharf: Ein klares Zeichen für viel Caryophyllen, etwa bei White Widow oder Tatanka.
  • Tropische Früchte: Dieser Geschmack entsteht meist aus Limonen, Geraniol und Linalool, typisch für Pineapple Kush.
  • Keks oder süß: Mit Noten wie aus der Konditorei, häufig bei Royal Cookies und Cosmos F1, hervorgerufen von Terpenen wie Limonen und Linalool.

4. Was sagt die Wirkung über die Sorte?

Neben Aussehen, Duft und Geschmack gibt dir auch die Wirkung Hinweise auf die Sorte. Meist teilt man sie in zwei große Gruppen ein: Kopfhigh und Körperhigh.

  • Kopfhigh: Wirkt die Sorte anregend, gesellig und kreativ, ist es wahrscheinlich eine Sativa wie Shining Silver Haze.
  • Körperhigh: Spürst du tiefe Entspannung und Müdigkeit, hast du vermutlich eine Indica wie White Widow oder Watermelon erwischt.

Auch der THC- oder CBD-Gehalt spielt eine große Rolle. Sorten mit mehr THC knallen in der Regel stärker, während CBD-reiche Sorten körperlich entspannen, ohne zu berauschen.

Mit diesen Methoden bekommst du nach und nach ein Gespür dafür, Cannabissorten zu erkennen und das Beste aus ihnen rauszuholen, beim Growen wie beim Genießen.