Welches Wasser für Cannabis? Leitungswasser, Regen oder Osmose im Vergleich
GESUNDHEIT

Welches Wasser für Cannabis? Leitungswasser, Regen oder Osmose im Vergleich

Leitungswasser, Regenwasser, Osmose oder destilliert: Was in deiner Gießkanne landet, entscheidet mit darüber, wie sauber deine Blüten werden.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Welches Wasser ist das beste für deine Cannabispflanzen?

Am besten gießt du Cannabis mit Wasser, das möglichst wenig gelöste Mineralien enthält, also einen niedrigen ppm-Wert hat: Osmosewasser oder destilliertes Wasser, ergänzt mit etwas Cal-Mag. Dass Pflanzen Wasser brauchen, weiß jeder. Welches Wasser, ist die eigentliche Frage, und die entscheidet mit darüber, wie sauber und rein deine Blüten am Ende werden.

Um Wasserqualität zu verstehen, musst du wissen, was ppm (parts per million, Teile pro Million) bedeutet und warum der Wert zählt. ppm misst die gesamten gelösten Feststoffe im Wasser (TDS, total dissolved solids), also alle organischen und anorganischen Stoffe, die darin gelöst sind. Der Wert zeigt dir, wie viel Mineralien insgesamt im Wasser stecken.

Diese Mineralien gelten allerdings als Verunreinigungen, vor allem in hoher Konzentration. Je höher der ppm-Wert, desto „verschmutzter“ das Wasser. Damit deine Cannabispflanzen gesund bleiben, gießt du am besten mit Wasser, das einen niedrigen ppm-Wert hat.

Welche Wassersorten gibt es und welches ist das beste für Pflanzen?

Grob lässt sich Wasser in zwei Typen einteilen: hart und weich. Wie „hart“ Wasser ist, zeigt die Konzentration von Calcium und Magnesium, gemessen in ppm. Je mehr Mineralien drin sind und je höher der ppm-Wert, desto härter das Wasser.

Zum Gießen von Cannabis sollte das Wasser zwischen 100 und 150 ppm Calcium enthalten. Ist es „sehr weich“ und liegt bei etwa 50 ppm, musst du die fehlenden Mineralien mit einem Cal-Mag-Zusatz (Calcium-Magnesium-Präparat) ausgleichen.

Zur Einordnung der ppm-Werte hilft diese Tabelle:

Härte in ppm
Sehr weich: 0 bis 70 ppm
Weich: 70 bis 125 ppm
Mittelhart: 125 bis 200 ppm
Hart: 200 bis 300 ppm
Sehr hart: 300 bis 500 ppm
Extrem hart: über 500 ppm

Leitungswasser: Die meisten Grower gießen mit Leitungswasser. Ob das eine gute Idee ist, hängt davon ab, wo du wohnst, denn das Wasser ist von Region zu Region ganz unterschiedlich. Leitungswasser kann hart (EC über 0,8), mittel (EC um 0,4) oder weich (EC unter 0,4) sein und hat meist einen pH-Wert über 7,0. Dazu kommen jede Menge Stoffe, die das Wasser klar halten. Je nach Region steckt außerdem Kalk, Chlor und manchmal Fluor drin, was das Bodenleben in Erde oder Substrat abtöten und seine Qualität verschlechtern kann.

Wenn du mit Leitungswasser gießen willst, lass es 24 Stunden abstehen, damit sich das Chlor verflüchtigt, oder schaff dir einen Osmosefilter an, der das Wasser reinigt.

Kondenswasser aus der Klimaanlage: Das Wasser, das aus der Klimaanlage tropft, eignet sich super zum Gießen von Cannabis, weil es im Grunde destilliertes Wasser ist. Ein EC-Messgerät solltest du trotzdem immer benutzen. Sein pH-Wert liegt meist über 7,0.

Regenwasser: Damit kannst du so gut wie jede Pflanze gießen, denn es enthält kaum Salze und kein Chlor. In der Natur wachsen Pflanzen schließlich auch mit Regenwasser, und es gehört zum saubersten Süßwasser überhaupt. Es ist meist leicht sauer, mit einem pH zwischen 5,5 und 6,5.

Destilliertes Wasser: Es entsteht durch Destillation: Das Wasser wird erhitzt, bis es verdampft, und der Dampf wird anschließend wieder abgekühlt, bis er kondensiert. Mineralien und andere Bestandteile bleiben dabei zurück. Für Pflanzen ist dieses Wasser perfekt. Trinken kannst du es auch, aber weil es keinerlei Mineralien enthält, ist es auf Dauer nicht zu empfehlen.

Osmosewasser (Umkehrosmose): Es ähnelt destilliertem Wasser, ist aber nicht ganz so rein, weil die Umkehrosmose nicht hundert Prozent der Mineralien (Kalk, Chlor usw.) und anderer Verunreinigungen entfernt. Gewonnen wird es mit Filtern, die Mineralien und andere unerwünschte Stoffe zurückhalten. Je nach Filter und Modell ist das Wasser mehr oder weniger rein und damit von besserer oder schlechterer Qualität.

Mineralwasser aus der Flasche: Besser als Leitungswasser oder Wasser aus einem Fluss oder Brunnen, den du nicht kennst. Bei Mineralwasser kannst du sicher sein, dass keine schädlichen Stoffe drin sind, und der pH liegt um 7,0. Es kann aber große Mengen verschiedener Mineralien enthalten, etwa Calcium, die das Wachstum der Pflanze und das Verhalten der Erde beeinflussen.

Das beste Wasser für den Anbau ist ganz klar Osmosewasser oder destilliertes Wasser. Damit stellst du sicher, dass deine Pflanzen keine schädlichen Mineralien abbekommen. Weil beide aber kaum Calcium und Magnesium enthalten, musst du ein Cal-Mag-Präparat zugeben.

Warum richtiges Gießen so wichtig ist: 

Wer Cannabis richtig gießt, legt den Grundstein für gesunde Pflanzen und gute Entwicklung. Das Gießwasser spielt eine Schlüsselrolle bei der Nährstoffaufnahme, beim Wasserhaushalt und dabei, dass die Stoffwechselprozesse der Pflanze rund laufen.

Entscheidend ist die richtige Menge: weder zu viel noch zu wenig. Zu viel Wasser führt zu Staunässe, die Wurzeln bekommen keinen Sauerstoff mehr und Pilzkrankheiten haben leichtes Spiel. Zu wenig Wasser lässt die Pflanze austrocknen, setzt sie unter Trockenstress und schadet ihr insgesamt.

Auch die Wahl des Wassers spielt eine Rolle. Grundsätzlich solltest du sauberes Wasser ohne Schadstoffe und mit passendem pH-Wert nehmen, damit es nicht zu einer Nährstoffblockade kommt (die Pflanze kann dann vorhandene Nährstoffe nicht mehr aufnehmen). Mineralwasser und destilliertes Wasser sind beliebt, weil sie meist neutraler zusammengesetzt und frei von unerwünschten Stoffen sind.

Wie viel und wie oft du gießt, hängt außerdem von der Wachstumsphase, der Größe der Pflanze, dem Substrat und den Umgebungsbedingungen ab. Pass das Gießen an jede einzelne Pflanze an und kontrollier regelmäßig die Feuchtigkeit der Erde, damit sie weder absäuft noch austrocknet.

Kurz gesagt: Richtig gießen ist die Basis für gesunde Cannabispflanzen. Das Gießwasser, ob Mineralwasser, destilliertes Wasser oder ein anderes sauberes Wasser, entscheidet mit über Nährstoffaufnahme und Wasserhaushalt. Weder zu viel noch zu wenig gießen und jede Pflanze nach ihrem Bedarf versorgen, das ist der Schlüssel zu kräftigem Wachstum.

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