Wie lange braucht eine Cannabispflanze bis zur Ernte?
ANBAU

Wie lange braucht eine Cannabispflanze bis zur Ernte?

Keimung, Wachstum, Blüte: wie viele Tage und Wochen jede Phase indoor dauert, bei Autoflowers und bei feminisierten Samen.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Wie lange braucht eine Cannabispflanze vom Samen bis zur Ernte? Indoor rechnest du bei Autoflowers mit rund drei Monaten, bei feminisierten Samen eher mit vier bis fünf Monaten oder mehr; outdoor dauert es deutlich länger. 

Alles fängt mit einem kleinen Samen an. Und mit viel Geduld, die du nicht nur im Leben, sondern auch beim Growen dringend brauchst, denn eine Pflanze durchläuft ihren eigenen Prozess. 

Ob du am Ende eine pralle, ertragreiche Pflanze mit beneidenswerten Buds hast oder nur einen „Haufen Äste“ mit kaum Blättern und Ertrag, hängt von der Zeit ab, die du ihr gibst, und davon, wie du sie pflegst.

Deshalb schauen wir uns hier an, wie lange eine Pflanze von der Keimung bis zur Erntereife braucht. 

Das Wachstum von Cannabis lässt sich in drei Hauptphasen unterteilen: Keimung, Wachstumsphase (Vegetation) und Blüte. Jede Phase hat eigene Ansprüche an Umgebung und Nährstoffe und sogar eine eigene Photoperiode, also das Verhältnis von Licht- zu Dunkelstunden. Hier ein kurzer Überblick über jede Phase. 

Cannabissamen keimen auf feuchtem Küchenpapier

Keimung

In dieser Phase werden aus den Samen Sämlinge. Arbeitest du mit Stecklingen, entspricht diese Zeit dem Bewurzeln des Klons.

Es gibt verschiedene Keimmethoden, am verbreitetsten und empfehlenswertesten ist die mit feuchtem Küchenpapier oder einer Serviette als Unterlage. Manche nehmen lieber andere Methoden, die wir weniger empfehlen, etwa feuchte Watte, direkt in die Erde, Jiffy-Quelltöpfe oder ein Wasserglas.

Einige Grower setzen außerdem Keimstimulatoren ein. Die kurbeln den Stoffwechsel des Samens an und weichen die Schale auf, sodass die Keimung in den meisten Fällen nur noch etwa einen Tag dauert.

Ansonsten ist die Keimdauer relativ, denn auch Sorte und Samenqualität spielen mit. Dazu kommen Alter, Keimfähigkeit und Lagerung der Samen. Ob feminisiert oder Autoflower, macht dagegen keinen Unterschied.

Bis der Keimling durchbricht, vergehen meist 24 bis 72 Stunden, es kann aber auch 5 oder sogar 10 bis 15 Tage dauern. Entscheidend sind in dieser Phase optimale Bedingungen bei Wasser und Feuchtigkeit, ausreichend Sauerstoff und eine Temperatur zwischen 21 und 24 °C.

Cannabispflanzen in der Wachstumsphase unter Growlampe

Wachstumsphase (Vegetation)

Das ist die zentrale Phase in der Entwicklung deiner Pflanze und eine der wichtigsten.

Nach der Keimung, wenn der Sämling da ist und umgetopft wurde (in einen Jiffy oder direkt in den Topf), beginnt die Wachstumsphase. Wie der Name schon sagt, legt die Pflanze hier ihren größten Schub hin, bis sie die Form und Größe erreicht hat, die sie für die nächste Phase braucht: die Blüte.

In dieser Phase werden meist 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit pro Tag empfohlen. Die Lichtphase ist länger als in der Phase davor und danach, und ein gutes Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit ist entscheidend. 

Warum ist auch die Dunkelheit wichtig? Weil dann der Gasaustausch stattfindet, den die Pflanzenzellen für ihren Stoffwechsel brauchen.

Wie gesagt dauert diese Phase je nach Samentyp, Sorte und Anbauart unterschiedlich lang. Autoflowers sind schneller als feminisierte Sorten, und indoor geht es schneller als outdoor. Mit einer stärkeren Lampe wächst die Pflanze außerdem schneller als unter schwächerem Licht.

Indoor dauert diese Phase bei Autoflowers meist etwa 3 bis 4 Wochen (21 bis 25 Tage), bei feminisierten Samen rund 6 bis 8 Wochen oder länger. Reguläre und feminisierte Pflanzen können outdoor insgesamt bis zu 8 bis 9 Monate brauchen, indoor kannst du das Wachstum dagegen stärker steuern und den Zyklus verkürzen. Trotzdem lässt sich die Dauer dieser Phase, wie jeder anderen, kaum standardisieren, weil zu viele Faktoren mitspielen: Umgebung, Pflanze und äußere Einflüsse wie Dünger und das Können des Growers. 

Growerin bei der Arbeit mit blühenden Cannabispflanzen

Blüte

Das ist die letzte Phase im Leben einer Cannabispflanze. Wann sie beginnt, hängt davon ab, wie lange du die Pflanze wachsen lässt und ob sie stark genug ist, um die Buds zu tragen, die sie bilden wird.

Wenn die Pflanze schwach oder klein ist und noch keinerlei Blütenansätze zeigt, musst du die Wachstumsphase eventuell verlängern.

Autoflowers dagegen gehen praktisch von allein in die Blüte: Du musst den Lichtzyklus nicht umstellen, denn sie blühen nach Alter. Photoperiodische Sorten hängen indoor dagegen von dir ab: Du stellst die Beleuchtung auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit um und löst so über die Lichtumstellung die Blüte aus.

Wenn es darum geht, wann die Blüte vorbei ist und wann du die Wurzeln spülst und erntest, musst du die Entwicklung der Buds genau beobachten. Die Zeit ist, wie gesagt, relativ. Wichtig ist, dass die Buds dicker werden, bis sie die meisten Stempel (Pistillen) bedecken oder fast verschlucken. Danach zeigt dir die zunehmende Reifung und Verfärbung von Stempeln und Trichomen, wann Erntezeit ist, bis sie den typischen bernstein- bis honigfarbenen Ton annehmen.

Indoor sind Autoflowers also nach etwa acht Wochen Blüte durch, bei feminisierten Sorten kann es länger dauern, je nachdem, wie lange du sie hast wachsen lassen. Üblich sind aber rund 10 bis 12 Wochen oder mehr.

Jede Phase hat ihre Zeit. Am besten lässt du den Zyklus so natürlich wie möglich ablaufen, ohne etwas zu erzwingen, und hilfst der Pflanze, ihr volles Potenzial zu entfalten. 

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